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25.01.2017

19:43 Uhr

Frankreich-Besuch

Gauck und Hollande beschwören deutsch-französisches Tandem

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich in Paris mit Präsident François Hollande getroffen. Beide scheiden im Frühjahr aus ihren Ämtern. Zwei Tage bleibt Gauck in der französischen Hauptstadt – und er hat einiges vor.

François Hollande begrüßt Joachim Gauck vor dem Élysée-Palast in Paris. AP

François Hollande und Joachim Gauck

François Hollande begrüßt Joachim Gauck vor dem Élysée-Palast in Paris.

ParisBundespräsident Joachim Gauck und der französische Präsident François Hollande haben angesichts weltweiter Krisen eine Stärkung der deutsch-französischen Zusammenarbeit gefordert. „Wir waren uns einig: Wann, wenn nicht jetzt, muss das Tandem der Deutschen und Franzosen zum Nutzen der Europäischen Union weiter stabilisiert werden?“, sagte Gauck nach einem Treffen mit Hollande am Mittwochabend in Paris.

Als zentrale Sorgen nannte der Bundespräsident Unsicherheiten nach dem Machtwechsel in den USA, den Konflikt mit Russland in der Ukraine-Krise und die Terrorbekämpfung. „Da gab es ein sehr hohes Maß an Einvernehmen“, sagte Gauck. „Deutschland will und kann nicht alleine eine Rolle in Europa spielen und anderen sagen, wo es langgeht.“

Teilnehmer beschrieben das Gespräch als ernst. „Wir mussten unsere Besorgnisse nicht verschweigen“, sagte Gauck. Thema war nach seinen Worten auch die innere Sicherheit nach den Terroranschlägen in beiden Ländern. Die Bevölkerung wolle eine Sicherheitsarchitektur, der sie vertrauen könne.

Am Donnerstag erhält Gauck an der Pariser Sorbonne-Universität die Ehrendoktorwürde und hält eine Rede zum deutsch-französischen Verhältnis. Am Nachmittag besucht er die Académie Française, wo er auch den früheren Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing trifft.

Gauck und Hollande, die sich in den vergangenen fünf Jahren immer wieder getroffen hatten, kamen zum letzten Mal als Staatsoberhäupter zusammen. Besondere Aufmerksamkeit hatte 2013 ein gemeinsamer Besuch in dem Ort Oradour-sur-Glane erhalten, an dem die beiden Präsidenten an ein von deutschen SS-Soldaten im Zweiten Weltkrieg verübtes Massaker erinnerten. Dabei waren über 600 Zivilisten ermordet worden.

Ebenso wie der Bundespräsident scheidet auch der unpopuläre Hollande im Frühjahr aus dem Amt. Der Sozialist verzichtet auf eine theoretisch mögliche Wiederwahl. Am Freitag kommt Hollande zu einem Mittagessen mit Kanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Auch dabei dürfte es um eine gemeinsame Antwort auf die internationalen Krisen und Unsicherheiten gehen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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25.01.2017, 19:01 Uhr

Zwei schwere Verluste, kaum jemand hat die Sinnlosigkeit eines Amtes so deutlich darstellen können.

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