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21.08.2013

18:00 Uhr

Forsa-Chef Güllner

„Bei der AfD ist vieles möglich“

VonDietmar Neuerer

Bisher hat die Euro-Krise im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt. Doch nun hat Schäuble mit seinem Griechen-Vorstoß eine neue Debatte ausgelöst. Die SPD nimmt die Steilvorlage dankbar an. Doch profitieren dürften andere.

Wahlplakat der Partei Alternative für Deutschland (AfD): Die neue Griechen-Debatte könnte für Auftrieb sorgen. dpa

Wahlplakat der Partei Alternative für Deutschland (AfD): Die neue Griechen-Debatte könnte für Auftrieb sorgen.

BerlinVerplappert oder platziert? So oder so hat Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit seiner Griechenland-Ansage dafür gesorgt, dass die Euro-Krise im Wahlkampf nun breit diskutiert wird. SPD, Grüne und Linke wollen noch vor der Wahl  alle Zahlen und Details des von Schäuble ins Gespräch gebrachten dritten Hilfspakets wissen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ das Volumen jedoch offen: „Welche Summen gegebenenfalls notwendig sind, kann ich heute nicht sagen. Das können wir erst Mitte des nächsten Jahres sagen“, sagte sie. Ist damit die Debatte beendet? Weit gefehlt, sie geht gerade erst richtig los. Die Wahlkämpfer der inner- wie außerparlamentarischen Opposition erhoffen sich, dadurch ihre Wahlchancen zu verbessern. Doch die SPD wird mit dem Griechenland-Thema kaum punkten können,  meint zumindest der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner.

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

„Die SPD greift nach jedem Strohhalm und muss zugleich aber staatstragend sein“, sagte Güllner der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Das hat bisher nicht funktioniert und wird es auch jetzt nicht.“  Die Begründung, die Güllner nennt, klingt plausibel. Das Dilemma der SPD sei, dass sie zwar immer protestiert und kritisiert, aber gerade in den Krisenfragen die Entscheidungen der Regierung mitgetragen habe. „Und in der Krise wird eben die Regierung als der Garant der Sicherheit wahrgenommen, der die Menschen abschirmt“, betonte er.

Güllner ist daher überzeugt, dass sich SPD und Grüne eher behindern, wenn sie die Krise nun zum Thema machen. Zudem unterschätzten sie mit ihren persönlichen Angriffen auf Merkel den „unglaublichen Popularitätspanzer“, den die Kanzlerin besitze. „Sie ist einfach beliebt“, sagte der Forsa-Chef.

Kommentare (127)

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Account gelöscht!

21.08.2013, 18:09 Uhr

Ist eine Verschwörungstheorie eine Verschwörungstheorie, wenn jeder weis, dass es keine ist?

Account gelöscht!

21.08.2013, 18:15 Uhr

Es geht doch in erster Linie gar nicht um den Euro..

Die AfD ist - neben der Linken - die einzige Opposition.

Wenn CDUCSUSPDFDPGRÜNE weiter an der Macht sind, dann wird es zu einem Großeuropa kommen.

Diese Europa wird das Gegenteil von dem sein, was sich die Europäer wünschen.

Es wird zentralistisch und volksfern sein, wie es ja heute schon ist, es wird undemokratisch sein und das Recht wird nach gutdünken gebrochen. Es wird Armut für alle geben.

Die Wahl entscheidet darüber ob wir in einer EUdSSR leben werden, oder als freie Menschen in einem Europa der Vaterländer. Vielfalt oder eine Zwangsjacke.

Die EU-Komission in Brüssel saugt Macht an sich wie ein Krake, ohne jede demokratische Legitimation. Und das EU-Parlament ... ist ein Witz.

DEMOKRATIE

FREIHEIT

RECHTSTAAT

DAS will die AfD!

INDECT, Schnöggersburg, EUROGENDFOR, Überwachungsstaat, Einschränkung der Grundrechte .... all das ist bereits entstanden. Was soll daraus werden? Es wird ein Alptraum werden.

am003

21.08.2013, 18:19 Uhr

Die AfD im Bundestag.

Sie wäre notwendig … schon alleine um diesen alternativlosen Dämmerzustand des Landes aufzulösen.

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