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10.09.2014

10:29 Uhr

Forsa-Umfrage

AfD steuert zehn Prozent an

Die AfD geht gestärkt in die anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen. Laut einer Umfrage ist die Partei bundesweit inzwischen fast so stark wie Linke und Grüne. Und der Trend zeigt weiter nach oben.

Wahlplakat der Alternative für Deutschland (AfD): Die Partei legt zu. dpa

Wahlplakat der Alternative für Deutschland (AfD): Die Partei legt zu.

BerlinDie AfD setzt nach dem Einzug in den sächsischen Landtag und wenige Tage vor den Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg ihren Höhenflug fort. In der am Mittwoch veröffentlichten bundesweiten Forsa-Umfrage

für den „Stern“ und RTL legt die Alternative für Deutschland 2 Prozentpunkte zu und kommt jetzt auf 7 Prozent. Auch die Unionsparteien CDU/CSU gewinnen im Vergleich zur Vorwoche einen hinzu und liegen jetzt bei 42 Prozent, während die SPD einen verliert und nun 23 Prozent hat.

Auch die Linken und die Grünen büßen jeweils einen Punkt ein und fallen auf 9 Prozent, die FDP bleibt bei 3 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen 7 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 26 Prozent.

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

„Die AfD ist keine Protestpartei“, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner dem „Stern“, „sie wird gewählt von einem Milieu, das man als rechtspopulistisch bis rechtsradikal identifizieren kann“. Anfällig für ein solches Weltbild seien etwa zehn Prozent der Wahlbürger. „Die gehen zeitweilig entweder gar nicht wählen oder parken ihre Stimmen bei anderen Parteien, auch, aber nicht nur, bei der Union - bis es wieder eine für sie attraktive Partei auf der rechten Seite gibt.“

Da die AfD nach der Sachsen-Wahl salonfähig geredet worden sei, obwohl sie nicht mehr Stimmen bekommen habe als bei der Bundestags- und der Europawahl zuvor, werde sie jetzt wohl auch in die Landtage von Thüringen und Brandenburg einziehen.

Kommentare (13)

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Herr C. Falk

10.09.2014, 11:15 Uhr

Die neuste Meldung, dass Herr Gabriel Herrn Dobrint in Sachen PKW-Maut nunmehr beispringen will und sein OK signalisiert, zeigt, Verlierer sind dabei, die Reihen zu schließen.

Die AfD gewinnt an Zuspruch, "alle Parteien haben ein Problem" wie Kanzlerin Merkel weise bemerkte, ohne zur Kenntnis zu nehmen, dass auch die AfD eine Partei ist, die offenbar ihrerseits wenig Probleme damit hat, ihr Potential auszubauen.

Das hat Gründe, und ist mit dem Politikversagen anderer zu erklären..

Herr Theo Gantenbein

10.09.2014, 11:20 Uhr

Das ist erfreulich! Aber ich verstehe immer noch nicht wieso die übrigen 90% der Wähler bewusst die unsinnige EU-Schuldenunion wollen und wählen.

Arbeiten und zahlen die Leute freiwillig und gerne für den ClubMed?

Sind sie damit einverstanden, dass Draghi ihre Riesterrente pulverisiert?

Finden Sie es OK, wenn sich die überpriviligierten EU-Beamten in Brüssel die Taschen voll machen?

Wollen Sie ihren Kinden Schuldenberge hinterlassen?

Oder sind sie einfach zu doof zu begreifen in welch fatale Richtung das EU-System läuft?

Herr walter danielis

10.09.2014, 11:42 Uhr

Die AfD ist die letzte Chance für Deutschland. Wenn diese Partei scheitert, wird Deutschland den Preis für den Euro zahlen und ein Multikultiland werden mit wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Problemen wie sie sich heute kaum jemand vorstellen kann.

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