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22.08.2012

14:25 Uhr

Frauenpolitik

Schröder lässt totgesagtes Projekt wieder aufleben

VonDietmar Neuerer

Eigentlich hatte die Familienministerin ihre Flexi-Quote für mehr Frauen in Führungspositionen schon begraben. Doch nun steht Schröders Projekt wieder auf ihrer Agenda. Die Opposition schäumt.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). dpa

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

DüsseldorfÜberraschende Kehrtwende in der Debatte um eine Frauenquote: Familienministerin Kristina Schröder (CDU) setzt ihr Projekt einer flexiblen Quote für mehr Frauen in Führungspositionen wieder auf die politische Agenda. Vor kurzem hatte sie das Thema noch für diese Wahlperiode für gescheitert erklärt. Jetzt teilt sie in einem Brief an die Koalitionsfraktionen mit: „Mein Ziel ist und bleibt es, alle börsennotierten und vollmitbestimmungspflichtigen Unternehmen gesetzlich zu verpflichten, eine Flexi-Quote für Vorstand und Aufsichtsrat zu beschließen und diese öffentlich zu machen.“ Ein entsprechender Gesetzentwurf ihres Hauses sei seit November 2011 fertig.

Erst vor kurzem hatte Schröder erklärt, dass sie vor der Bundestagswahl 2013 keine Chance mehr sehe, ihr Quoten-Vorhaben per Gesetz festzuschreiben. Die CDU-Politikerin machte dafür den Koalitionspartner FDP verantwortlich. "Die FDP sagt, sie ist nicht bereit, einen gesetzlichen Weg zu gehen", hatte Schröder gesagt. EU-Kommissarin Viviane Reding stellte dann in Aussicht, dass anstelle von Schröder die Europäische Kommission aktiv werden könnte.

Porträt: Kristina Schröder, die Unbeliebte

Porträt

Kristina Schröder, die Unbeliebte

Die jüngste Ministerin im Bundeskabinett hat es schwer: Egal ob Betreuungsgeld oder Frauenquote, Kristina Schröder erntet viel Spott und Kritik. Auch die Auftritte rund um ihr Buch machten sie nicht gerade beliebter.

"Frau Schröder bekommt die Frauenquote nicht hin", sagte EU-Justizkommissarin Reding. "Aber sie will auch nicht, dass es jemand anderes schafft. Das ist nicht sehr überzeugend. Vielleicht brauchen wir bei der Frauenquote eine Ersatzvornahme aus Brüssel?" Reding hatte sich in den vergangenen Monaten für eine europaweite Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen starkgemacht. Mit ihrem Gesetzesvorschlag dafür wird im Herbst gerechnet. Sie hatte zuletzt für Frauenquoten von 30 Prozent bis 2015 und von 40 Prozent bis zum Jahr 2020 geworben.

Schröder nennt nun in dem Brief ihre Flexi-Quote eine intelligente Quote, da sie individuelle Ausgangsbedingungen berücksichtige, statt alle Unternehmen und Branchen über einen Kamm zu scheren. Sie fördere Vielfalt im Unternehmen, statt Anpassung an eine familienferne Monokultur. Sie verbessere die Chancen aller Frauen im Unternehmen, statt nur einige wenige Vorzeigefrauen über die gläserne Decke in den Aufsichtsrat zu hieven. Sie verknüpfe die notwendige Verbindlichkeit, was faire Chancen für Frauen betreffe, mit unternehmerischer Freiheit und Eigenverantwortung und damit mit den Erfolgsprinzipien der sozialen Marktwirtschaft. „Damit setzt die Flexi-Quote in den Unternehmen diejenigen Veränderungen in Gang, die notwendig sind, um die gläserne Decke von unten zu durchbrechen.“

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

22.08.2012, 11:56 Uhr

ja tolle idee...

ich frage mich jetzt schon, wann immer ich eine frau in verantwortungsvoller position sehe ob das ein fall von 'quotenfrau' ist.
posten sollen aufgrund von qualifikation besetz werden.

wer sich eingehender mit dem unterschiedlichen verhalten von männern und frauen beschäftigt sieht die offensichtlich biologisch bedingten unterschiede.


mir geht dieser 'staatsfeminismus' nur noch auf die nerven (und den geldbeutel)....

Account gelöscht!

22.08.2012, 12:38 Uhr

Ach, Frau Schröder, geben sie es auf. Wenn ich mir die "Quotenfrauen" in der Politik anschaue und welche merkwürdigen Ideen diese absondern, wird mir als Frau nur noch übel.

Tabu

22.08.2012, 13:08 Uhr

Die Schrödern ist auch so überflüssig wie ein Kropf..
Das hat sie aber mit den meisten männlichen Politikern
gemeinsam..
Haben die eigentlich alle nichts wirklich wichtig produktives zum schaffen..Das sind doch alles vorgeschobene Placebo Tätigkeiten..Einer will neue
Kennzeichen an Autos,die andere zieht weil ihr grad
Langweilig ist,ne alte Schublade auf..
Schavan zieht es nach 14 Jahren Sesselpupserei mit miserablen Ergebnis in den Ruhestand..wobei ich glaube,das der Ruhestand die 14 Jahre waren..und nun
will van der Leiden,auf diesen Sessel weiterpupsen.
Euro und Energiewende sind das Thema..verschont uns
mit euren Nichtigkeiten.

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