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13.08.2012

13:20 Uhr

Freie Wähler in Bayern

Zwei Wahlen, ein Thema

Freie-Wähler-Chef Aiwanger will seine Partei im Herbst 2013 in Bayern an die Macht bringen und in Berlin in den Bundestag führen – und das vor allem mit einem Thema: dem Euro.

Hubert Aiwanger will 2013 mit den Freien Wählern hoch hinaus - in Bayerns Regierung und in den Deutschen Bundestag. Reuters

Hubert Aiwanger will 2013 mit den Freien Wählern hoch hinaus - in Bayerns Regierung und in den Deutschen Bundestag.

MünchenHubert Aiwanger hat zwei große Ziele: In einem Doppelschlag will der Freie Wähler-Chef es im Herbst 2013 schaffen, in Bayern in die Regierung zu kommen und in Berlin erstmals in den Bundestag einzuziehen. Das Thema, mit dem er bei den Wählern landauf, landab punkten will: der Euro und die europäische Schuldenkrise. Hier versucht Aiwanger seit einigen Monaten, mit markigen Sprüchen auf sich aufmerksam zu machen. Bundesweit stößt er damit auf ein geringes Echo. In Bayern riskiert er, es sich mit der SPD zu verscherzen, einem potenziellen Koalitionspartner.

Aiwangers Position ist ebenso klar wie streitbar: Es soll endlich Schluss sein mit den milliardenschweren Euro-Rettungspaketen, die Bundestag und Bundesrat fast schon in regelmäßigen Abständen absegnen müssen. „Aus Feigheit vor der Finanzwelt überweisen die Bundestagsparteien immer mehr Geld - und im Endeffekt nutzt das nur den Banken, nicht aber Europa“, schimpft er - und nimmt für die Freien Wähler in Anspruch, als einzige Partei auf dem richtigen Kurs zu sein.

Bei der Landtagswahl 2008 wurden die Freien Wähler in Bayern mit 10,2 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft. In anderen Bundesländern schnitten sie in den vergangenen Jahren aber sehr schlecht ab - in Nordrhein-Westfalen etwa landete die Partei mit 0,1 Prozent unter den Sonstigen.

In Bayern stehen die Chancen besser. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die CSU nach der Landtagswahl 2013 und einem Verlust ihres Koalitionspartners FDP auf die Freien Wähler - oder die SPD - angewiesen sein könnte. Das ist die eine Option für Aiwanger. Die andere heißt Dreierkoalition mit SPD und Grünen. Nicht unrealistisch ist also das Szenario, dass die Freien Wähler am Ende entscheiden werden, wer nächster bayerischer Ministerpräsident wird. „Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass es so ausgehen wird“, sagt Aiwanger voraus.

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