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26.11.2014

13:57 Uhr

Frauenquote

Ein „Kulturwandel“ sieht anders aus

VonKatharina Schneider

Nach langem Ringen hat sich die Koalition auf eine Frauenquote geeinigt. Doch was ab 2016 für etwa 100 große deutsche Unternehmen gilt, ist alles andere als ein großer Wurf. Große Veränderungen sind nicht zu erwarten.

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Die Frauenquote greift viel zu kurz

Handelsblatt in 99 Sekunden: Die Frauenquote greift viel zu kurz

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DüsseldorfDie Frauenquote für Aufsichtsräte kommt. Darauf hat sich die große Koalition nach langem Ringen geeinigt. Mindestens 30 Prozent der Aufsichtsräte sollen ab 2016 weiblich sein. Doch was von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) als „Kulturwandel“ verkündet wird, greift in Wirklichkeit viel zu kurz.

Unternehmen hatten sich vor der Einigung vehement gegen die Quote gewehrt. Und auch jetzt heißt es etwa vom Arbeitgeberverband BDA, eine solche Quote schade Wirtschaft und Beschäftigten. Klar, die Firmen wollen sich von der Politik nicht bei der Besetzung der wichtigen Posten beeinflussen lassen. Wenn man ihnen wie bisher jedoch freie Hand bei der Besetzung des Aufsichtsrats lässt, sitzen dort am Ende nur Männer.

Doch was nun von der Koalition als Kompromiss präsentiert wurde, ist alles andere als ein starker Eingriff und wird höchstens zu kleinen Veränderungen führen. Trotzdem wettert der BDA: „Eine solche Quote ignoriert, dass das entscheidende Kriterium die fachliche Qualifikation sein muss.“

Genau das ist durchaus richtig. Ob es in der bisherigen Praxis aber tatsächlich das entscheidende Kriterium war, darf bezweifelt werden.

In einer idealen Welt bräuchten wir keine Frauenquote. In einer idealen Welt würden bei der Besetzung von Führungspositionen allein die Qualifikation, das Engagement und die sozialen Kompetenzen zählen. Doch von solch einer idealen Welt sind wir weit entfernt. Die Chefetagen in Unternehmen werden noch immer von Männern dominiert und die Entscheider bringen vor allem ihresgleichen – also andere Männer – in Spitzenpositionen. Um diesen Automatismus zu durchbrechen, brauchen wir eine Frauenquote.

Frauenquote: Das Jammern der Männer

Frauenquote

Das Jammern der Männer

Gegen die gesetzliche Frauenquote gibt es eine Menge Einwände – allerdings nur wenige gute. Jede These kann mit Gegenargumenten widerlegt werden.

Studien belegen es: Wenn Teams zu homogen sind, leidet die Kreativität. Doch gerade in der heutigen Zeit können sich Unternehmen im Wettbewerb nur durch Innovationen durchsetzen. Deshalb braucht die Wirtschaft Führungspersönlichkeiten, die auch mal über den Tellerrand hinausschauen und sich nicht an Althergebrachtem festklammern. Die Durchmischung unterschiedlicher Denkweisen kann da nur förderlich sein.

Kommentare (25)

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26.11.2014, 14:16 Uhr

Schöne Frauen sollten sich lieber einen reichen Investmentbanker oder Profikicker als Partner suchen der ihren Lebensstandard finanziert (als Mätresse mit mtl. 5-stelliger Apanage), anstatt ihre kostbare Zeit auch nur ansatzweise mit Arbeit zu verschwenden.

Herr Wolfgang Stroebele

26.11.2014, 14:35 Uhr

Zitat: Studien beweisen es: Wenn Teams zu homogen sind, leidet die Kreativität. Doch gerade in der heutigen Zeit können sich Unternehmen im Wettbewerb nur durch Innovationen durchsetzen. Deshalb braucht die Wirtschaft Führungspersönlichkeiten, die auch mal über den Tellerrand hinausschauen und sich nicht an Althergebrachtem festklammern. Die Durchmischung unterschiedlicher Denkweisen kann da nur förderlich sein.

Wo ist denn bitteschön der Beweis, dass die Ergebnisse von Entscheidungen gemischter Teams bzw. von Teams mit höherem Frauenanteil besser sind?
Das würde ich gerne mal schwarz auf weiss sehen, bevor Politiker, die im Grundsatz ihren eigenen Job nicht beherrschen, bei Themen von denen sie garantiert nichts verstehen reinreden.
Außerdem würde mich mal interessieren, wie sich die festgeschriebene Frauenquote mit dem Diskriminierungsverbot verträgt. Top und besser qualifizierte Männer dürfen Aufsichtsratsposten zukünftig nicht mehr besetzen, wenn die Tussiquote nicht erfüllt ist.
Armes Deutschland wenn das unsere größte Sorge ist.

Herr Gerhard Kraus

26.11.2014, 14:38 Uhr

Und hässliche Frauen können Bundeskanzlerin werden.

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