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21.09.2011

07:20 Uhr

Forsa-Umfrage

FDP fällt auf drei Prozent zurück

Bei vorgezogenen Bundestagswahlen könnten SPD und Grüne mit einer satten Mehrheit rechnen. Laut Umfrage fürchten auch viele Anhänger der Regierungsparteien ein vorzeitiges Aus der schwarz-gelben Regierung.

Der Parteivorsitzende der FDP und Bundeswirtschaftsminister, Philipp Rösler. dapd

Der Parteivorsitzende der FDP und Bundeswirtschaftsminister, Philipp Rösler.

HamburgDie FDP hat in der Wählergunst erneut verloren. Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL fallen die Liberalen FDP im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf drei Prozent zurück. Die Grünen gewinnen einen Prozentpunkt dazu und kommen auf 20 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und liegt bei 28 Prozent. Keine Veränderung zeigen die Union, die auf 31 Prozent kommt, sowie die Linke, die neun Prozent erreicht.

Das Regierungslager aus Union und FDP liegt zusammen mit 34 Prozent 14 Prozentpunkte hinter einem rot-grünen Bündnis, das gemeinsam auf 48 Prozent kommt. Für den Wahltrend wurden 2.505 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 12. bis 16. September befragt.

Streitpunkte in der Koalition

Euro

Ende September stimmt der Bundestag über die Reform des Rettungsfonds EFSF ab. Die Kanzlermehrheit wackelt.

Steuern

Nach der Steuerschätzung sollen im November Pläne für Entlastungen ab 2013 vorliegen. Der Umfang ist umstritten.

Sicherheit

Streitpunkte gibt es reichlich. Der größte Knackpunkt bleibt die Vorratsdatenspeicherung.

Betreuungsgeld

CSU und FDP streiten über das Betreuungsgeld. Familienministerin Kristina Schröder sucht einen Kompromiss.

Wahlrecht

Mühsam haben sich Union und FDP auf einen Entwurf für ein neues Wahlgesetz geeinigt. Doch die FDP macht nun wieder Vorbehalte geltend.

PKW-Maut

Die CSU fordert die Autobahn- Gebühr, FDP und CDU lehnen sie klar ab.

Griechenland

Die FDP will der Stimme der Kanzlerin in der Frage nach einer möglichen Insolvenz der Griechen nicht folgen. Der Versuch von Merkel, FDP-Chef Rösler zurückzupfeifen, war vergebens. Die Liberalen reden gerne weiter offen über eine Griecheland-Insolvenz.

Forsa-Chef Manfred Güllner ist der Ansicht, dass die FDP nur noch schwer zu retten sei. Dem stern sagte er: „Der Wechsel an der Parteispitze hat nichts gebracht, wie jetzt auch die Berlin-Wahl zeigt. Nur einer von 100 Wahlberechtigten hat FDP gewählt.“ Der Europaskeptische Kurs von Rösler sei aber nicht allein Schuld am schlechten Abschneiden der Freidemokraten. „2009 hat der Mittelstand FDP gewählt, weil er sich Bürokratieabbau versprach“, sagt Güllner. „Aber die Partei hat da nichts getan.“

Vor diesem Hintergrund glaubt lediglich gut die Hälfte (54 Prozent) der Bundesbürger, dass die Regierungskoalition von Union und FDP die 24 Monate bis zur Bundestagswahl im Herbst 2013 hält. Sogar bei den eigenen Anhängern ist die Skepsis groß: 33 Prozent der Unionswähler fürchten ein vorzeitiges Aus, bei der FDP sind es 37 Prozent.

Von

dapd

Kommentare (21)

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21.09.2011, 08:05 Uhr

"Der Europaskeptische Kurs von Rösler sei aber nicht allein Schuld am schlechten Abschneiden der Freidemokraten." - Natürlich nicht! Rösler selbst und seine opportunistischen Grünschnäbel sind das Hauptproblem. "Tiger" kann Rösler in Fernost "reiten", Deutschland verlangt nach sattelfestem und solidem Führungsstil.

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21.09.2011, 08:15 Uhr

Zugegeben: die FDP ist eine der überflüssigsten Parteien bei uns. Geliefert haben die nur an Mövenpick. Der Rest der Wähler wartet noch...

Aber Rot-Grün mit satter Mehrheit? Hat das Volk wirklich ein so schwaches Gedächtnis? Hmm, dann verdienen sie es wohl, enteignet zu werden.

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21.09.2011, 08:19 Uhr

Die FDP wurde nicht wegen, sondern trotz ihrer neuen Euroskepsis abgestraft. Das sind noch Westerwelle-Nachwehen. Der konnte in der Opposition im Bundestag zwar ganz originell herumtönen und das Rumpelstilzchen spielen, aber als es dann ernst wurde und ans Gestalten ging, knickte er gnadenlos ein. Die könnens nicht, wie ja offenkundig zu Tage tritt...

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