Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.12.2015

16:07 Uhr

Flüchtlingsstrom

Pläne für mögliche Grenzschließung

Die Bundespolizei bereitet offenbar bereits Pläne für die Schließung der deutschen Grenzen vor, sollte der Flüchtlingsstrom nicht abreißen. Aus Österreich sollen dann einem Bericht zufolge nur noch kleine Kontingente einreisen dürfen.

Nur noch kleine Kontingente könnten künftig aus Österreich nach Deutschland einreisen. Das sehen zumindest Notfallpläne der Bundespolizei vor. ap

Flüchtlinge an der deutsch-österreichische Grenzen

Nur noch kleine Kontingente könnten künftig aus Österreich nach Deutschland einreisen. Das sehen zumindest Notfallpläne der Bundespolizei vor.

BerlinAngesichts der hohen Flüchtlingszahl hat die Bundespolizei einem Bericht zufolge konkrete Pläne zur Schließung der deutschen Grenze ausgearbeitet. Der Plan ziele auf das Abweisen von Flüchtlingen an der der österreichischen Grenze ab, wo dann nur noch kleinen Kontingenten die Einreise nach Deutschland gewährt würde, berichtet die „Welt“. Das Blatt berief sich auf Bundestagspolitiker von Union und SPD, denen Bundespolizei-Präsident Dieter Romann die Pläne bereits vorgestellt habe.

Die Sicherung der Grenze solle mit Hilfe von drei Einsatzlinien sichergestellt werden, habe Romann demnach gegenüber den Koalitionsfraktionen dargelegt. Zunächst würden im Falle einer Grenzsicherung die mehr als 60 großen Grenzübergänge sowie die Brücken über Salzach und Inn gesperrt werden.

Flüchtlinge in Europa: EU will Grenzschutz selbst in die Hand nehmen

Flüchtlinge in Europa

EU will Grenzschutz selbst in die Hand nehmen

Der Flüchtlingsstrom in die EU über Griechenland hat nach Frontex-Angaben drastisch abgenommen. Zahlen aus Deutschland weisen in eine andere Richtung. Die EU will die Kompetenzen für den Schutz von Außengrenzen bündeln.

Dort könnten den Schilderungen zufolge im Notfall auch Wasserwerfer zum Einsatz kommen, heißt es nach Informationen der „Welt“. Im Hinterland würden Polizisten vor allem damit beschäftigt sein, Menschen aufzugreifen, die an den Kontrollen vorbei über die grüne Grenze in die Bundesrepublik kommen. In einer dritten Linie könnten Flüchtlinge aus bayerischen Aufnahmezentren mit Hubschraubern direkt zurück an die Grenze gebracht werden.

Die Bundespolizei habe aber betont, dass solche Maßnahmen nicht von Dauer sein könnten, berichtet das Blatt weiter. Selbst mit der Unterstützung von Bereitschaftspolizeien könnte ein solches robustes Vorgehen nur für drei bis sieben Tage umgesetzt werden.

Rechtliche Basis für das Zurückweisen an der Grenze wäre das Asylverfahrensgesetz. Dieses sieht vor, dass Flüchtlinge, die aus einem sicheren Drittstaat kommen, zurückgewiesen werden können. Laut dem Dublin-Abkommen ist derjenige Staat der Europäischen Union (EU) für die Durchführung eines Asylverfahrens zuständig, in dem der Flüchtling den EU-Raum betritt.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×