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20.02.2011

10:17 Uhr

Fragebogenaktion

Bundeswehr fürchtet gewaltige Personalprobleme

VonRüdiger Scheidges

Exklusiv Eine bundesweite Aktion der Kreiswehrersatzämter endet im Desaster: Nur ein Bruchteil der angeschriebenen Männer interessiert sich für den Soldatenberuf. Das sorgt für Alarmstimmung im Verteidigungsministerium.

Rekruten der Bundeswehr: Nach Ende der Wehrpflicht fürchtet die Truppe Personalmangel. Quelle: dapd

Rekruten der Bundeswehr: Nach Ende der Wehrpflicht fürchtet die Truppe Personalmangel.

Berlin

Der Bundeswehr als Freiwilligenarmee drohen vom 1. Juli an nach Informationen von Handelsblatt Online verheerende Personalprobleme. Die Kreiswehrersatzämter haben dem Ministerium jetzt die Ergebnisse der ersten bundesweiten Fragebogenaktion nach dem Beschluss, die Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee zu verwandeln, zugesandt: Von 165 747 ausgeschickten Fragebögen sind lediglich 6 949 zurückgeschickt worden, in denen wenigstens "Interesse" an einem Bundeswehr-Job signalisiert wurde, wie Handelsblatt Online erfahren hat. Das sind nur 4,2 Prozent. Die Angeschriebenen waren von den Ämtern bereits erfasst, aber nicht gemustert worden.

Bereits ab Anfang 2012 hat die Bundeswehr deshalb auch Probleme damit, die Einsatzkontingente im derzeitigen Umfang zu halten. Das Verteidigungsministerium, so heißt es in einem internen Schreiben, befürchtet gravierende Personalprobleme für die neue Freiwilligenarmee, "die uns langjährig begleiten und nicht auszugleichen sein werden".

Kommentare (6)

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Reservist

20.02.2011, 10:52 Uhr

Wenn dieses Desinteresse das Verteidigungsministerium überrascht hat, zeigt es doch, wie wirklichkeitsfremd die BW Führung (schon lange) ist. Es findet sich tatsächlich kaum noch jemand, der, für ein geringes Salär, meist ohne sinnvollen Auftrag und unzulänglich ausgerüstet, im Ausland als Zielscheibe herumläuft, und ohne breiten politischen und gesellschaftlichen Rückhalt den Kopf hinhält. Für wen, für was, warum überhaupt. O Wunder.

Account gelöscht!

20.02.2011, 11:15 Uhr

Wir brauchen ohnehin kein Militär. Das Militär ist schließlich nicht dazu da die Bevölkerung zu schützen. Das Militär ist dazu da die Regierungen vor der eigenen Bevölkerung zu schützen. Warum sollte jemand freiwillig Soldat werden wollen? Ein Soldat ist ein Mann dessen Beruf es ist andere Menschen zu töten.
Ich finde die Entwicklung sehr begrüßenswert. Stellt euch vor es ist Krieg und niemand geht hin.

Account gelöscht!

20.02.2011, 11:41 Uhr

Tja da gibt es nur Eines...Europa braucht eine gemeinsame Armee, über dieses nationale Gehabe sollten wir doch inzwischen hinaus sein, die Deutsche Armee besteht doch heute schon zu einem drittel aus Spätaussiedlern...

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