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07.03.2012

18:54 Uhr

Frauenquote

Von der Leyen hofft auf Kanzlerin Merkel

Die Arbeitsministerin setzt in der Durchsetzung einer Frauenquote auf einen Kurswechsel von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die vehementen Diskussionen darüber hätten bisher zu wenig bewirkt, so Ursula von der Leyen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. dapd

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

BerlinArbeitsministerin Ursula von der Leyen setzt darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel notfalls gegen den Willen der Wirtschaft eine Frauenquote in Chefetagen durchsetzen wird. Eine freiwillige Regelung habe bislang nichts gebracht, sagte die CDU-Ministerin der Online-Ausgabe der Illustrierten „Stern“ vom Mittwoch. Merkel habe deutlich gemacht, dass sie sich das noch eine Weile anschauen werde. „Und wenn sich nicht wirklich dramatisch etwas ändert, wird sie wohl reagieren müssen“, sagte von der Leyen. Bislang lehnt Merkel eine gesetzliche Quote ab.

Die Schlechterstellung von Frauen im Vergleich zu Männern bestätigte auch die Bundesagentur für Arbeit. Sie teilte anlässlich des Weltfrauentages an diesem Donnerstag mit, Frauen seien nicht nur viel seltener als Männer in Führungspositionen, sie verdienten auch deutlich weniger.

„Wir haben eine vehemente Diskussion geführt über Frauen in Führungspositionen“, sagte von der Leyen. „Und was ist passiert? Magere zwei Prozent Zuwachs.“ Die Unternehmen würden klare Ansagen verstehen: „Wir wollen eine Quote.“ Die Ministerin unterstützt den Vorstoß von EU-Justizkommissarin Viviane Reding, die bis zum Sommer Vorschläge für eine Frauenquote vorlegen will. Im Gespräch ist ein Anteil von 30 bis 40 Prozent weiblicher Führungskräfte in Aufsichtsräten und Vorständen.

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, erteilte den Überlegungen eine Absage: „Ich bin gegen die Quote.“ Er räumte aber ein, dass Chancengleichheit ein Problem sei. Der Schlüssel dafür sei für ihn die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dagegen bekräftigte SPD-Chef Sigmar Gabriel die Forderung nach einer gesetzlichen Frauenquote: „Mehr Frauen in Führungspositionen sind ein Gewinn für alle.“ Auch die stellvertretende Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Ingrid Sehrbrock, sprach sich für eine Quote aus. Ohne gesetzliche Vorgaben werde nichts passieren.

„Frauen arbeiten deutlich öfter in Teilzeit, seltener in Führungspositionen und mit geringeren Löhnen als Männer“, erklärte die BA vor dem Weltfrauentag. Auch das Statistische Bundesamt erklärte, Frauen in Deutschland arbeiteten deutlich mehr in Teilzeit als ihre Kolleginnen in anderen EU-Staaten. Gut 45 Prozent hatten 2010 eine verkürzte Arbeitszeit, während dies im EU-Durchschnitt nur für knapp 31 Prozent galt, wie die Statistiker mitteilten. Nur in den Niederlanden lag die Teilzeitquote mit fast 75 Prozent höher.

In Deutschland sind aber mehr Frauen insgesamt erwerbstätig als im EU-Durchschnitt. In der Bundesrepublik gehen knapp 70 Prozent der 20- bis 64-jährigen einem Beruf nach, in der EU sind es nur rund 62 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.03.2012, 19:38 Uhr

Frauen per Quote direkt in die Firmenvorstände ?? Ja, warum wohl, damit die Politik besser über die Quotenfrauen in die Unternehmen hinein-diktieren können ihre sozialistische Planwirtschaft. Das ist der Grund !! Furchtbar, die CDU zeigt immer mehr ihr sozialistisch-dogmatisches Gesicht.
Und am besten Frauen in alle Vorstände in der EU per Gesetz. Marktwirtschft kann beerdigt werden. Echt unglaublich, Qualifikation und Fährigkeiten zählen heute nichts mehr.

Account gelöscht!

08.03.2012, 09:02 Uhr

Wie war, wie war.
Danke

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