Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.01.2014

06:48 Uhr

Forderung des Bundeswehrverbands

Kampfdrohnen sollen Soldaten im Einsatz schützen

Der Bundeswehrverband fordert den Kauf von Kampfdrohnen zum Schutz der eigenen Soldaten. Der Koalitionsvertrag schließt eine Anschaffung nicht aus, Verteidigungsministerin von der Leyen hält sich allerdings noch bedeckt.

Die US-Amerikaner vertrauten bei ihren Einsätzen im Irak auf Drohnen vom Typ MQ-9A Reaper. dpa

Die US-Amerikaner vertrauten bei ihren Einsätzen im Irak auf Drohnen vom Typ MQ-9A Reaper.

BerlinDer Bundeswehrverband hat sich für eine Anschaffung von Kampfdrohnen zum Schutz der eigenen Soldaten ausgesprochen. „Das ist eine Fähigkeit, die auch wir gebrauchen können“, sagte Verbandschef André Wüstner der Nachrichtenagentur dpa. „Wenn Soldatinnen und Soldaten in den Einsatz geschickt werden, dann muss ihnen auch das Optimum an Ausrüstung zur Verfügung gestellt werden.“ Ähnlich äußerte sich der Kommandeur der deutschen Afghanistan-Truppe: „Ich halte das unverändert für ein Mittel, das bestmöglich den Schutz unserer Soldaten gewährleistet“, sagte Generalmajor Jörg Vollmer.

Kampfdrohnen könnten 24 Stunden ununterbrochen ein bestimmtes Gebiet beobachten und bei Gefahr wohl abgewogen Waffen einsetzen. Auch der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus forderte, die Schutzfunktion von unbemannten Kampfflugzeugen in der Debatte stärker zu berücksichtigen. „Es geht darum, bei einer Gefahr für die eigenen Soldaten oder Verbündete nicht nur zusehen zu müssen, sondern auch eingreifen zu können“, sagte er. „Wir dürfen die Soldaten nicht schutzlos lassen.“ Die ethischen Fragen dürften in der Debatte allerdings auch nicht zu kurz kommen, so Königshaus. „Alles, was die Bundeswehr bekommt und einsetzt, braucht letztlich die moralische Unterstützung auch der Bevölkerung.“

Die Bundeswehr verfügt derzeit nur über Aufklärungsdrohnen. Die größten sind unbemannte Flieger vom Typ „Heron 1“ aus israelischer Produktion, die für den Afghanistan-Einsatz angemietet wurden. Der aktuelle Mietvertrag läuft noch bis Oktober 2014, soll aber noch um ein halbes Jahr verlängert werden. Für die Zeit danach gibt es noch keine Entscheidung.

Die Anschaffung von Kampfdrohnen hatten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag zwar nicht ausgeschlossen. SPD-Verhandlungsführer Frank-Walter Steinmeier hatte aber – noch bevor er Außenminister wurde – klargemacht, dass er nicht von einer Entscheidung in dieser Legislaturperiode ausgeht. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Soldaten versichert, dass sie alles für ihren Schutz tun und keine Kosten scheuen werde. Zu Kampfdrohnen hat sie sich bisher aber nicht geäußert.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

günther schemutat

02.01.2014, 11:36 Uhr

Es ist unglaublich , wo Amerika ein riesiges Pentagon braucht um seine Soldaten zu führen, will Ursula v d Leyen unsere Soldaten von der eigenen Küche aus führen. Aus dieser Erfahrung wird sie vermutlich statt Kampfdrohnen der BW Schnellkochtöpfe verorden die über Talibangebiet abgeworfen werden. Damit werden sich die Taliban beim kochen selber in die Luft sprengen können. Alles kann so unkopliziert sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×