Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.04.2015

07:19 Uhr

Flüge durch den Schengen-Raum

Regierung erwägt Ausweispflicht

Wer im Schengen-Raum der EU fliegt, muss keinen Ausweis vorzeigen – für Innenminister de Maizière ein „riesiges Sicherheitsproblem“. Beim Germanwings-Absturz sei zunächst gar nicht klar gewesen, wer in der Maschine saß.

Germanwings-Absturz

Lufthansa-Chef: „Nichts ist mehr wie vor dem 24. März“

Germanwings-Absturz: Lufthansa-Chef: „Nichts ist mehr wie vor dem 24. März“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinAls Konsequenz aus der Flugzeugkatastrophe in Frankreich will Bundesinnenminister Thomas de Maizière einem Bericht zufolge eine Ausweispflicht auf allen Flügen im Schengen-Raum prüfen. Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine habe man bei den Passagieren und Besatzungsmitgliedern überprüft, ob sie den Behörden als sogenannte Gefährder bekannt gewesen seien, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung laut Vorabmeldung vom Donnerstag. „Wir mussten aber feststellen, dass zunächst gar nicht klar war, wer überhaupt in dem Flugzeug saß.“

Grund sei der Wegfall der Grenzkontrollen nach dem Schengener Abkommen, mit dem die Identität der Fluggäste nicht systematisch kontrolliert werde, wurde de Maiziere zitiert. „Wenn ein Passagier sein Ticket an jemand anderen abtritt, wird nur der Name des ersten Passagiers erfasst. Das ist ein riesiges Sicherheitsproblem, und wir müssen ernsthaft überlegen, ob das in Zukunft wirklich noch so bleiben kann.“

Airlines nach dem Germanwings-Absturz: Mission Vertrauen

Airlines nach dem Germanwings-Absturz

Premium Mission Vertrauen

Das tragische Ende von 4U 9525 befeuert die Debatte um die Sicherheit über den Wolken. Von der Lufthansa und anderen Airlines werden neue Strategien erwartet. Die Piloten warnen vor einem Generalverdacht.

Beim Absturz des Airbus A320 in den französischen Alpen kamen in der vergangenen Woche 150 Menschen ums Leben. Den Ermittlungen zufolge sperrte der Co-Pilot den Flugkapitän aus dem Cockpit aus und führte die Katastrophe bewusst herbei. Das Motiv ist unklar. Der 27-Jährige soll vor Jahren an Depressionen gelitten haben. Die Namen von Besatzungsmitgliedern und Passagieren wurden de Maizière zufolge nach dem Absturz überprüft, weil die Behörden „wissen wollten, ob es sich um einen Terroranschlag handelt“.

Als Konsequenz aus dem Absturz prüfen „Bild“ zufolge deutsche und französische Experten auch, ob der Mechanismus zum Schutz der Cockpittür geändert werden soll. Bisher ist es möglich, die Tür von innen komplett zu verriegeln, so dass ein Eindringen auch für Crewmitglieder unmöglich ist. Dieser Mechanismus wurde wegen der Anschläge vom 11. September 2001 eingeführt. Damals stürmten Terroristen in die Cockpits und übernahmen die Kontrolle über die Flugzeuge.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Horst Meiller

02.04.2015, 07:57 Uhr

"Das ist ein riesiges Sicherheitsproblem"
Da kommt er ja auch "bald" drauf! ): Aber man hat ja von Seiten der Politik auch alles getan, um möglichst viele potentielle Gefährder als "Flüchtlinge" oder "Asylsuchende" ins Land zu holen. Außerdem sollte man mal sämtliches Fliegendes Personal auf mögliche depressive Neigungen überprüfen! Wer weiß, wer der Nächste ist...!?

Herr Markus Bullowski

02.04.2015, 07:57 Uhr

Schengenraum auflösen und wieder Grenzkontrollen einführen wäre das beste. Die offenen Grenzen bringen uns nur haufenweise illegale Einwanderung und helfen kriminellen Banden in Grenzregionen. Dann löst sich das Problem bei den Fliegern gleich mit.

Herr Wolfgang Wüst

02.04.2015, 08:25 Uhr

Der Herr Innenminister befindet sich im politischen Post-Crash-Modus. Das heißt, immer wenn was passiert ist, was er (und seine nachgeordneten Behörden) nicht verhindern konnte, gibt es gesetzgeberischen Aktionismus.

Das nicht wenige dieser Schnellschüsse nach hinten losgehen (können), haben die dummen Zutrittsregeln zum Cockpit eindrucksvoll bewiesen. Wenn dort nur ein Mensch tätig ist, das eine Verriegelung von innen nicht möglich sein. Das widerspricht jeder Unfallverhütungsvorschrift, die ich kenne. z.B. TRBS 3121.

Es ist doch jederzeit möglich, dass der allein operierende Mensch aus gesundheitlichen Gründen ausfällt. Kleiner Stups an den Schalter, schon ist die Hilfe ausgeschlossen und das Drama perfekt.

Und jetzt sollen sich alle ausweisen? Von mir aus! - Aber wo soll das alles enden? Von einer Totalüberwachung sind wir nur noch einen Augenschlag entfernt. Mir gibt das kein Gefühl der Sicherheit.

Beispiel: Wie wäre es, wenn alle Mitarbeiter in chemischen Betrieben oder alle Fahrer von Gefahrstofftransportern alle drei Jahre zum Psychotest müßten? Ein Super-Programm für Psychiater, die aber jetzt schon total ausgebucht sind. Ich halte jede Wette, dass unsere Welt damit keinen Deut sicherer wird.

Es wäre besser, endlich diese Gesellschaft auf Rest-Risiken neutral und offen hinzuweisen. Und diese Rest-Risiken endlich mal sachgerecht zu bewerten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×