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13.11.2013

14:54 Uhr

Frank Rosenow

Der Wulff und sein Richter

Frank Rosenow leitet den Prozess gegen Christian Wulff. Er gilt als Richter mit Leib und Seele und geht für die Wahrheitsfindung auch mal unkonventionelle Wege. Manchmal haben diese mit Alkohol zu tun.

Richter Frank Rosenow: unkonventionelle Methoden. dpa

Richter Frank Rosenow: unkonventionelle Methoden.

HannoverFrank Rosenow ist nach Einschätzung von Kollegen mit Leib und Seele Richter. Er selbst äußert sich derzeit nicht zu seiner Person und vermeidet es, mit Journalisten zu reden. Doch ab Donnerstag wird der Vorsitzende der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Hannover im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Rosenow leitet den mit Spannung erwarteten Prozess gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff und den Filmmanager David Groenewold.

Im Vorfeld des Prozesses setzte Rosenow durchaus einige Akzente. Die auf Bestechung und Bestechlichkeit lautende Anklage der Staatsanwaltschaft stufte die Strafkammer auf Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung zurück. Andererseits machte die Kammer in ihrem Eröffnungsbeschluss klar, dass sie durchaus gewillt ist, der Verbindung der beiden Angeklagten gründlich nachzuspüren.

Christian Wulff: Ein Steckbrief

Geburt

Christian Wulff ist am 9. Juni 1959 in Osnabrück als Christian Wilhelm Walter Wulff geboren.

Ausbildung

Sein Abitur bestand Wulff 1980 mit der Note 1,9. Danach studierte Wulff bis 1986 Jura in seiner Heimatstadt Osnabrück.

Beruf

1990 Niederlassung als Rechtsanwalt in Osnabrück .

Partei

1975 CDU-Eintritt, 1978-1980 Bundesvorsitzender Schüler-Union, 1994-2008 Landesvorsitzender in Niedersachsen, seit 1998 stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender.

Abgeordneter

Von 1986 bis 2001 im Rat der Stadt Osnabrück, von 1994 bis 2010 im niedersächsischen Landtag

Wahlen

Niederlagen: 1994 und 1998 erfolglose Kandidatur gegen Gerhard Schröder (SPD) um das Amt des Ministerpräsidenten in Hannover.

Wahlsiege: 2003 Gewinn der Landtagswahl und Ministerpräsident Niedersachsens bis 2010, im gleichen Jahr wird Wulff im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten und somit zum Staatsoberhaupt gewählt.

Familie

Verheiratet: Von 1988 bis 2006 mit Rechtsanwältin Christiane; von 2008 bis 2013 mit Journalistin Bettina.

Kinder: aus erster Ehe Tochter Annalena (geb. 1993), gemeinsam mit Bettina Sohn Linus Florian (geb. 2008); Bettina Wulff hat aus früherer Beziehung Sohn Leander (geb. 2003).

Was Groenewold und den damaligen Ministerpräsidenten Wulff verbindet, ob Korruption im Spiel ist - das sind die Fragen, denen Rosenow offenkundig auf den Grund gehen will. Das zeigt alleine schon die Tatsache, dass der Vorsitzende Richter für das Verfahren bereits mehr als 20 Verhandlungstage bis in den April 2014 hinein angesetzt hat.

Rosenow ist wie Wulff 1959 geboren, seit 1990 im Justizdienst des Landes Niedersachsen, verheiratet, er hat einen erwachsenen Sohn. Seine Verhandlungsführung gilt als freundlich aber bestimmt. Die Prozessbeteiligten begrüßt er zuweilen einzeln mit Handschlag. Er braucht keine künstliche Distanz, um in seinem Gerichtssaal stets als Autorität wahrgenommen zu werden. Als Vorsitzender Richter einer Großen Strafkammer am mit Abstand größten niedersächsischen Landgericht beschäftigt er sich mit der ganzen Palette der Schwerkriminalität.

Kommentare (12)

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Beobachter

13.11.2013, 16:09 Uhr

Da steht nun der "Staatsverbrecher" Nr. 1 vor Gericht.
Was übrig geblieben ist ist eine Vorteilsannahme von 750 Euro.
Der Beklagte hat bislang mit der Aufgabe seines Amtes, der gescheiterten Ehe, Anwaltskosten über mehrere 100 000 Euro und einer irreperablen Rufschädigung zu leben. Das reicht der Staatsanwaltschaft aber nicht; dieser Mann soll endgültig vernichtet werden. Hierfür hat man tausende Akten zusammengestellt und man wird 25 Zeugen vorladen. Bislang belaufen sich die Verfahrenskosten, die aus Steuergeldern finanziert werden auf mehr als 1,25 Mio Euro. Und die Staatsanwaltschaft hat schon mal angekündigt bei einer Nichtverurteilung des Angeklagten in die Revision zu gehen.
Bei aller Distanz zu Herrn Wulff, aber hier stimmt die Verhältnismässigkeit nicht. Wer stellt eigentlich einmal Strafanzeige gegen die betreibende Staatsanwaltschaft wegen sinnloser Steuerverschwendung (...)

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Frank3

13.11.2013, 17:21 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Sepp

13.11.2013, 17:38 Uhr

@ Frank3

Können Sie mir verraten was Sie so rauchen und woher man das Zeug bekommt? Möchte meinem Opa mal eine Freude machen.

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