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19.04.2016

12:46 Uhr

Freital in Sachsen

Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen

Im sächsischen Freital hat die Polizei bei einem Großeinsatz fünf Verdächtige festgenommen. Sie sollen eine Terrorgruppe gegründet haben. Vier der Festgenommenen wird zudem versuchter Mord vorgeworfen.

In Freital sind fünf mutmaßliche Rechtsterroristen festgenommen worden sein. Die Verdächtigen sollen Asylbewerberheime angegriffen haben.(Archivbild) AFP; Files; Francois Guillot

Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte

In Freital sind fünf mutmaßliche Rechtsterroristen festgenommen worden sein. Die Verdächtigen sollen Asylbewerberheime angegriffen haben.(Archivbild)

Karlsruhe/FreitalMit den Festnahmen mutmaßlicher Rechtsextremisten in Sachsen ist den Sicherheitsbehörden laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ein „entscheidender Schlag gegen eine regionale rechtsterroristische Struktur“ gelungen. „Durch den konzertierten Zugriff von Bundeskriminalamt, Bundespolizei und der sächsischen Polizei im Auftrag des Generalbundesanwalts werden weitere mögliche Anschläge dieser Gruppierung gegen Asylunterkünfte und politische Gegner verhindert“, erklärte de Maizière am Dienstag in Berlin.

Der Schlag gegen die sogenannte Gruppe Freital zeige, „dass der Staat konsequent und frühzeitig gegen rechtsterroristische Strukturen und Straftäter vorgeht", unterstrich der Bundesinnenminister. „Neben der Aufdeckung der rechtsterroristischen Oldschool Society im letzten Jahr ist dies ein weiterer Erfolg für die Sicherheit in unserem Land.“

Mehr als 200 Mitarbeiter von Bundeskriminalamt, Bundespolizei und sächsischer Polizei sind am Dienstagmorgen zu einer Razzia ausgerückt. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Einem Medienbericht zufolge soll selbst die Spezialeinheit GSG9 beteiligt gewesen sein. Bei dem Einsatz sind vier Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 39 Jahren festgenommen worden.

Die Festgenommenen werden verdächtigt, die rechtsterroristische Vereinigung „Gruppe Freital“ gegründet zu haben, wie aus der Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft hervorgeht. Das sei „spätestens im Juli 2015“ erfolgt. Drei weitere mutmaßliche Mitglieder Gruppe sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Vier der jetzt Festgenommenen werden des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt. Außerdem sollen sie für zwei Explosionen und Sachbeschädigungen verantwortlich sein. Dem fünften Verdächtigen werfen die Behörden unter anderem versuchte gefährliche Körperverletzung vor. Bei der Razzia seien mehrere Wohnungen und „weitere Räumlichkeiten“ in Sachsen durchsucht worden, so die Bundesanwaltschaft.

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Der Gruppe Freital werden bislang drei Sprengstoffanschläge zugerechnet - zwei Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Freital im September und im November 2015 sowie ein Anschlag auf ein Wohnprojekt in Dresden im vergangenen Oktober. In welchem Umfang die Gruppe für weitere Anschläge verantwortlich sei, bleibe den weiteren Ermittlungen vorbehalten, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Ziel der Gruppe sei offenbar gewesen, Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberunterkünfte sowie Wohnprojekte von politisch Andersdenkenden zu verüben. Die Verdächtigen hätten sich dafür „eine dreistellige Anzahl von pyrotechnischen Sprengkörpern“ aus Tschechien beschafft.

Die fünf Festgenommenen sollen am Dienstag oder Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

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