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22.10.2011

14:55 Uhr

Frauen in Führungspositionen

Merkel befürwortet „Flexi-Quote“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine flexible Quote für Frauen in Führungspositionen ausgesprochen. Damit hat sie dem Vorschlag der Familienministerin Kristina Schröder erneut den Rücken gestärkt.

Angela Merkel und Kristina Schröder demonstrieren Einigkeit. dpa

Angela Merkel und Kristina Schröder demonstrieren Einigkeit.

Wiesabden/FrankfurtBundeskanzlerin Angela Merkel hat Familienministerin Kristina Schröder (beide CDU) in Sachen flexibler Quote für Frauen in Führungspositionen erneut den Rücken gestärkt. „Ich unterstütze die Bemühungen, hier voranzukommen und Druck zu machen, und trotzdem den Unternehmen die nötige Flexibilität zu lassen“, sagte Merkel am Samstag auf der Bundesdelegiertentagung der Frauen-Union in Wiesbaden. Die sehr gute Ausbildung von Frauen heutzutage müsse sich auch in den Führungspositionen niederschlagen. „Ich bitte sie um Unterstützung, wenn wir darum ringen, ob wir gesetzlich in der Koalition da noch was festschreiben können“, forderte sie die rund 300 Delegierten auf.

Mädchen hätten durch ihre Ausbildung in vielen Bereichen nachgezogen, sagte Merkel. 47 Prozent der 20- bis 24-jährigen Frauen hätten Abitur, bei den Männern seien es nur 38 Prozent. Das schlage sich inzwischen auch in den beruflichen Tätigkeiten nieder. Daher sei es folgerichtig, dass sich das auch in der Frage der Führungsposition zeigen müsse.

Während Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sich für eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent für Dax-Unternehmen bis 2018 einsetzt, wirbt ihre Parteifreundin Schröder für eine sogenannte „Flexi-Quote“, die für jedes Unternehmen unterschiedlich ausfallen kann.

Außerdem betonte Merkel, die CDU halte am Ehegattensplitting fest und werde notfalls auch Änderungen am neuen Unterhaltsrecht vornehmen, wenn sich dies negativ für die Frauen auswirke.

Frauen in Führungspositionen

Frauen in Führungspositionen

Die 30 DAX-Konzerne wollen den Frauenanteil in Führungspositionen in den nächsten Jahren erhöhen. Die Zielsetzungen im Überblick.

adidas

32 bis 35 Prozent bis Ende 2015, in Frühentwicklungsprogrammen ab 2012 mindestens 35 Prozent.

Allianz

30 Prozent bis Ende 2015 in Deutschland.

BASF

15 Prozent bis Ende 2020 in Deutschland

Bayer

Weltweit rund 30 Prozent bis Ende 2015.

Beiersdorf

25 bis 30 Prozent bis Ende 2020 in Führungspositionen (Leitende Angestellte).

BMW

15 bis 17 Prozent bis Ende 2020 bei außertariflichen Führungskräften, 20 bis 30 Prozent im (Führungs-)Nachwuchsprogramm BMW Group Trainee.

Commerzbank

Weltweit 30 Prozent bis 2015.

Daimler

Weltweit 20 Prozent bis 2020 in Führungspositionen.

Deutsche Bank

Managing Director, Director, Vice President, Assistant Vice President, Associate - weltweit 35 Prozent bis Ende 2018.

Deutsche Börse

20 Prozent bis Ende 2015 im oberen und mittleren Management, 30 Prozent bis Ende 2015 im unteren Management.

Deutsche Post

Weltweit 25 bis 30 Prozent aller Vakanzen im oberen, mittleren und unteren Management ab sofort.

Deutsche Telekom

Weltweit Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen (mittleres und oberes Management) auf 30 Prozent bis Ende 2015.

E.on

14 Prozent bis Ende 2016 in den oberen Hierarchieebenen in Deutschland.

Fresenius Medical Care

Weiterhin soll "die Qualifikation und nicht das Geschlecht oder sonstige Persönlichkeitsmerkmale für die Personalauswahl entscheidend" sein. "Deswegen setzt das Unternehmen keine starre Quote als Zielgröße." Der "vergleichsweise sehr hohe Frauenanteil" in der oberen Führungsebene (32,1 Prozent) soll weiter gesteigert werden.

Heidelberg Cement

Weltweit 15 Prozent bis Ende 2020.

Henkel

Weiterer Ausbau des Frauenanteils auf allen Management-Ebenen. Auf Konzernebene soll die bisherige Zuwachsrate von einem Prozentpunkt auf ein bis zwei Prozentpunkte jährlich erhöht werden.

Infineon

Weltweit 15 Prozent Frauenanteil bis Ende 2015, 20 Prozent Frauenanteil bis Ende 2020 (jeweils Summe aus mittlerem und Topmanagement).

K+S

Steigerung der Frauen in Führungspositionen um circa 30 Prozent. Bis 2020: Anteil von Frauen in Führungspositionen soll demjenigen der weiblichen Belegschaft zur Gesamtbelegschaft in Deutschland entsprechen.

Linde

Anstieg des Frauenanteils in Führungspositionen bis Ende 2018 auf 13 bis 15 Prozent.

Lufthansa

Steigerung der Anzahl von Frauen in Führungspositionen in Deutschland um mindestens 30 Prozent bis Ende 2020.

MAN

Weltweit 12 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen bis Ende 2014.

Merck

Weltweit 25 bis 30 Prozent Frauen in Führungspositionen bis Ende 2016.

Metro

Weltweit 20 Prozent bis Ende 2013, 25 Prozent bis Ende 2015.

Munich Re

Mindestens 25 Prozent aller Führungskräfte in Deutschland bis Ende 2020.

RWE

Weltweit 22 Prozent bis Ende 2018 auf Basis der derzeit bestehenden Konzern- und Belegschaftsstruktur für das Topmanagement.

SAP

Weltweit 25 Prozent bis Ende 2017.

Siemens

12 bis 13 Prozent Frauenanteil bis Ende 2015.

ThyssenKrupp

15 Prozent bei leitenden außertariflichen Mitarbeitern bis Ende 2020.

Volkswagen

Obere Führungsebene 11 Prozent bis Ende 2020,
mittlere Führungsebene 12 Prozent bis Ende 2020,

untere Führungsebene 15 Prozent bis Ende 2020.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

22.10.2011, 15:49 Uhr

Neulich bei einem DAX-Konzern.

Ein Produkt der Konkurenz wird der Belegschaft vorgestellt. Über 500 Männer und (immerhin) 1 Frau nutzen die Chance und schauen sich das Konkurrenzprodukt an. Wie machen die das? Welche Materialen nehmen die? Wo sind die besser? Etc. Auf altdeutsch: Wettbewerb.

Kann mir bitte jmd. vom Handelsblatt, CDU, oder ... erklären, warum bei einer Quote von 0,2% die am eigenen Produkt/Unternehmen Interesse zeigen, 20%, 30% oder mehr als 40% der Führungskräftepositionen mit Frauen besetzt werden müssen?

Kuchenteig

22.10.2011, 16:24 Uhr

Bingo! Um Ihren Beitrag in einem Satz zusammenzufassen: Es geht bei der Frauenquote um eine Einstellungsgarantie für Frauen!

Account gelöscht!

22.10.2011, 17:54 Uhr

Haben wir eigentlich in diesem Land derzeit keine anderen Probleme als diese von hysterishen überemanzipierten Weibern geforderte Quote?
Also so langsam könnte man den VErdacht bekommen, wir leben in einem Kasperles-Land.
Diese ganzen Weiber in der Politik und im Budnestag haben schond erart viel Schaden angerichtet, dass es Zeit wird, dass sich endlich mal wieder starke Männer mit Ecken und Kanten meldenum den Sauhaufen aufzuräumen

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