Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.01.2014

14:48 Uhr

Forsa-Umfrage

FDP erstmals wieder bei fünf Prozent

Ein Lichtblick für die Liberalen vor ihrem Dreikönigstreffen: In einer Umfrage kommt die FDP erstmals nach der Wahl auf fünf Prozent der Stimmen. Die AfD sackt hingegen ab.

Der neue FDP-Chef Lindner kann sich freuen. Seine Partei kommt in einer Wahlumfrage wieder auf fünf Prozent der Stimmen. dpa

Der neue FDP-Chef Lindner kann sich freuen. Seine Partei kommt in einer Wahlumfrage wieder auf fünf Prozent der Stimmen.

BerlinDie FDP kommt erstmals seit der Bundestagswahl einer Umfrage zufolge wieder auf fünf Prozent. Kurz vor ihrem traditionellen Dreikönigstreffen gewinnen die Liberalen in der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ und den Sender RTL zum zweiten Mal in Folge einen Punkt hinzu. Damit könnte die FDP, die im September an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war, wieder in den Bundestag einziehen, wenn am Sonntag gewählt würde.

Die euro-kritische Partei AfD verliert einen Punkt auf vier Prozent. Die Grünen verbessern sich im „Stern“-RTL-Wahltrend um einen Punkt auf zehn Prozent. Bei den anderen Parteien gibt es keine Veränderung. Die Union bleibt bei 42 Prozent, die SPD bei 24 und die Linkspartei bei zehn Prozent.

Chronologie der FDP im Bundestag

1949

Die FDP erzielt bei der Bundestagswahl 11,9 Prozent und verhilft Konrad Adenauer (CDU) zur ersten Kanzlerschaft.

1953

Die Partei rutscht auf 9,5 Prozent ab und regiert weiterhin als stärkster Partner der Union unter Adenauer.

1957

Die Liberalen gehen mit 7,7 Prozent in die Opposition.

1961

Die FDP legt auf 12,8 Prozent zu und bildet mit der Union die erste rein schwarz-gelbe Koalition, zunächst unter Adenauer, ab 1963 unter Ludwig Erhard.

1965

9,5 Prozent reichen zur Fortsetzung des Bündnisses unter Erhard. Ein Jahr später scheidet die FDP aus der Regierung aus, als Union und SPD die erste große Koalition eingehen.

1969

Mit schwachen 5,8 Prozent ermöglicht die FDP die erste sozial-liberale Koalition unter SPD-Kanzler Willy Brandt. Walter Scheel (FDP) wird Vizekanzler.

1972

8,4 Prozent; das rot-gelbe Bündnis regiert weiter.

1976

7,9 Prozent trägt die FDP zur sozial-liberalen Regierung unter Helmut Schmidt bei. Starker Mann der FDP ist Hans-Dietrich Genscher.

1980

10,6 Prozent für Genschers Partei; Rot-Gelb bleibt – noch.

1982

Bruch der Koalition mit der SPD und Wechsel in ein Regierungsbündnis mit der Union unter Kanzler Helmut Kohl (CDU).

1983

Bei der vorgezogenen Wahl fällt die FDP auf 7,0 Prozent. Doch es reicht für die Fortsetzung des gerade erst gebildeten christlich-liberalen Bündnisses. Es hält 16 Jahre.

1987

Die FDP steigert sich auf 9,1 Prozent, das Bündnis bleibt.

1990

FDP-Außenminister Genscher gilt als einer der Väter der Wiedervereinigung. Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl stimmen 11,0 Prozent für die Liberalen.

1994

Die FDP sinkt auf 6,9 Prozent – die letzte Phase von Schwarz-Gelb beginnt.

1998

6,2 Prozent – die FDP muss wie die Union für elf Jahre in die Opposition. Das erste rot-grüne Bündnis startet unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder.

2002

7,4 Prozent reichen nicht für den erhofften Machtwechsel.

2005

9,8 Prozent sind wieder zu wenig: Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) koaliert mit der SPD.

2009

Ein 14,6-Prozent-Rekord sichert den Liberalen fünf Ministerämter in einer schwarz-gelben Regierung unter Merkel.

2013

Die FDP stürzt unter Parteichef Philipp Rösler auf 4,8 Prozent und gehört erstmals dem Bundestag nicht mehr an.

Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte die Verbesserung der FDP damit, dass Mittelständler, Handwerker, kleine Unternehmer und Freiberufler ihre Interessen in der großen Koalition von Union und SPD nicht vertreten sähen. Sie hielten Mindestlohn, abschlagsfreie Rente mit 63 und Mütterrente für falsch. Zudem wirke sich der Führungswechsel bei den Liberalen positiv aus.

Die Meinungsforscher von Forsa befragten zwischen dem 16. und 20. Dezember 2508 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz gaben sie mit +/- 2,5 Prozentpunkten an.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

@FRAgezeichen

02.01.2014, 07:33 Uhr

Zitat:

"...in der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ und den Sender RTL...."

-

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?


---


Weiteres Zitat:

„Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte die Verbesserung der FDP damit, dass Mittelständler, Handwerker, kleine Unternehmer und Freiberufler ihre Interessen in der großen Koalition von Union und SPD nicht vertreten sähen. Sie hielten Mindestlohn, abschlagsfreie Rente mit 63 und Mütterrente für falsch. Zudem wirke sich der Führungswechsel bei den Liberalen positiv aus.“

-

Die forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse mbH möge doch einmal darlegen, was sie unter "2508 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern" versteht.

Denn die Mittelständler, Handwerker, Kleinunternehmer, Freiberufler, usw. die ich im täglichen Leben wahrnehme, sehen zwar durchaus ihre Interessen in der großen Koalition von Union und SPD nicht vertreten, sie sind aber noch lange nicht der Ansicht, dass die FDP nun auf einmal die richtige Antwort darauf sei.

Denn nur weil bei der FDP inzwischen ein „Führungswechsel“ stattgefunden hat, heißt das noch lange nicht, dass sie dadurch auch automatisch ihre Kompetenz auf den Feldern der Wirtschafts-, Steuerpolitik, etc. zurückerlangt hat.

Abgesehen davon, gehört die FDP zu genau den etablierten Parteien, die seit der Gründung der BRD immer wieder mal an der Regierung beteiligt waren und unsere jetzige Situation letztendlich zu verantworten haben.

stony

02.01.2014, 08:00 Uhr

Das musste ja so kommen - rechtzeitig zum Parteitag eine Motivationsspritze.... allerdings mit einer selten dummen Erklärung: die FDP war durch ihre Unfähigkeit und Anpasserei maßgeblich am Zustandekommen der GroKo beteiligt, und ein Führungswechsel bedeutet noch gar nichts, zumal die FDP seit dem Wahldebakel noch nicht einen Millimeter weit "geführt" wurde.

günther schemutat

02.01.2014, 11:28 Uhr

Dank der Unfähigkeit der FDP, regiert uns schon wieder ROT/GRÜN
im dunklen Keller. Während Merkel in Europa ständig weilt, regiert Gabriel als Kanzler einer internen ROT/GRÜNEN Regierung. Die Unionsminister sind alle von Merkel ausgesucht, nach nur einen Kriterium. Da werden die SPD Minister draufrum tanzen können. Was die 5% der FDP angeht, man muss die FDP für die Europawahl schon mal aufbauen. Die AFD hat erstaunlicherweise 4% und muss gefährlich sein, sonst wäre sie schon bei 2% gekürzt worden, durch die Fälscher.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×