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30.08.2013

15:06 Uhr

Forsa-Reaktion auf Manipulationsvorwurf

„AfD-Chef Lucke spinnt hochgradig“

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Alternative für Deutschland sieht sich bereits im Bundestag, Demoskopen sehen das anders. Parteichef Lucke traut den Umfragen nicht und vermutet Manipulation. Das lassen die Meinungsforscher nicht auf sich sitzen.

Wahl-Button der AfD: Partei und Wahlforscher streiten über Umfragen. dpa

Wahl-Button der AfD: Partei und Wahlforscher streiten über Umfragen.

BerlinMit scharfen Worten haben die Meinungsforschungsinstitute Forsa und Allensbach auf Äußerungen des Chefs der Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), Bernd Lucke, reagiert, der den Instituten vorgeworfen hatte, seine Partei absichtlich zu benachteiligen. „Der spinnt hochgradig. Wir behandeln die AfD wie jede andere Partei. Was Herr Lucke erzählt, ist absoluter Tinnef, eine typische Verschwörungstheorie. Keiner unserer Mitarbeiter redet mit Herrn Lucke, absoluter Unfug“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner Handelsblatt Online.

Ähnlich äußerte sich die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher. „Wenn Herr Lucke das tatsächlich behauptet, so ist das frei erfunden“, sagte Köcher Handelsblatt Online. „In unseren Rohzahlen war die AfD noch nie annähernd bei fünf Prozent, geschweige denn darüber.“ Im Übrigen hätten alle Institute nur ein Ziel: solide Arbeit zu leisten.

Lucke hatte im Handelsblatt-Interview gesagt: „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen.“ Sie wollten offenbar ihre Hauptauftraggeber, die etablierten Parteien, nicht verärgern. Er habe für seinen Vorwurf „eindeutige Hinweise von Mitarbeitern der Wahlforscher“, sagte Lucke. „In den Rohdaten von Allensbach und Forsa liegen wir deutlich über fünf Prozent.“ Lucke rechnet mit einem sicheren Einzug in den Bundestag.

Forsa-Chef Güllner sagte dazu: „Wir haben die Partei immer um die drei Prozent gesehen.“ Ob sie höher kommen werde, könne er nicht einschätzen. „Es gibt eine Dunkelziffer, deren Höhe wir nicht beziffern können“, sagte Güllner und fügte hinzu: „Es kann also noch Bewegung geben.“

Das ZDF-Politbarometer sieht die AfD bei drei Prozent. Der neue ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap ergab dasselbe Ergebnis.

Kommentare (161)

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Markus

30.08.2013, 15:15 Uhr

So ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht. Das folgende ist ein Artikel aus dem Spiegel 1996. Dort wurden damals Umfragen so hingedreht, dass die Republikaner unter 5% erschienen, obwohl sie weit mehr Zustimmung hatten:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8906543.html

Umfragetuning

30.08.2013, 15:19 Uhr

Als das Handelsblatt es wagte, eine Umfrageergebnis mit 19,2% für die AfD zu veröffentlichten, setzte es Klassenkeile

Bei einer repräsentativen Umfrage des Mafo-Institutes im Frühjahr antworteteten 19,2% der Befragten mit einem "Ja" auf die Frage, ob sie der AfD bei der Bundestagswahl ihre Stimme geben würden.
Prompt folgte auf das Ergebnis ein Methodenstreit, bei dem die (angeblich) unzulässige Fragestellung moniert wurde. Hier die beanstandete Frage:

(Der Wortlaut entstammt dem SZ-Artikel "Wie das Handelsblatt die AfD anschiebt". Zuvor hatte Autor M. König sich den Wortlaut sowohl vom Handelsblatt als auch vom Mafo-Institut bestätigen lassen)

"Die neu gegründete Alternative für Deutschland stößt bei den anderen politischen Kräften auf massive Kritik. Wie stehen Sie zur AfD, würden Sie der Partei bei der Bundestagswahl Ihre Stimme geben?"

19,2% der Befragten antworteten auf diese Frage mit einem "Ja" ... laut Methodenstreit fehlgeleitet durch den einleitenden (und solidarisierenden) Hinweis auf massive Kritik.

Der Zank um die Stellschrauben beim Umfrage-Tuning läßt tief blicken ...

Gast

30.08.2013, 15:21 Uhr

Wer bezahlt denn diese Meinungsforscher? Na, wer?
Der Wahlabend wird die Manipulation aufdecken. Da kann man ganz sicher sein.

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