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26.08.2012

13:53 Uhr

Forderung nach Radikalumbau

Grüne lehnen Familiensplitting als unsozial ab

ExklusivDie Grünen lehnen das von der Union angedachte Familiensplitting ab. „Es honoriert weiterhin die Nichterwerbstätigkeit eines Partners und verschärft zudem die soziale Schieflage des Ehegattensplittings“, heißt es.

Die Grünen lehnen das Familiensplitting ab und favorisieren dagegen einen radikalen Umbau. dapd

Die Grünen lehnen das Familiensplitting ab und favorisieren dagegen einen radikalen Umbau.

BerlinDie Grünen lehnen das von der Union angedachte Familiensplitting ab. „Es honoriert weiterhin die Nichterwerbstätigkeit eines Partners und verschärft zudem die soziale Schieflage des Ehegattensplittings“, schreiben die Vize-Fraktionsvorsitzenden Kerstin Andreae und Ekin Deligöz in einem Papier, das dem Handelsblatt vorliegt. Zuletzt hatten sich diverse CDU-Politiker — bis hin zu Fraktionschef Volker Kauder — für ein Familiensplitting ausgesprochen.

Dabei schwebt der CDU ein Modell vor, bei dem das Gesamteinkommen einer Familie nicht nur durch zwei geteilt wird, sondern etwa bei zwei Eltern und zwei Kindern durch drei – denn jedes Kind soll quasi als halber Erwachsener zählen. Der Splittingvorteil für Kinderlose würde parallel erhalten bleiben.

Das jedoch würde „die bestehende Ungerechtigkeit weiter verschärfen“, weil vor allem Bessergestellte profitieren würden, argumentieren Andreae und Deligöz. „Dem Großteil der Kinder beziehungsweise der Familien wäre kein bisschen geholfen.“ Zudem wäre das Familiensplitting deutlich teuer als das Ehegattensplitting, das nach Angaben des Bundesfinanzministeriums das Steueraufkommen jährlich um rund 20 Milliarden Euro mindert.

Die Grünen favorisieren dagegen einen radikalen Umbau: Sie würden das Ehegattensplitting zwar mit Rücksicht auf die Verfassung nicht völlig abschaffen, aber auf die Übertragung des Grundfreibetrages beschränken. Danach könnte in einer Alleinverdiener-Ehe derjenige, der nicht arbeitet, sein steuerliches Existenzminimum von derzeit 8004 Euro pro Jahr auf den anderen übertragen. Damit würde der Steuervorteil bei Besserverdienenden weit niedriger ausfallen: Statt heute bis zu gut 15 000 Euro wären es “nur“ knapp 4000 Euro. Für langjährige Ehen wollen die Grünen eine Übergangslösung.

Generell werfen Andreae und Deligöz der Union Konzeptionslosigkeit vor: Einerseits fördere sie massiv die Allein- und Hauptverdiener-Ehe und stelle so höhe Hürden für die Rückkehr von Frauen in den Job auf, andererseits zwinge das neue Unterhaltsrecht Frauen zur eigenen Absicherung.

Von

bag

Kommentare (8)

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hh4385267

26.08.2012, 14:24 Uhr

Die Ehe ist Privatsache. Weg mit allen eingriffen des Staates. Gefördert werden sollten Kinder von der Krippe bis zum Studium.
Hermann H.

Account gelöscht!

26.08.2012, 14:59 Uhr

„Es honoriert weiterhin die Nichterwerbstätigkeit eines Partners"
Das ist nun wirklich ein Skandal, wenn eine Mutter sich zu einem Hausfrauendasein entschließt. Die armen Kinder, ihnen wird eine Kinderbewahranstalt vorenthalten, wo sie gleich für die Zukunft lernen können, sich in einer Masse konform und angepaßt politkorrekt zu verhalten. Das muß wahrlich verhindert werden. Mütter müssen zur Arbeitsaufnahme gezwungen werden. Woran erinnert mich das nur?

Account gelöscht!

26.08.2012, 15:45 Uhr

Ob ein Ehepartner arbeiten geht oder nicht, geht diese sozialistischen Grünen nichts an.
Allerdings sollte eine Ehe nicht vom Steuerzahler subventioniert werden.
Es sollte endlich ein Familiensplitting geben, dann wäre auch der Unsinn des Splittings für Homo-Paare vom Tisch.
So allmählich wird unser Land mehr als lächerlich

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