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22.06.2014

13:49 Uhr

Frauen in Männerdomänen

Frauenquote für Top-Positionen kommt ab 2016

Die Zeit der Appelle und freiwilligen Selbstverpflichtungen soll nun der Vergangenheit angehören. Per Gesetz will die Regierung die Top-Etagen der Wirtschaft weiblicher machen - und so die Gleichstellung voranbringen.

Frauen als Vorstandschefin – eine Seltenheit in deutschen Dax-Konzernen. Getty Images

Frauen als Vorstandschefin – eine Seltenheit in deutschen Dax-Konzernen.

BerlinAn der Spitze deutscher Unternehmen sollen Frauen künftig mehr zu sagen haben. Dazu will die Regierung von 2016 an für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen eine Geschlechterquote von 30 Prozent vorschreiben. Dies sieht der Referentenentwurf der SPD-geführten Ressorts Justiz und Familie vor, der Ende vergangener Woche zur Abstimmung an die anderen Ministerien verschickt wurde.

Justizminister Heiko Maas versicherte, es werde bei der Quote „keine Ausnahmen geben“. „Bloße Scheinargumente, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen, lassen wir nicht gelten“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Für Familienministerin Manuela Schwesig geht es dabei „um Macht, Einfluss und Geld für Frauen. Das gibt niemand freiwillig ab.“

Frauen in DAX-Vorständen

Allianz

Hier wirkt Helga Jung als Vorstandsmitglied.

Sie war auch im Vorjahr schon im Vorstand aktiv und hat somit auch schon Zeiten erlebt, in denen der Frauenanteil in den Vorständen der DAX-30-Unternehmen höher war als aktuell: Zwischen 2012 und 2013 sank er von 7,8 auf 6,3 Prozent.

BASF

Bei BASF mischt Margret Suckale ganz oben mit. Sie ist somit eine von zwölf Frauen bei insgesamt 191 Vorstandsmitgliedern bei den DAX 30.

BMW

Milagros Caiña Carreiro-Andree ist in der DAX 30-Welt nicht nur ihres Namens wegen eine Exotin.

Frauen insgesamt sind 2013 wieder mehr in die Ecke der Sonderspezies in den Vorständen der gelisteten Unternehmen gerutscht.

Continental

Elke Strathmann lenkt bei dem Reifenhersteller die Geschicke zum Teil mit.

Dies wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Denn auch wenn gegenüber dem Vorjahr drei Frauen weniger in den Vorständen sitzen, hat sich die Zahl der Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern von einer Firma 2008 über sechs in 2011 auf heute zehn der 30 DAX Unternehmen merklich gesteigert.

Daimler

Christine Hohmann-Dennhardt hat es in den Vorstand eines der einflussreichsten Automobilkonzerne Deutschlands geschafft. Die Chancen auf den obersten Chefposten scheinen nach wie vor klein: Keines der zehn Unternehmen mit Führungsfrauen hat eine weibliche Vorsitzende.

Deutsche Börse AG

Hier hat Hauke Stars einen Chefsessel inne.

In Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen nehmen Frauen weit mehr Plätze ein. Waren es 2008 schon 13 Prozent, so liegt die Frauenquote in den Aufsichtsräten heute bei 21,9 Prozent. Sie scheinen damit auf gutem Kurs, die von SPD und Union geplanten 30 Prozent bis 2016 zu schaffen.

Lufthansa

Sie ist in diesem Jahr erst neu hinzugekommen: Bettina Volkens ergänzt das bisher alleinige weibliche Vorstandsmitglied Simone Menne bei der Deutschen Lufthansa AG.

Einen Ausgleich für die als Vorstände ausgeschiedenen Damen Regine Stachelhaus (E.ON AG), Luisa Deplazes Delgado (SAP AG) sowie Brigitte Ederer und Barbara Kux (beide Siemens AG) gereicht ihr Posten jedoch nicht.

Deutsche Post

Angela Titzrath hat zumindest Teile der Zügel des ehemaligen Staatskonzerns in der Hand.

Telekom

Gemeinsam mit der Lufthansa – und früher auch Siemens – gilt die Telekom als ein Vorbild in Sachen Führungsfrauen: Sie haben gleich zwei Damen auf Posten platziert: Claudia Nemat und Marion Schick.

Henkel AG

Auch der Arbeitgeber von Kathrin Menges gilt bereits seit einiger Zeit als Musterknabe – oder vielleicht besser -mädel – hinsichtlich Frauen in Vorständen.

Mit ihrem Entwurf wollen Schwesig und Maas das Thema Frauenquote nach langem Tauziehen endlich aus der Unverbindlichkeit holen: Durch verbindliche Ziele für eine Geschlechterquote in den Führungsetagen von Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung.

Von 2016 soll die Quote bei dann anstehenden Gremien-Neuwahlen gelten, nicht aber für noch laufende Mandate. Wird die Quote nicht erfüllt, bleiben die Plätze laut Entwurf unbesetzt. Zudem ist eine Berichtspflicht der Unternehmen vorgesehen, ob sie die Quote erreichen konnten oder, falls nicht, welche Gründe das verhinderten.

Kommentare (1)

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23.06.2014, 09:50 Uhr

Warum nur 30% Quote für DAX-Konzerne?
Jeder Abteilung mit mehr als fünf Personen sollte in das System eingebunden werden.
SachbearbeiterInnen 30/70 ebenso wie MaurerInnen 30/50, usw,dann käme doch richtig Freude im Erwerbsleben auf.
Letzteres ist NICHT anzüglich gemeint, aber insgesamt durchaus ironisch.

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