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12.05.2015

15:28 Uhr

Flüchtlingspolitik

CDU-Politikerin erhält Drohbriefe

Politiker, die sich für Flüchtlinge einsetzen, werden immer bedroht. Auch die CDU-Politikerin Karin Prien wurde wüst beschimpft. Sie hatte einen unkonventionellen Vorschlag gemacht, wie Flüchtlinge untergebracht werden.

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HamburgNach ihrem Vorstoß für eine private Unterbringung von Flüchtlingen hat die Hamburger CDU-Politikerin Karin Prien zahlreiche Hass-Mails und Drohbriefe erhalten. Seit dem vergangenen Donnerstag habe sie rund 100 anonyme Nachrichten bekommen, in denen sie massiv beschimpft und bedroht wurde, sagte Prien am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Prien hatte vorgeschlagen, dass Flüchtlinge in Zukunft auch in Privathaushalten untergebracht werden sollen. Dieses Modell würde auch in Berlin funktionieren, sagte sie. Kurz darauf veröffentlichte eine rechte Internetplattform die E-Mail-Adresse der 49-Jährigen.

Wer nimmt die meisten Flüchtlinge auf?

Anstieg der Flüchtlingszahlen

Aufgrund von internationalen Krisen rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2014. Im ersten Quartal 2014 haben rund 108.300 Flüchtlinge in einem der 28 EU-Staaten um Asyl angesucht. Doch kommen die meisten Asylsuchenden, die derzeit über das Mittelmeer nach Europa kommen, wirklich nach Deutschland?

Quelle: Eurostat/ Mediendienst Integration 2014

Platz 9

Griechenland: 2.440 Antragsteller

Platz 8

Ungarn: 2.735 Antragsteller

Platz 7

Österreich: 4.815 Antragsteller

Platz 6

Belgien: 5.065 Antragsteller

Platz 5

Großbritannien: 7.575 Antragsteller

Platz 4

Italien: 10.700 Antragsteller

Platz 3

Schweden: 12.945 Antragsteller

Platz 2

Frankreich: 15.885 Antragsteller

Platz 1

Deutschland: 36.890 Antragsteller

In zahlreichen Online-Kommentaren und Hassbotschaften wurde Prien nach eigener Darstellung als Volksverräterin beschimpft und ihr Gewalt angedroht. Der Staatsschutz und die Polizei ermitteln. Zuvor hatten Medien über den Fall berichtet.

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Politiker bedroht worden, die sich für Flüchtlinge einsetzen. In Sachsen-Anhalt trat im März der Bürgermeister von Tröglitz zurück, weil er sich rechtsextremer Hetze ausgesetzt sah. Im April erhielt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Morddrohungen, nachdem seine Regierung ein Winterabschiebestopp für Flüchtlinge durchgesetzt hatte.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Herr Franz Paul

12.05.2015, 16:21 Uhr

Wie viele Flüchtlinge hat Frau Prien denn schon aufgenommen?

Herr Ragin Allraun

12.05.2015, 16:48 Uhr

Man sollt sie alle auf die politischen Bundes- und Landesparlamentarier verteilen.

In Gäste- und Wohnzimmern, Dachböden, Kinderzimmer und Kellern.

SOFORT.

Herr Billyjo Zanker

12.05.2015, 16:53 Uhr

Wann kommt es zu ersten Zwangseinweisungen?
Es wäre reine Verschwendung wenn die Wohnung von jemanden der den ganzen Tag arbeitet, mit Fahrzeit ev. zehn Stunden und mehr abwesend ist und die Wohnung bleibt ungenutzt.

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