Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2012

12:06 Uhr

Forsa-Umfrage

Piraten werden drittstärkste Partei Deutschlands

Der Aufstieg der Piraten ist zumindest in den Umfragen nicht mehr aufzuhalten. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Forsa könnten die Piraten die Grünen in der Wählergunst überholen - und die FDP auf ein Comeback hoffen.

Weiter im Aufwind. dpa

Weiter im Aufwind.

KölnDie Piratenpartei erklimmt neue Höhen und erreicht im neuen Forsa-Wahltrend 13 Prozent der Stimmen. Damit wären die Piraten drittstärkste Kraft noch vor Grünen und Linken, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Umfrage im Auftrag von RTL und dem Magazin „Stern“ hervorgeht. „Für viele Jugendliche sind die Grünen eine altbackene und alt gewordene Partei. Das Anti-Atom-Thema zieht bei ihnen nicht mehr“, kommentierte Forsa-Chef Manfred Güllner die Ergebnisse. Die Piraten selbst reagierten zurückhaltend.

Ein Parteisprecher sagte, 13 Prozent in einer Umfrage könnten „alles oder nichts heißen“. „Die echte Umfrage ist doch erst, wenn die Stimmen ausgezählt werden“, sagte er und verwies auf die Ungenauigkeit solcher Studien. Die politische Bundesgeschäftsführerin Marina Weisband forderte von den Parteimitgliedern über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Ignoriert Bundesumfragen. Baut an Dingen.“

Das Geheimnis der Piraten: Ihr „Kapitän“ erklärt

Video: Das Geheimnis der Piraten: Ihr „Kapitän“ erklärt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Der Umfrage zufolge wird die schwarz-gelbe Regierungskoalition stärker und liegt mit 41 Prozent für CDU und FDP vor einem möglichen rot-grünen Bündnis mit 35 Prozent. Mit 36 Prozent ist die Union klar die stärkste Kraft, sie legt um einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche zu. Die SPD folgt der Union mit weitem Abstand und erreicht 24 Prozent, nachdem sie im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt verlor.

Auf die Piraten, die ein Plus von einem Prozentpunkt verbuchen, folgen die Grünen mit elf Prozent. Sie geben im vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte ab. Die Linken erreichen acht Prozent, was einem Verlust von einem Prozentpunkt entspricht.

Die seit Monaten schwächelnde FDP liegt einer Forsa-Umfrage zufolge erstmals wieder bei fünf Prozent und würde damit derzeit vermutlich in den Bundestag einziehen. Die FDP könnte sich um zwei Punkte auf fünf Prozent steigern. Andere Umfrage-Institute hatten die FDP zuletzt noch unter fünf Prozent gesehen, etwa Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ (4 Prozent) und der ARD-„Deutschlandtrend“ (3 Prozent). Auch die Piraten werden von anderen Meinungsforschungsinstituten bei höchstens zehn Prozent eingeordnet.

Kommentare (22)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Tacheles

10.04.2012, 11:27 Uhr

Die etablierten Parteien sollten endlich realisieren, dass hinter dem nahezu explosionsartigen Erfolg der Piraten vor allem der Protest der Bürgerinnen und Bürger gegen ihr Verhalten und ihre Politik steht. Dass über 40 % der Wahlberechtigten nicht mehr zur Wahl gegangen sind, hat nicht nur seinen Grund in politischem Desinteresse, sondern auch darin, dass viele politisch interessierte Bürger keine etablierte Partei mehr als wählbar erachten. In der Wahl einer Protestpartei, die die 5 %-Hürde nimmt, sehen viele die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass – wie in unserem Wahlsystem verankert - ihre nicht abgegebenen Stimmen nach dem Proporz der abgegebenen Stimmen unter den Etablierten aufgeteilt werden. Die Etablierten wären gut beraten, wenn sie die „gelbe Karte“ ernst nehmen würden. Auf sie könnte ganz schnell eine rote folgen.

DERRichter

10.04.2012, 11:34 Uhr

Jeder der die FDP wählt muss sich über eins im Klaren sein:
Er wählt die Partei jener neoliberalen Kreise die für die Wirtschaftskrisen der letzten Jahrzehnte und auch die gegenwärtige Euro-Malaise verantwortlich sind. Der Nordrhein Westfalen Lidner ist in der Sache kein Messias
sondern eine smarte Version einer volksschädigenden Person.
Ein böser Wolf im süßen Schafspelz! Alle von ihm geleiteten Unternehmen haben Schiffbruch erlitten und Millionen von KFW Krediten hat er vergeudet.
Wer so einen wählt, kann sich gleich den eigenen Henker erwählen. (...). Es lebe die Große Koalition der wirtschaftlichen Vernunft und sozialen Sensibilität aus UNion und SPD. (...) +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

Holzauge

10.04.2012, 11:47 Uhr

Jede Stimme für die Piraten ist eine gegen Rotgrün.

Abgesehen davon brauchen wir mehr Demokratie und weniger Schnüffelstaat. Mit Antidemokraten durchsetzte "Volksparteien" die eine Hinterzimmerdiktatur bereiben und einen Schnüffelstaat der auch noch Omas Kontodaten dem CIA liefert brauchen wir wie ein Loch im Kopf. Und auf die ökosozialistische Planwirtschaft der Körnerfresser können wir auch gut verzichten.

Deswegen mach ich mein Kreuz bei den Piraten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×