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25.03.2011

18:58 Uhr

Forsa-Chef Güllner

„Bis 2013 ist diese Koalition nicht gefährdet“

Nach Atom-Debatte und Protokoll-Affäre rechnen viele mit einer Wahlschlappe für Schwarz-Gelb bei den Landtagswahlen. Für die Koalition im Bund sei dies aber keine Gefahr, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner.

Merkel und Westerwelle sorgen sich um die anstehenden Landtagswahlen. Doch egal wie der Ausgang sein wird, Forsa-Chef Manfred Güllner sieht die Koalition nicht gefährdet. Quelle: dpa

Merkel und Westerwelle sorgen sich um die anstehenden Landtagswahlen. Doch egal wie der Ausgang sein wird, Forsa-Chef Manfred Güllner sieht die Koalition nicht gefährdet.

Berlin Anders als 2005 als die SPD nach einer Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen überraschend Neuwahlen angekündigt habe, befinde sich Schwarz-Gelb in einer viel besseren Situation, sagte Güllner am Freitag in einem Interview von Reuters TV in Berlin. So gebe es für das Bündnis eine klare Mehrheit im Bundestag. Kanzlerin Angela Merkel sei unangefochtene Vorsitzende der CDU. „Ich denke, dass bis 2013 diese Koalition nicht gefährdet ist“, sagte Güllner.

Der Meinungsforscher rechnet bei einer Wahlschlappe für Union und FDP am Sonntag in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gleichwohl mit Diskussionen in beiden Regierungsparteien. Wenn Schwarz-Gelb etwa die Mehrheit in Baden-Württemberg verliere, sei das ein Schock für die Anhänger der Union, da das Bundesland als einziges noch nie von einem SPD-Ministerpräsidenten regiert worden sei. „Das wird sicherlich Diskussionen in der Union auslösen.“

Güllner betonte, Gewinner der aktuellen Diskussion über die Atomkraft seien die Grünen. „Die Grünen profitieren auf allen Ebenen der Politik von der Debatte um die Kernenergie.“ Bei der SPD sei dies weniger stark ausgeprägt, weil sie den Anspruch einer Volkspartei habe und unterschiedliche Wählergruppen unter einen Hut bringen müsse. Die Grünen hingegen verträten als Klientelpartei eine homogene Gruppe. „Die können mit einem einzigen Thema durchaus punkten und auch Wähler mobilisieren“, sagte Güllner. Die Anhänger seien „kosmopolitisch“ und mehr als bei anderen Parteien vor allem an überregionalen Ereignissen interessiert als an lokalen. In einer schwierigen Situation sieht Güllner die FDP. Deren Wähler, die ihr bei der Bundestagswahl mit fast 15 Prozent ihr Vertrauen schenkten, seien zutiefst enttäuscht.

Der Parteienforscher Gero Neugebauer sagte Reuters, die FDP sei nur noch eine „Partei der Enttäuschten“. Sie habe keine Erfolge in der Regierungskoalition aufzuweisen, mit denen sie hausieren gehen könne. Der Negativtrend der Partei habe durch die aktuellen Themen in den vergangenen Tagen einen Schubs bekommen, da die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Aussagen von FDP-Politikern gelitten habe. Neugebauer erwartet bei einer Wahlniederlage ein Wiederaufflammen der Personaldiskussionen in der Partei.

Der Berliner Wissenschaftler sieht auch Merkel in einer brisanten Situation. Diese sei mit ihrer Strategie, „es jedem Recht machen zu wollen und dann doch so etwas wie Führung zu symbolisieren in der Sackgasse gelandet“. Wenn sie es nicht schaffe, in einem Land wie Baden-Württemberg die Mehrheit zu erhalten, sei dies eine Blamage.

Eine Forsa-Umfrage von stern.de und RTL ergab vor wenigen Tagen eine Führung von Rot-Grün. SPD und Grüne kommen auf jeweils 24 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus liegt bei 38 Prozent, die FDP muss mit fünf Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die Linke scheitert der Umfrage zufolge mit vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Allerdings haben Forsa zufolge mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten noch nicht über ihr Votum entschieden.

Von

rtr

Kommentare (2)

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gerhard

25.03.2011, 20:51 Uhr

"Ich denke, dass bis 2013 diese Koalition nicht gefährdet ist.“ heißt es hier.

Ja - wie denn auch . wenn keine Neuwahlen ausgeschrieben werden. Die FDP wird bis zum Schluss auf dem sinkenden Dampfer bleiben, denn sonst könnte sie ja eventuell schon früher "untergehen".

Etwas nach etwas Kaffeesatzvohersage sieht dann folgendes Bild aus:
"Eine Forsa-Umfrage von stern.de und RTL ergab vor wenigen Tagen eine Führung von Rot-Grün. SPD und Grüne kommen auf jeweils 24 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus liegt bei 38 Prozent, die FDP muss mit fünf Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die Linke scheitert der Umfrage zufolge mit vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde."

Hat man da nicht Linke und FDP "verwechselt". Mappus 38% ? Nach diesem Spektakel ein stolzes Ergebnis. Wetten, dass Forsa darauf keine Wetten annimmt?

Account gelöscht!

25.03.2011, 21:32 Uhr

Dies Prognose hätte ich auch abgeben können, sie spricht allerdings nicht gegen Güllner, aber um so mehr für die traurig-abartige Realität in der wir uns politisch befinden, auf fehlerhafter Rechtsstaatlichkeit beruhendes Unrecht, aber nicht das einzige in diesem Land!

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