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23.02.2015

14:55 Uhr

Foodwatch

Ende der Schleichwerbung an Schulen gefordert

Die Verbraucherschützer von Foodwatch fordern ein Verbot werblicher Unterrichtsmaterialen an Schulen. Der Deutsche Lehrerverband begrüßte den Vorstoß.

Foodwatch kritisiert werbliche Unterrichtsmaterialien über Ernährung an Schulen. dpa

Schulessen in einem Gymnasium in Potsdam

Foodwatch kritisiert werbliche Unterrichtsmaterialien über Ernährung an Schulen.

BerlinDie Verbraucherorganisation Foodwatch fordert eine kostenlose Abgabe von staatlich finanzierten Unterrichtsmaterialien über Ernährungsbildung an Lehrer und Schulen. Zwar gebe es zum Thema Ernährung über alle Klassenstufen hinweg hervorragendes, unabhängig erstelltes Material, beispielsweise von dem von der Bundesregierung finanzierten „aid Infodienst“, erklärte die Organisation am Montag in Berlin.

Dieses könnten Lehrer jedoch in der Regel nur gegen Gebühr bestellen – Lebensmittelhersteller und Wirtschaftsverbände gäben hingegen ihre oft stark werblichen oder interessengeleiteten Broschüren kostenfrei ab. Durch die kostenlosen Unterlagen würden aber schon kleine Kinder in den Schulen direkten oder subtilen Werbe- und Lobbyeinflüssen ausgesetzt.

„Gerade in der Ernährungsbildung müssen sich Lehrer ihre Unterrichtsmaterialien oft selbst organisieren und nötigenfalls aus eigener Tasche bezahlen“, kritisierte der Foodwatch-Experte für Lebensmittelmarketing, Oliver Huizinga.

Es sei „eine obskure Situation, wenn Lehrer die kostenlosen, mal fachlich durchaus guten, mal höchst zweifelhaften, in jedem Falle aber werblichen Angebote von Unternehmen dem fachlich ausgewogenen und vom Steuerzahler bereits finanzierten Material staatlicher Einrichtungen vorziehen“.

Foodwatch forderte die Kultusminister der Länder auf, werbliche beziehungsweise von Lebensmittelunternehmen und -verbänden gesponserte Materialien an ihren Schulen zu verbieten. Bund und Länder müssten zudem eine Lösung dafür finden, dass die staatlich finanzierten Materialien kostenfrei abgegeben werden.

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