Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2015

16:51 Uhr

Flüchtlingsstrom nicht zu stoppen

Alle kennen nur eine Richtung – nach Deutschland

Ein Sonderzug mit Flüchtlingen nach dem anderen kommt in Deutschland an. In Ungarn machen sich weiterhin Tausende Menschen auf den Weg. Die EU ist zerstritten. In Berlin treffen sich die Spitzen der Koalition

Auch für diese jungen Männer am Budapester Ostbahnhof geht es nach Deutschland. AFP

Auf nach Deutschland

Auch für diese jungen Männer am Budapester Ostbahnhof geht es nach Deutschland.

Berlin/MünchenAngesichts der dramatischen Zustände in Ungarn hat Deutschland in einer beispiellosen Aktion Tausende von Flüchtlingen aufgenommen. Nach Tagen voller Strapazen in Ungarn reisten am Samstag nach Angaben der Bundespolizei alleine über München 6900 Flüchtlingen in 26 Zügen nach Deutschland ein. Auch am Sonntag wurden weitere Sonderzüge erwartet. Die EU ist von einer Lösung der Flüchtlingskrise noch weit entfernt.

Am Budapester Ostbahnhof hatten Flüchtlinge in den vergangenen Tagen teilweise tagelang ausharren müssen. Die Regierungen in Berlin, Wien und Budapest hatten angesichts der dramatischen Lage entschieden, die in Ungarn festsitzenden Menschen ausnahmsweise ohne bürokratische Hürden und Kontrollen einreisen zu lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban betonten, dies sei wegen der Notlage eine Ausnahme gewesen.

Am Sonntag entspannte sich die Lage am Ostbahnhof in der ungarischen Hauptstadt. Am Samstag hatten sich dort erneut viele Flüchtlinge versammelt. Sie reisten am Sonntag in Zügen direkt weiter zur ungarisch-österreichischen Grenze.

Gastbeitrag zum toten Jungen von Bodrum: „Manchmal braucht es das Bild, um aufzurütteln“

Gastbeitrag zum toten Jungen von Bodrum

„Manchmal braucht es das Bild, um aufzurütteln“

Bilder eines toten Jungen sorgen für Aufsehen. Medienwissenschaftler Pörksen erklärt die Kraft von Schockfotos.

In Deutschland wurde der Hauptbahnhof in München zur ersten Anlaufstelle für die Menschen. Viele von ihnen waren erschöpft. Sie wurden von Hunderten Menschen mit Applaus empfangen. Als Notquartier wurde in München binnen Stunden unter anderem eine Halle auf dem Messegelände vorbereitet. Dort gibt es Platz für 3000 Menschen.

Von München aus sollten die Migranten mit Zügen und Bussen auf die Bundesländer verteilt werden. Ein Sonderzug mit bis zu 1000 Flüchtlingen fuhr in der Nacht aus München in Richtung Dortmund, ein anderer mit bis zu 700 Menschen nach Braunschweig. Auch in anderen Städten wie Saalfeld in Thüringen kamen Flüchtlinge an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×