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11.01.2013

16:59 Uhr

Fraktionsklausur

SPD beschwört Steinbrücks Nehmerqualitäten

Zufrieden sind die Genossen derzeit nicht wie es läuft. Die SPD aber will keine Zweifel aufkommen lassen, dass sie den Bundestagswahlkampf mit Peer Steinbrück durchziehen wird - sie hat keine andere Wahl.

Kein guter Start: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. dapd

Kein guter Start: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

BerlinManuela Schwesig schweigt und greift erst mal zum Wasserglas. Die SPD-Vizevorsitzende trinkt einen Schluck, sagt dann: „Ich nehme die Frage noch mal mit und denke darüber nach.“ Ob sie in ihrer Partei eine Rebellion oder eine Depression fürchte, wenn es mit dem rot-grünen Wahlsieg in Niedersachsen am 20. Januar doch nicht klappen sollte, war sie gefragt worden. Auch wenn es kaum jemand offen sagt: Die SPD fürchtet einen Peer-Steinbrück-Malus - bei den Bürgern schwindet sein Ansehen laut Umfragen dramatisch.

Der Kanzlerkandidat ist am Freitag auch beim Abschluss der Fraktionsklausur im Berliner Reichstag dabei - auf einer Anzeige im Hintergrund werden die Stunden bis zum möglichen Regierungswechsel heruntergezählt. Kann Steinbrück das noch schaffen? Nach Angaben von Teilnehmern beschönigt er am Freitag nichts, mahnt aber zur Besonnenheit. Er will weitere Fehltritte vermeiden. Inhalte, Inhalte, Inhalte, heißt die Devise. „Er hat Nehmer- und Steherqualitäten“, wird betont.

Die kann Steinbrück in diesen Tagen gebrauchen. Pünktlich zum 66. Geburtstag hatte er am Donnerstag miese Zahlen serviert bekommen. Laut ARD-„Deutschlandtrend liegt er im direkten Vergleich inzwischen mit 30:55 Prozent Welten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entfernt. Nur 36 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden, das ist weniger als beim lange Zeit unbeliebten Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

Am Freitag kam es im ZDF-„Politbarometer“ noch schlimmer: Hier würde ihn nur jeder vierte wählen (25 Prozent). Merkel liegt mit 65 Prozent satte 40 Punkte vorn. Selbst unter SPD-Anhängern wollen ihn nur noch 63 Prozent lieber als Kanzler. Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann bemerkt süffisant: „Das sind Umfragen, die immer besser werden.“ Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mahnt, die Performance der Partei müsse rasch deutlich verbessert werden.

Nach Kritik: Steinbrück verteidigt seine Gehaltsvorstellungen

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Steinbrück verteidigt seine Gehaltsvorstellungen

Politiker müssten aussprechen, was sie denken.

Die SPD hofft, dass bald wieder der Zustand der schwarz-gelben Koalition und die inhaltliche Arbeit die Schlagzeilen dominieren. Die SPD hat zumindest ein Rentenkonzept, während die von Union und FDP geplante Lebensleistungsrente, bei der Mini-Renten geringfügig mit Steuermitteln aufgestockt werden sollen, wieder auf der Kippe steht.

Doch Steinmeier kommt gar nicht dazu, den Blick auf diesen neuen Koalitionsstreit zu lenken, weil er sich zum Abschluss der Klausur umfassend zu Steinbrück äußern muss. Aus dem Willy-Brand-Haus übernimmt Parteichef Sigmar Gabriel diese Aufgabe.

Kommentare (8)

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Thomas-Melber-Stuttgart

11.01.2013, 17:23 Uhr

Ah, Herrn Steinbrücks "Nehmerqualitäten" - das ist jetzt doch ein Freudscher Versprecher, oder?

Gabriel

11.01.2013, 17:38 Uhr

Sogar Dieter Bohlen ist besserer Stratege als SPD-Vorstand
Steinbrück hätte keine Chance bei DSDS gehabt, da Dieter Bohlen viel kompetenter und weitsichtiger als die ganze SPD-Führung mit Hinblick, ob er einen Kandidaten später weiter verkaufen und mit ihm erreichen und verdienen kann... Es liegt nicht daran, dass Steinbrück „falsche“ für die Wähler Töne trifft… Hätte er von Anfang an seinen Berater gehört und nach Befehl gesungen, worüber er persönlich überhaupt nicht glaubt, wäre er noch schlechter als jetzt angekommen… Der Steinbrück kommt gut, willkommen kritisch und schlagfertig nur unter den Gleichen an, also unter den Wirtschaftbossen! Nicht weil die Bossen vom „Lied“ diesen Genossen begeistert sind, nein, sie pflegen nur Kontakt, vorsichtshalber (!), und kaufen ihn mit übermäßigten Vorträgehonoraren für die Zukunft und für spätere Dienste an… Nun hört nach einer Weile offensichtlich Steinbrück den Beratern zu und spricht kaum was aus… Aber es wird trotzdem gehört! Und was sehen und hören wir: einen langweiliger und mittelmäßig-akademischer Berichterstatter, der kaum für breite Publikum verständlich und willkommen ist… Er spricht Leiharbeiter, Geringverdiener und diejenigen an, die gar kein Job haben, und versucht ihnen zu erklären, dass ihre miesere Lage nicht an SPD-„Reformen“ sondern an Demografie liegt, weil die Rentner in Deutschland die Frechheit haben, bis 18-20 Jahren nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben zu leben(!)… Deswegen sie, lieben Unterbezahlten, so unterbezahlt und meine eigene Dienste bzw. Vorträge so teuer sind(! So Steinbrück!)… Nun gerne gehört wäre was anderes, und zwar ob du es ändern willst und wirst … Der „kleine Mann“ stellt sich unwillkürlich nach solchen „Reden“ die Frage: wozu brauche ich dich, wenn du damit zufrieden bist? Also, was vereint Dieter Bohlen und Peer Steinbrück? Sie sind beide Geschäftsleute? Nun, der Dieter ist ein reiner Geschäftsmann mit sehr gutem Gespür für strategische Politik, Steinbrück ist aber Sch

Peer-Bilderbergr

11.01.2013, 17:45 Uhr

Schuld hat nur das Internet, dass Herr peer Bilderberger nicht durchkommt.

Da kann man nachlesen, dass er schon vor ca. 10 Jahren die amerikanischen Giftpapiere von seinen beschnittenen Glaubensbrüdern gekauft hat. Mist, die West - LB istdaran Hops gegangen, aber Herr Peer bekam dafür von den Bankstern den Bundeskanzeler Posten verspochen und enendlich viele Redehonorare für die Reden vor seinen Brüdern.

Mist, dass man überall im Internet nachlesen kann, wie nahe der Peer doch den illuminierten und beschNittenen. Glaubensbrüder steht.

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