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31.08.2016

15:36 Uhr

Forsa-Wahlumfrage

AfD liegt im Bund bei zwölf Prozent

Kurz vor den Landtagswahlen kann die AfD den Unionsparteien Wähler abwerben: Die Union verliert bei einer Umfrage zwei Prozentpunkte, während die AfD in der Wählergunst zulegt und nun bundesweit zwölf Prozent erreicht.

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann die AfD an diesem Sonntag auf einen großen Erfolg hoffen. dpa

AfD-Chefin Frauke Petry

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann die AfD an diesem Sonntag auf einen großen Erfolg hoffen.

BerlinKurz vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat die AfD in der Wählergunst bundesweit zugelegt. In einer aktuellen Forsa-Umfrage verbessert sich die Partei von 10 auf 12 Prozent, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage im Auftrag von „Stern“ und RTL hervorgeht. Bei Forsa erreicht die AfD damit den zweithöchsten Wert in diesem Jahr.

Die Unionsparteien verlieren im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte und liegen nun bei 33 Prozent. Keine Veränderung gibt es bei den anderen Parteien: Die SPD verharrt bei 22 Prozent, die Grünen bei 12, die Linke bei 9 und die FDP bei sechs Prozent.

Angesichts heftiger Streitigkeiten in der Führungsmannschaft war die AfD Mitte Juli in den Umfragen deutlich abgesackt, bei Forsa kam sie in der Sonntagsfrage nur noch auf 8 Prozent.

Rechte Parteien in den Landtagen

Rechte Parteien in Deutschland

Immer wieder haben rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien den Sprung in deutsche Landesparlamente geschafft. Von langer Dauer war ihr parlamentarisches Wirken meist nicht. Die Fraktionen machten häufig eher durch interne Streitigkeiten von sich reden als durch politische Initiativen. In Mecklenburg-Vorpommern könnte die NPD nun am Sonntag aus dem letzten Landtag fliegen – auch wegen der AfD, die mit einem zweistelligen Ergebnis einziehen dürfte. Ein Überblick.

NPD

Die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) erlebte in den 60er Jahren eine erste Erfolgswelle. Ihr gelang der Einzug in sieben der damals elf Landesparlamente, bei der Bundestagswahl 1969 scheiterte sie mit 4,3 Prozent nur knapp an der Fünfprozenthürde. Der Aufstieg war aber nur ein vorübergehendes Phänomen, in den 70er Jahren verschwand sie weitgehend wieder von der Bildfläche, ohne in den Landesparlamenten nennenswerte Ergebnisse erzielt zu haben.

Einen Wiederaufstieg mit neuem Personal erlebte die NPD nach der Wiedervereinigung. Wurde sie in den 60er Jahren noch von alten NSDAP-Anhängern getragen, konnte sie nun vor allem bei jenen Wählern in Ostdeutschland punkten, die sich als Verlierer der Wende sahen. 2009 zog sie in den Landtag von Sachsen ein, nach heftigen internen Querelen verfehlte sie 2014 den Wiedereinzug. Seit 2011 ist die NPD nur noch im Schweriner Landtag vertreten.

Republikaner

Unter Führung des früheren SS-Manns Franz Schönhuber wirbelten die rechten Republikaner vor einem Vierteljahrhundert die Parteienlandschaft auf. 1989 gelang ihnen völlig überraschend der Einzug ins Europaparlament und ins Abgeordnetenhaus von Berlin. 1992 erreichten sie bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 10,9 Prozent.

Vier Jahre später kam die Partei mit 9,6 Prozent erneut in den Landtag – und stellte damit eine Ausnahme von der Regel dar, dass rechte Protestparteien normalerweise nach einer Legislaturperiode wieder aus den Landtagen fliegen. Allerdings wurden auch die Republikaner von internem Streit zerrissen, inzwischen ist die Partei bedeutungslos.

DVU

Die Deutsche Volksunion (DVU) bot sich in den 90er Jahren als Auffangbecken für enttäuschte NPD-Wähler an und erzielte teils überraschende Wahlerfolge. 1991 zog sie ins Bremer Landesparlament ein, ein Jahr später in den Landtag von Schleswig-Holstein. In Sachsen-Anhalt erzielte sie 1998 mit 12,9 Prozent ihr bestes Ergebnis, auch in Brandenburg wurde sie in den Landtag gewählt.

Die DVU war voll auf ihren Gründer, den reichen Münchener Verleger Gerhard Frey, zugeschnitten. Bei den Wahlen trat sie in der Regel mit völlig unbekannten Kandidaten an. In den Landtagen machte sie vor allem mit internen Streitereien von sich reden, die DVU-Fraktionen zerfielen rasch. 2010 gingen die Reste der Partei in der NPD auf.

Schill-Partei

Eine weitere rechte Partei, die klar auf eine Führungsfigur zugeschnitten war, war die Partei Rechtsstaatliche Offensive des Hamburger Richters Ronald Schill. Sie schaffte es sogar in die Regierungsverantwortung. 2001 zog sie mit 19,4 Prozent in die Bürgerschaft ein und trat unter CDU-Bürgermeister Ole von Beust in die Regierung ein. Schill hatte sich als Richter mit umstrittenen harten Urteilen gegen Straftäter einen Namen gemacht.

Die Regierungskoalition zerbrach 2003 unter spektakulären Umständen. Von Beust entließ Schill als Justizsenator. Der Bürgermeister warf Schill den Versuch vor, ihn wegen seiner Homosexualität erpressen zu wollen. Bei der Wahl 2004 kam die Schill-Partei nicht mehr ins Landesparlament.

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann die AfD an diesem Sonntag auf einen großen Erfolg hoffen. In jüngsten Umfragen von Forschungsgruppe Wahlen und Infratest dimap kam sie auf 21 Prozent. In Berlin, wo am 18. September das Abgeordnetenhaus neu gewählt wird, erreichte sie bei Forsa zuletzt 10 Prozent.

Von

dpa

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