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19.11.2014

19:37 Uhr

Flugsicherung

Bund muss mit Finanzspritze aushelfen

ExklusivDie Deutsche Flugsicherung (DFS) muss von der Bundesregierung gestützt werden. Die „angespannte Situation“ könne man kurzfristig nicht aus eigener Kraft lösen. Es geht um eine halbe Milliarde Euro.

Fluglotsen im Dienst: Um den Betrieb zu sichern, muss der Bund eingreifen. dpa

Fluglotsen im Dienst: Um den Betrieb zu sichern, muss der Bund eingreifen.

BerlinMit einer Finanzspritze von einer halben Milliarde Euro muss der Bund bei der Deutschen Flugsicherung aushelfen. Die DFS befinde sich in einer „angespannten Situation“, heißt es in einem Vermerk des Bundesverkehrsministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestags, der dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Zum Jahresende 2013 habe die DFS ein negatives Eigenkapital von 705 Millionen Euro ausgewiesen. Das Unternehmen könne seine Probleme „kurzfristig nicht aus eigener Kraft lösen“, heißt es weiter. Daher werde der Bund das Eigenkapital der privatisierten, aber zu 100 Prozent in Bundeseigentum befindlichen Gesellschaft entsprechend verteilt über die kommenden fünf Jahre aufstocken.

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Mit dem Schritt will die Bundesregierung auch die Fluggesellschaften vor übermäßig steigenden Gebühren verschonen. „Wir hätten ansonsten die Gebühren um 300 Millionen Euro erhöhen müssen und so den deutschen Luftverkehrsstandort geschwächt“, erklärte der Haushaltsexperte Eckhardt Rehberg (CDU), dem Handelsblatt. Allein die Lufthansa hätte rund 100 Millionen Euro tragen müssen.

Grund für die Schieflage der Flugsicherung sind neben hohen Tarifabschlüssen in der Vergangenheit auch die Pensionslasten. Bei anderen Privatisierungen wie bei der Post und der Telekom hat der Bund die Lasten übernommen, nicht so bei der DFS. Sie machen auch angesichts der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten inzwischen mit 320 Millionen Euro derzeit ein Viertel der Gesamtkosten aus. „Das macht die Vorsorge für diese Pensionslasten natürlich nicht einfacher“, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle dem Handelsblatt.

Von

dhs

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

20.11.2014, 11:56 Uhr

Es ist mathematisch unmöglich, dass mit 0,2% Beitragszahlung in eine Pensionskasse ca. 70 % der letzten Arbeitjahre als Pension zur Verfügung stehen können, wenn demgegenüber mit 18,9% Rentenbeiträge ca. 50% aus der Lebensarbeitszeit als Rente möglich ist.
Nun gehen Parlamente und Regierungen mit dem gleichen unmöglichem Beispiel zum eigenen Nutzen unverändert stur voran. So ist das Ganze nichts weiter als unveränderter Betrug am Normalverdiener - auch als spätere Alterarmut bekannt.

Herr Hermann Veith

21.11.2014, 07:24 Uhr

Die DFS ist eine unverzichtbare Institution - als fluglärmgeplagter Bürger aus dem Darmstädter Norden istmir das sehr bewußt. Aber wie kurz gedacht wurde dort denn bzgl. denn bzgl. der Daseinsvorsorge für die penssionierten Mitarbeiter ? Jetz müssen auch in diesem Bereich wieder mal die Steuerzahler - also alle Bürger - die Luftverkehrswirtschaft subventionieren. Wären nicht auch geringere Gewinnsteigerungsraten seitens der Fluggesellschaften verkraftbar ?

Herr Eugen Schmidt

25.11.2014, 16:46 Uhr

"Sie machen auch angesichts der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten inzwischen mit 320 Millionen Euro derzeit ein Viertel der Gesamtkosten aus."

Dann will ich auch meine Vermögensverluste beim Bankguthaben oder bei der Lebensversicherung vom Staat ausgeglichen bekommen. Ich verstehe nicht dass die Leute nicht längst auf der Straße sind. Das ist Betrug. Die berühmte Schwarze Null wird aus den Verlusten der privaten Haushalte und ihrer privaten Altersicherung finanziert. Bei Beamten: keine Spur, weiterhin 75 % vom letzten Einkommen. Hoffentlich greift die Afd das Thema bald mal auf. Wenn die nicht, wer denn sonst?

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