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16.08.2012

18:05 Uhr

Forsa-Chef im Interview

„Merkel wird für geeigneter gehalten"

VonMichael Inacker

Weder Bürger noch die Wirtschaft trauen der SPD-Troika aus Gabriel, Steinmeier und Steinbrück die Kompetenz zur Lösung der Krise zu, sagt Manfred Güllner. Den potentiellen Kanzlerkandidaten fehlt die Bürgernähe.

Die Kandidatenfrage bei der SPD ist noch immer nicht entschieden. Die größten Sympathien hat Frank-Walter Steinmeier, sagt Forsa-Chef Güllner. AFP

Die Kandidatenfrage bei der SPD ist noch immer nicht entschieden. Die größten Sympathien hat Frank-Walter Steinmeier, sagt Forsa-Chef Güllner.

Handelsblatt: Herr Güllner, welche Rolle spielt die inhaltliche, vor allem die wirtschaftliche Kompetenz bei den drei möglichen Kanzlerkandidaten der SPD - Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier?

Manfred Güllner: Ökonomische Kompetenz besitzt in den Augen der Bundesbürger keiner der drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten. Auch Peer Steinbrück nicht, der als Finanztechnokrat wahrgenommen wird und nicht als jemand - wie früher etwa Karl Schiller -, der wirtschaftliche Krisen meistern könnte. Und in der Euro-Krise wird Merkel als diejenige geschätzt, die größere Unbill von den Menschen in Deutschland fernhält.

Welcher der drei Sozialdemokraten hat aus Sicht der Bevölkerung das stärkste inhaltliche Profil?

Frank-Walter Steinmeier ist zurzeit derjenige, dem die größten Sympathien entgegengebracht werden. Ihm wird auch die größte generelle politische Kompetenz zugetraut. Nur: Für das Kanzleramt wird Merkel wie schon 2009 für geeigneter gehalten.

Manfred Güllner ist Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitut Forsa. dapd

Manfred Güllner ist Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitut Forsa.

Wie stehen die Entscheider zu den drei SPD-Spitzenpolitikern?

Wie die Bürger insgesamt, trauen auch die Entscheider in der Wirtschaft keinem der SPD-Aspiranten irgendwelche ökonomischen Kompetenzen zu.

Wie weit kann ein sozialdemokratischer Politiker sich von seiner eigenen Partei und dem Funktionärsmittelbau entfernen?

Zwischen den Vorstellungen der SPD-Funktionärskader und denen der potenziellen SPD-Wähler ist heute - wie allerdings auch schon oft in der Vergangenheit - eine tiefe Kluft zu registrieren. Um Erfolg zu haben, müssen SPD-Spitzenkandidaten - wie beispielsweise 1998 Gerhard Schröder oder heute Heinz Buschkowsky in Berlin-Neukölln - die Nähe zu den Wählern suchen, auch wenn die SPD-Kader darüber murren.

Kommentare (19)

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16.08.2012, 18:28 Uhr

Das wäre ja noch schöner, wenn Steinbrück, Gabriel und Steinmeier für kompetent gehalten würden. Die Umfrage kommt zum passenden Zeitpunkt: Heute hat der Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht Kerber die Haftungssumme für Deutschland auf über drei Billionen beziffert, wenn Spanien und Italien unter den Rettungsschirm müssen. Nun man müsste bei den dreien `mal nachfragen, was so deren Vorstellung von der Haftungssumme ist´, zumal man sich zu dritt ja den Rang abläuft, wer der größere Schuldenvergemeinschafter ist. Dazu morgen mehr auf www.fortunanetz.de und schon jetzt in den Mittelstandsnachrichten: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/08/46370/

Account gelöscht!

16.08.2012, 18:48 Uhr

Das Witzfigurenkabinett von der SPD.

Vaterlandslose Gesellen, die zusammen mit den Grünen das Vermögen Deutschlands an den faulen und reformunwilligen Club-Med verramschen wollen. Wohlgemerkt auch (oder vor allem) zu Lasten der "kleinen Leute". Denn sie werden den höchsten Preis für diese vaterlandsfeindliche Politik zahlen.

Für 2013 die Freien Wähler im Auge behalten!!!

popper

16.08.2012, 18:54 Uhr

Ich auch, aber ist das Gesumse der Regierung nach 3 Jahren Finanz und Eurokrise besser Nein!! Auf keinen Fall, die ist noch schlechter. Wer also die Wirtschaftskompetenz von Parteien anzweifelt, sollte die ganze Wahrheit beim Namen nennen. Was den Bürgern in Medien und Politik an Falschdarstellungen zugemutet wird, ist hanebüchen. Da wird so getan, als habe Frau Merkel alles im Griff und rette den deutschen Steuerzahler vor den Begehrlichkeiten der "Südländer", die ja wegen ihrer Faulheit und Indolenz auf den Reichtum Deutschlands abgesehen haben. Dass das alles zusammengeschwindelter Schwachsinn ist, wird den Menschen vorenthalten. Stattdessen hetzt man ein ganzes Land auf, um davon abzulenken, dass gerade Deutschland der Hauptverursacher der Krise in Europa ist. Deutschland war es, das sich auf Kosten des europäischen Auslandes bereichert hat. Allerdings sind die Schulden noch nicht bezahlt. Das liegt zum Teil auch daran, dass mehr als die Hälfte der 30 DAX Konzerne im Besitz einer Banklizenz ist. Damit sind diese Konzerne in der Lage ihren Kunden nicht nur Waren und Dienstleistungen dank seit Jahren stagnierender Reallöhne zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, sondern auch eine absatzfördernde, "maßgeschneiderte" Finanzierung in Form von günstigen Krediten oder entsprechenden Leasingverträgen. Als ein Indiz dafür, welches Ausmaß und welche Bedeutung diese Art der kreditfinanzierten Absatzförderung. Da wird also auf der einen Seite erst durch Kreditvergabe Absatzerfolge ermöglicht und gefeiert und auf der anderen Seite die dabei entstehende Verschuldung als exzessiv und als "über die Verhältnisse leben" angeprangert. Diese Wirtschaftskompetenz kann man nur noch als Voodoo-Ökonomie bezeichnen. Man kann alle in einen Sack sperren, Parteien wie Unternehmen, und draufhauen, man trifft immer den Richtigen. Wenn Unternehmen jetzt wieder Krokodilstränen, wegen der abflauenden Kredite für die Betriebsrenten, vergießen, dann ist das tumbe Heuchelei.

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