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11.05.2012

17:33 Uhr

Frauen in Ministerien

Regierung verfehlt Frauenquote

VonBarbara Gillmann

Nur jede vierte Führungskraft der schwarz-gelben Regierung ist weiblich. Nur im Kabinett und auf der untersten Führungsebene sind Frauen breit vertreten, so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Kienbaum.

Familienministerin Kristina Schröder im Gespräch mit Bildungsministerin Annette Schavan. In ihren Ministerien ist der Frauenanteil ausgeglichen. dpa

Familienministerin Kristina Schröder im Gespräch mit Bildungsministerin Annette Schavan. In ihren Ministerien ist der Frauenanteil ausgeglichen.

BerlinSeit Monaten streitet die Republik - allen voran das politische Berlin - über Frauenquoten für die Top-Etagen der Wirtschaft. Die Vorschläge reichen bis zu 30 und 40 Prozent in Vorstand und Aufsichtsrat. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Bundesregierung selbst weit von solchen Zielen entfernt ist. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum „Frauen - Macht - Regierung", die dem Handelsblatt vorliegt. Diese hat erstmals detailliert die Frauenquoten in den verschiedenen Führungsetagen der Bundesregierung ermittelt, bis hinunter zu den Referatsleitern - und das für jedes Ministerium.

Insgesamt ist danach jede vierte Führungskraft der schwarz-gelben Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel weiblich. Es gibt allerdings enorme Unterschiede: Vorbildlich ist die Quote mit fast 38 Prozent im Kabinett. Von den 25 mächtigen beamteten Staatssekretären sind dagegen nur 24 Prozent weiblich. Ganz weit dahinter zurück fallen die Abteilungsleiter mit 16 Prozent.

Das ist besonders bedeutsam, da die Minister aus der Riege der 125 Abteilungschefs - die meist politische Beamte sind - ihre Staatssekretäre rekrutieren. Der Nachschub ist hier also zumindest für einige Jahre nicht gesichert. Weit besser sieht es erst wieder auf der untersten Führungsebene aus: Von 1713 Referatsleitern in Ministerien, Kanzleramt und Presseamt sind immerhin 30 Prozent Frauen.

Damit erfüllt die Bundesregierung lediglich auf der absoluten Top-Ebene und bei den nachgeordneten Referatsleitern eine 30-Prozent-Quote, die nicht nur Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zumindest den Dax-Vorständen vorschreiben möchte - von den 40 Prozent für Aufsichtsräte ganz zu schweigen.

Immerhin ist der Anteil der Führungskräfte in der Bundesregierung stetig gestiegen. Auch auf Ebene der Staatssekretäre ist der Frauenanteil höher als in den Chefetagen der Wirtschaft. Dort sind es nach Angaben des Statistischen Bundesamt nur 20 Prozent. Im Vergleich zur mickrigen Damen-Vertretung in Dax-Vorständen, die nach der jüngsten Kienbaum-Auswertung bei 4,3 Prozent dümpelt, schneidet Merkels Team geradezu brillant ab. „Die Regierung kann bei der Frauenförderung Erfolge vorweisen und ist in Teilen weiter als die Wirtschaft", sagte Kienbaum-Hauptstadt-Repräsentant Thorsten Alsleben.

Kommentare (1)

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12.05.2012, 08:10 Uhr

Fast alle Damen welche in der Politik tätig sind, sind Quotenfrauen. Die Leistungen sind entsprechend. Können wir uns noch mehr von solchen Leisten???

Ich möchte dass fähige Frauen diese Jobs machen. Es gibt die bestimmt. Nur wo sind die? Haben die an diesen Jobs kein Interesse?

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