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20.07.2012

03:02 Uhr

Frauenquote

Von der Leyen hat keine Lust mehr auf leere Versprechungen

Bundesarbeitsministerin von der Leyen redet Klartext: Sie bekräftigt ihre Forderung nach einer gesetzlichen Frauenquote für Aufsichtsräte, liest Unternehmen die Leviten und kanzelt Kristina Schröders Idee ab.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht bei der Internet-Konferenz DLD Women. dpa

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BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Umgang der deutschen Unternehmen mit weiblichen Mitarbeitern kritisiert. Es sei empörend, wie wenig sich in den vergangenen zehn Jahren in den Konzernen getan habe, sagte die Ministerin der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). In den Unternehmen gelte noch immer: „In der Breite dürfen die Frauen mitarbeiten, in der Spitze nicht.“

Weil sie keine Lust mehr habe, sich zehn weitere Jahre leere Versprechungen anzuhören, müsse jetzt eine gesetzliche Frauenquote für die Aufsichtsräte der börsennotierten Unternehmen beschlossen werden, sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende. Dabei müsse es eine „glasklare Zielvorgabe von 30 Prozent“ geben.

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Einen Fortschritt, den man „mit der Lupe suchen“ müsse, sagt Arbeitsministerin von der Leyen angesichts der Ergebnisse eines Berichts über Frauen in den Dax-Führungsetagen - und fordert die gesetzliche Frauenquote.

Von der Leyen hatte die Einführung einer gesetzlich festgelegten Frauenquote für Aufsichtsräte gefordert, obwohl für dieses Thema Familienministerin Kristina Schröder (CDU) zuständig ist. „So etwas als Brüskierung abzutun, finde ich verächtlich politischen Prozessen und anderen Meinungen gegenüber“, sagte von der Leyen dazu.

„Unsere gemeinsame Aufgabe ist es jetzt aber, eine Lösung zu finden. Daran arbeiten wir.“ Die von Schröder favorisierte Flexi-Quote werde nicht reichen.

Bei der Flexi-Quote sollen sich Unternehmen selbst ein Ziel für die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzen. Wird das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht, sollen Sanktionen verhängt werden können.

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Kommentare (22)

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Account gelöscht!

20.07.2012, 06:27 Uhr

VdL ist immer gut für einen Zickenkrieg in der Ministerrunde - so haben die Bürger wenigstens mal was zu lachen.

Account gelöscht!

20.07.2012, 07:26 Uhr

Frau von der Leyen ist viel zu zaghaft: warum nicht 100 Prozent Frauenquote? Übrigens auch bei der Müllabfuhr und der Kanalreinigung.

Dann könnte nämlich jeder erkennen, dass Frauen die Welt vielleicht ein bischen anders, aber um keinen Deut besser machen als Männer. Ausserdem hätten wir Männer was zu feixen, statt immer nur die ideologischen Bösewichte abzugeben.

vandale

20.07.2012, 08:10 Uhr

Fr. Merkel hat 3-stellige Milliardenschäden mit den €-"Rettungspaketen" und der "Energiewende" angerichtet. Da möchte Fr. V.d. Leyen natürlich nicht nachstehen.

Vor etwa 100 Jahren meinte man dass die berufliche Wertschätzung durch Leistung und nicht durch Stand, Hautfarbe, oder andere Aeusserlichkeiten zu bestimmen sei. Dadurch werden alle Gesellschaftsgruppen zu maximaler Leistung angespornt. Alles andere sei Diskriminierung. Mittlerweile scheinen Quoten und Diskriminierung wieder in zu sein. Fr. v. Leyen spricht über Frauenquoten, man könnte auch Quoten für Einwanderergruppen definieren. Beispielsweise sucht dann ein Unternehmen nach einer Romafrau mit muslimischem Glauben und gleichgeschlechtlicher Orientierung um die entsprechende Quote zu erfüllen.

Der Hauptgrund, dass die Führungspositionen durch Männer besetzt sind liegt in der Einstellung. Die soziale Stellung eines Mannes richtet sich im wesentlichen nach dessen beruflichen Erfolg. Deshalb arbeiten viele Männer, nachdem sie dies begriffen haben, hart am beruflichen Erfolg. Frauen können ihre soziale Stellung auch durch ein ansprechendes Aeusseres, oder eine gute Heirat verbessern. Das berufliche Engagement ist weniger ausgeprägt.

Vandale

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