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20.01.2011

08:11 Uhr

Frauenanteil in Unternehmen

Ärger über von der Leyens „Monster namens Quote“

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Chefetagen der deutschen Top-Unternehmen sind weiter fest in Männerhand. Arbeitsministerin von der Leyen will dies nun ändern und schließt auch eine gesetzliche Regelung nicht aus. Doch in der Union stößt sie damit auf energischen Widerstand. Die CSU ein „weiteres Monster namens Quote“ verhindern

Von der Leyen will mehr Frauen in Führungspositionen. Quelle: dpa

Von der Leyen will mehr Frauen in Führungspositionen.

DÜSSELDORF. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stößt mit ihrer Forderung nach einer Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen auf wenig Gegenliebe beim Wirtschaftsflügel der Union. Der Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union Hans Michelbach, warnte in einem Gespräch mit Handelsblatt Online davor, den Arbeitmarkt immer weiter abzuschotten. „Es sollte sich eigentlich herumgesprochen haben, dass Überregulierung der Feind des Wachstums ist“, sagte er. „Es gibt genug Probleme zu lösen. Deshalb sollte die Politik nicht auch noch Probleme künstlich herbeireden. Zeitgeist-Getue bringt uns keinen Schritt weiter.“

Die Politik liege falsch, wenn sie ihre Wahrnehmung auf einige Großunternehmen verenge. Die unternehmerische Wirklichkeit zeige sich vielmehr in den hunderttausenden mittelständischen Unternehmen. "Dort gibt es ganz ohne Quote eine große Zahl von engagierten Frauen, die ihre Unternehmen erfolgreich führen und Arbeitsplätze für Männer und Frauen schaffen", betonte Michelbach. Das sei das wahre Erfolgsmodell.

Michelbach ermahnte von der Leyen in diesem Zusammenhang, Bürokratie abzubauen und nicht neue zu erfinden. "Nach dem Bürokratiemonster ‚Antidiskriminierungsgesetz’ braucht die Wirtschaft nicht noch ein weiteres Monster namens Quote“, betonte der CSU-Politiker. „Das zentrale Problem vor dem die Wirtschaft steht, ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs für die Zukunft. Hier kann sich die Politik beweisen. Gesetzliche Frauenquoten oder Quote-Selbstverpflichtungen sind so überflüssig wie ein Kropf.“

Von der Leyen hatte am Mittwoch den deutschen Unternehmen wegen des geringen Anteils von Frauen in Top-Positionen mit einer gesetzlichen Frauenquote gedroht. „Angesichts der nur mit der Lupe erkennbaren Fortschritte der vergangenen zehn Jahre schließe ich eine gesetzliche Regelung über einen Mindestanteil von Frauen in Führungspositionen von Unternehmen nicht mehr aus“, sagte von der Leyen dem „manager magazin“.

Die einzige Alternative zur gesetzlichen Quote bestehe in einer zügigen, verbindlichen und „öffentlich nachvollziehbaren“ Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft zu mehr Frauen in Führungspositionen. Die Ministerin fügte hinzu: „Unter 25 bis 30 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen würde ich gar nicht anfangen zu verhandeln. Das Entscheidende ist eher der Zeitraum für die Umsetzung. Ich sage mal: Es sollten weniger Jahre sein, als meine Hand Finger hat.“

Kommentare (6)

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Geheimrat

20.01.2011, 10:00 Uhr

CDU ist schafft sich ab, einzig Leistung zählt,
Quote erzeugt keine Leistung.

Der Dümmste Vorschlag aller Zeiten:
bitte kein Quotenarzt,
kein Quoten-ingeneur,
kein Quoten-Architekt,
kein Quten-beamter.

Micha

20.01.2011, 10:10 Uhr

DDR 2.0!

Die Alleskönnerin, für eine Schlagzeile!!!

20.01.2011, 10:29 Uhr

ich bin dafür dass Frau von der Leyen sich in einem Welt-Konzern, als Chefin bewirbt,nur Frage ich mich wär würde Sie einstellenwollen??? Dann wäre sie da weg, wo sie nicht hingehört, nämlich in die Politik.
Die CDU sollte ihren Stahl einmal richtig ausmisten, dann würden nichtgeeignete Politiker/Politikerinnen verschwinden, und man kämme wider zu den wichtigen Sachthemen zurück.
immer in eigener PR-in Aktion, dies ist Frau Ministerin von der Leyen.
Danke

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