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03.01.2010

10:49 Uhr

Flugsicherheit

Schavan kündigt neuartige Körperscanner an

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat eine rasche Einführung sogenannter Nacktscanner auf deutschen Flughäfen angekündigt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir im Sommer Forschungsergebnisse für eine ganz neue Generation von Körperscannern vorstellen können“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild am Sonntag“.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan. ap

Bundesforschungsministerin Annette Schavan.

HB BERLIN. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sprach sich für die Einführung der Geräte aus und kritisierte Sicherheitsmängel an Flughäfen. „Wir haben seit Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass es Mängel bei den Sicherheitskontrollen an unseren Flughäfen gibt“, sagte Freiberg der „Berliner Morgenpost“. Es habe Tests gegeben, bei denen Polizisten versucht hätten, mit ihren Waffen durch die Sicherheitsschleusen zu kommen. „Leider gab es teilweise eine Erfolgsbilanz von 30 Prozent zulasten der Sicherheit“, erklärte der Gewerkschaftschef.

Als Gründe für die Mängel nannte er veraltete Technik sowie die mangelnde Attraktivität des Berufs. „Teilweise verdienen die Mitarbeiter gerade einmal 7,50 Euro pro Stunde, melden sich deswegen krank oder haben einen Nebenjob. Das sind Zustände, die bei einem so wichtigen Punkt wie der Sicherheit im Flugzeugwesen nicht hinnehmbar sind“, sagte er.

Der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Wolfgang Bosbach, sprach sich für eine „dringend notwendige Versachlichung der Diskussion“ über Nacktscanner aus. Niemand wolle Geräte, die die Menschenrechte verletzten, wird er in der „Berliner Morgenpost“ zitiert. „Die neue Form der Geräte zeigt nicht den Körper des einzelnen Passagiers, sondern ein Piktogramm. Und nur im Falle eines Treffers wird dann die Körperstelle angezeigt, an der sich beispielsweise ein in der Achselhöhle verstecktes Keramikmesser befindet.“

Die neue Technologie könne ohne den Einsatz von Strahlen am Körper verborgene Gegenstände erkennen. Zudem würde das lästige Abtasten per Hand durch das Sicherheitspersonal wegfallen. „Wer beispielsweise einen Herzschrittmacher trägt und viel fliegt, würde es zu schätzen wissen, wenn diese Prozedur wegfallen würde. Ich habe im Zusammenhang mit dieser Debatte noch nirgendwo gelesen, dass das Berührtwerden durch fremde Menschen die Menschenrechte verletzt.“

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, wies indes auf massive Nachteile auch bei der neuesten Technologie hin. „Die Möglichkeiten, mit dem Körperscanner mehr Sicherheit zu schaffen, sind sehr reduziert“, sagte er NDR-Info. Es sei „trotzdem möglich, Waffen oder andere Sprengstoffe in das Flugzeug reinzubringen – auch mit diesem Scanner“. Zum anderen werde „ganz massiv in die Persönlichkeitsrechte eingegriffen, und das halte ich für sehr, sehr fragwürdig und problematisch.“

Kommentare (2)

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W. Fischer

03.01.2010, 15:11 Uhr

Sehr geehrte Frau Ministerin Schavan, sie haben sich nach meinem Kenntnisstand um die Flugsicherung bis jetzt nicht gekümmert, warum jetzt?
ihr Kollege Wolfgang bosbach, rät zur Versachlichung der Diskussion um die Nacktscanner, nur keiner denkt an die Fluggäste, die sich dieser Prozedur unter ziehen müssen, niemand von Seiten der Politik denkt daran dass wieder ein Stück der Menschenwürde auf der Strecke bleibt, aber Hauptsache sie gefallen den US-behörden. Was für eine traurige Politiker-Kaste. Niemand von diesen Damen und Herren macht sich Gedanken über diesen Vorfall, wie konnte er überhaupt geschehen? Dieser Vorfall ist so durchsichtig, ohne Hilfe von außen wäre er nicht möglich gewesen. Unsere Politiker müßen in den USA vorstellig werden, und die Aufklärung dieses Vorfalles zu Vordern, bevor sie über die Einführung von Nacktscanner nachdenken. Wäre dieser Vorfall mit Nacktscannern auch passiert?
ich möchte meinen Vorschlag nochmals wiederholen, wer fliegen will, darf dies nur noch im Adams und Eva – Kostüm machen, so sparen wir die teureren Personalkosten, und die Anschaffung der Nacktscanner. Dies ist mein beitrag zum Sparen.

Mfg.

H. D. Dambacher

04.01.2010, 14:24 Uhr

First of all: Happy New Year and Happy Hunting to the US detectives who surely will also scan this note - as they already do with our fingerprints, bank dealings, and communications in general.
Die ganze Verlogenheit der polit. Argumentation zur sogenannten Sicherheit wird von dem unsäglichen Herrn bosbach demonstriert: er hat noch keine beschwerde über die entwürdigenden Leibesvisitationen unbescholtener bürger gehört, ach ja? ich habe es aufgegeben, den Herren der "Security" ( die fürsorglich für das männl. Scan-Vieh eingeteilt sind ) meinen Widerstand und meine Abscheu zu zeigen. Es führt nur zu harscherer behandlung und Kopfschütteln der brav im Laufställchen aufgereihten "mündigen" bürger. Hat etwa ein Nazi beschwerden der Juden während der Progrome entgegen genommen? Da auch Herr bosbach und seine machtgebräunten Polit-Kollegen wohl kaum mit dem Grundgesetz unter dem Arm unterwegs sind, diese Fußnote (damit man leichter darauf herumtrampeln kann) aus dem derzeit wenigstens noch rudimentär gültigen Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar! Ansonsten wünsche auch ich fürs Neue Jahr unseren bRD Machthabern ein frühliches Vegetieren im After der US-Regierung. Jesus Christ Obamas Heiligsprechung steht nichts mehr im Wege, nachdem er die einmalige Chance genutzt hat, zur Friedensnobelpreisverleihung in einem global-medialen Plädoyer die US-amerikanischen Öl-Eroberungskriege und Kreuzzüge zur Demütigung Andersgläubiger zu rechtfertigen. Die Mogelpackung Obama ist wohl der cleverste Werbecoup seit dem Sarotti-Moor. Nur weiter so, und bald wird jeder von uns in unserer bigotten "Wertegemeinschaft" seinen persönlichen Attentäter zur Verfügung haben. Ganz und gar nicht hochachtungsvoll - H. D. Dambacher

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