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22.06.2013

09:05 Uhr

Forderung nach schneller Lösung

Hitze-Probleme der Bahn alarmieren Politik

VonDietmar Neuerer

ExklusivDass Züge der Deutschen Bahn immer noch nicht mit Temperaturen von über 35 Grad klar kommen, sorgt für Ärger im politischen Berlin. Verkehrspolitiker fordern nun, dass die Mängel zügig abgestellt werden.

Wie ein Damoklesschwert hängt die Sonne über einem Intercity-Zug. dpa

Wie ein Damoklesschwert hängt die Sonne über einem Intercity-Zug.

BerlinAngesichts der jüngsten Klimaanlagen-Probleme in Zügen der Deutschen Bahn fordern Politiker von SPD und Grünen Konsequenzen. Es gebe bei der Deutschen Bahn noch viel zu tun. „Die Wartung der Züge muss dringend verbessert werden“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter, Handelsblatt Online. „Zuverlässigkeit sollte von der Konzernspitze endlich als entscheidende Großbaustelle identifiziert werden.“

Der SPD-Schattenminister für Wohnen und Verkehr, Florian Pronold, sieht zwar die Hauptverantwortung für Probleme bei der Bahn. Allerdings äußerte er auch harsche Kritik an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). „Als der Bahn-Börsengang noch geplant war, wurden kostengünstigere Züge bestellt, die keine ausreichende Klimaanlage aufweisen“, sagte Pronold Handelsblatt Online.

Ramsauer hatte seinerzeit getönt, dass er das Problem lösen wolle. „Wie immer ist aus den Ankündigungen bei Herrn Ramsauer nichts geworden“, fügte der SPD-Fraktionsvize hinzu. „Er hat Runde Tische einberufen und Versprechungen gemacht, rausgekommen ist nur heiße Luft.“

So viel kosten die Tickets bei der Bahn

Letzter Preisanstieg im Dezember

Seit dem 9. Dezember 2012 ist Zugfahren teurer - im Durchschnitt stiegen die Preise um 2,8 Prozent. Je nach Strecke fiel die Erhöhung unterschiedlich stark aus.

ICE Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Fernverkehr mit ICE, ohne Ermäßigungen, zweite Klasse:

Frankfurt/Main-Mannheim: bisher 27 Euro, jetzt 28 Euro (+ 3,7 Prozent)

ICE Preisbeispiel II

Stuttgart-München: bisher 54 Euro, jetzt 55 Euro (+ 1,9 Prozent)

ICE Preisbeispiel III

Hamburg-München oder Berlin-Freiburg: bisher 135 Euro, jetzt 139 Euro (+ 3,0 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Regionalverkehr:

Schweinfurt-Haßfurt (24 Kilometer): bisher 5,50 Euro, jetzt 5,70 Euro (+ 3,6 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel II

Heilbronn-Stuttgart (53 Kilometer): bisher 11,10 Euro, jetzt 11,40 Euro (+ 2,7 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel III

Stuttgart-Ulm (94 Kilometer): bisher 18,10 Euro, jetzt 18,60 Euro (+ 2,8 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel IV

Hildesheim-Magdeburg (127 Kilometer): bisher 23,30 Euro, jetzt 24,00 Euro (+ 3,0 Prozent)

Am Dienstag hatte die Bahn nach eigenen Angaben mehrere Züge wegen überlasteter Klimaanlagen aus dem Verkehr gezogen. Insgesamt seien sechs ICE und EC-Züge ausgefallen, sagte ein Bahnsprecher. „Wir können aber nicht von größeren Problemen sprechen, da wir jeden Tag rund 1400 Züge im Fernverkehr einsetzen.“

Betroffen waren laut Bahn die Strecken Oberstdorf-Hannover, Stuttgart-Hamburg, Bratislava-Binz und Villach-Hamburg, München-Berlin und Graz-Saarbrücken. Die Fahrgäste mussten in andere Züge umsteigen. Wegen der hohen Temperaturen könnte es auch in den kommenden Tagen zu vereinzelten Ausfällen von Klimaanlagen kommen, sagte der Bahnsprecher.

Inzwischen kündigte die Bahn an, keine konkreten Zahlen mehr dazu nennen zu wollen, wie viele Züge sie wegen überlasteter Klimaanlagen stoppen muss. Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg machte am Donnerstag deutlich, dass er die Angabe für irreführend halte. Die betroffenen Anlagen seien weder defekt noch fielen die Züge dauerhaft aus. In der Regel könnten die Züge noch am selben Tag wieder in Betrieb gehen, sagte Homburg.

Manche Anlagen in Intercity-Zügen seien 40 Jahre alt, Überlastungen seien da nicht auszuschließen. „Wir haben keine echte Häufung“, sagte Homburg auf die Frage nach der Zahl der am Donnerstag und Mittwoch jeweils betroffenen Züge. „Wir reden über Zahlen kleiner zehn - bei über 1300 Fernzügen am Tag.“

Kommentare (18)

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Kastell

22.06.2013, 09:21 Uhr

Wenn ich mit der Bahn fahre, nehme ich mir immer einen Pullover mit, damit ich nicht friere. Die Klimaanlagen sind generell zu kalt eingestellt. Man überlastet auch die Klimaanlage und schadet der Gesundheit wenn die Temperaturdifferenz >8° ist. Dennoch ist der Maßstab 18° Auch wenn draußen 35° herrschen, wie dumm ist das eigentlich. Kein Wunder, dass die Klimaanlagen in den neueren Zügen versagen.

Account gelöscht!

22.06.2013, 09:56 Uhr

„Als der Bahn-Börsengang noch geplant war, wurden kostengünstigere Züge bestellt, die keine ausreichende Klimaanlage aufweisen“

Privatisierung zum Wohle der Aktionäre. Alles wird auf Verschleiß betrieben. Leidtragende sind Kunden, Mitarbeiter und Zulieferer. Alles für das schnelle Geld der Eigner.

Irgendwie kommt einem die Methode bekannt vor!

ConservativeHorizon

22.06.2013, 10:07 Uhr

1. Aufspaltung der Bahn (Nord-süd oder Ost-West- Süd) um Konkurrenz zu schaffen
2. Neubau des kompletten Fernverkehrsnetzes (Japanisches Beispiel nur Schnellzüge keine Regionalzüge/Güter auf der Strecke [Frankreich/Japan Vorbild])
3. Neues Wagenmaterial für neues Fernverkehrsnetz
4. Protest gegen das neue Netz abwehren (Allgemeinwohl)
Das wird Früher oder später eh auf uns zukommen denn Autofahren wird zu teuer und LKWs werden unrentabel. Wenn man sich mal die studien zum Transrapid anschaut dann würde sich es anbieten diese Technologie einzusetzen (wie die Japaner Tokyo-Osaka)

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