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02.02.2011

10:24 Uhr

Frauenquote

Wirtschaft macht mobil gegen Zwangsvorgaben

Zwei Ministerinnen gegen die deutsche Wirtschaft: Ursula von der Leyen und Kristina Schröder wollen die deutschen Unternehmen auf eine Frauenquote festnageln. DIHK-Chef Driftmann hält mit Statistiken dagegen - obwohl die mit dem geplanten Gesetz gar nichts zu tun haben.

DIHK-Präsident Driftmann kämpft gegen die Frauenquote: "Vier von zehn Unternehmen im Mittelstand werden von Frauen gegründet." Reuters

DIHK-Präsident Driftmann kämpft gegen die Frauenquote: "Vier von zehn Unternehmen im Mittelstand werden von Frauen gegründet."

BERLIN. Die Diskussion über eine gesetzlich verordnete Frauenquote in den Führungsetagen der Unternehmen geht aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) an der Realität vorbei. Im deutschen Mittelstand würden vier von zehn Unternehmen von Frauen gegründet, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). 160 000 Firmen, die pro Jahr neu entstünden, hätten damit einen weiblichen Chef. Das bedeute eine Steigerung von 30 auf 40 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Der DIHK-Präsident forderte bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um diese unternehmerische Selbstständigkeit zu fördern. Dies gelte für Mütter wie für Väter. "Wir brauchen gute Kinderbetreuung und nicht Quoten", sagte Driftmann. So würden Kindertagesstätten, die am frühen Nachmittag schließen, den Bedürfnissen von Erwerbstätigen nicht gerecht.

Driftmanns Zahlen haben allerdings mit den geplanten Vorgaben wenig zu tun: Die Bundesregierung will eine Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte vorschreiben von Aktiengesellschaften vorschreiben - die wenigsten Mittelständler dürfte das betreffen. Derzeit gibt es lediglich einen Streit zwischen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Familienministerin Schröder um die Ausgestaltung der Qupte: Von der Leyen will Unternehmen zwingen, 30 Prozent der Sitze in Vorständen und Aufsichtsräten mit Frauen zu besetzen. Schröder (CDU) lehnt eine Einheitsquote ab und will eine flexible Regelung.

Auch die FDP-Führung lehnt eine verbindliche Frauenquote strikt ab. Dagegen ist eine solche Quote in Unternehmen aus Sicht von Managerinnen nur der erste Schritt zu einem längst fälligen Wandel der deutschen Arbeitswelt. "Die Führungs- und Arbeitskultur in deutschen Unternehmen muss sich verändern", sagte die Präsidentin des europaweiten Managerinnen-Netzwerks EWMD, Kris Hauf.

Das EWMD unterstützt seit mehreren Jahren die Einführung einer Geschlechterquote mit einem Frauenanteil von mindestens 40 Prozent. Sicherlich wäre es wünschenswert, den Konzernen die Entscheidung über Frauen in Führungspositionen selbst zu überlassen, sagte Hauf. Sie hält aber dennoch ein verbindliches Gesetz für erforderlich. "Es wäre schön, wenn es anders wäre. Aber das Allgemeine Gleichstellungsgesetz hat für Frauen noch viel zu wenig bewirkt."

Kommentare (2)

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Margrit Steer

02.02.2011, 12:19 Uhr

Wirtschaft macht mobil?
Da darf gelacht werden.
Wie immer, macht man ein wenig "Du, Du" und das wars. Und wenn Merkel nach dem Quoten-Gipfel befiehlt, springen alle und küssen ihr die Füße
bei solchen Schwachköpfen in den Verbänden ist Mobilmachen gegen irgend etwas Kinderkram,
Was wäre unser Land schön, wenn es diese Überemanzen nicht gäbe

no.7

02.02.2011, 14:21 Uhr

Ob nun in den Dax unternehmen diese oder jene im vorstand sitzen- wen interessiert es überhaupt ? das ist so unwichtig wie nur etwas. Trotzdem ist es ja mehr als dreist, daß jetzt eine winzige klientel die Schützenhilfe des staates erhalten soll. Alle anderen bekommen nichts, aber solche, die angeblich so unglaublich gut qualifiziert und was weiß ich noch alles sind, die erhalten die staatshilfe. da kommt der Staat plötzlich mit zwang. Für die millionen schlechtbezahlten frauen, da tut er nichts. denen kann man ja den Lohn noch ein bißchen weiter drücken. zur begründung dieses obskuren vorhabens wird dann mit an den haaren beigezogenen dingen argumentiert. Es gebe eine "gläserne decke", und das sei der grund, daß frauen ausgeschlossen sind. Wenn die also behaupten, daß etwas existiert, was ein reines Phantasieprodukt ist, dann nimmt der Staat dies zum anlass, mit verfassungswidrigen eingriffen zu hantieren.

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