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13.07.2011

15:45 Uhr

Freizügigkeit

Osteuropäer haben wenig Interesse an Jobs in Deutschland

Manche hatten schon einen Massenansturm osteuropäischer Arbeitskräfte befürchtet. Doch der große Run auf deutsche Jobs ist nach der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer ausgeblieben.

Polnische Erntehelfer stechen auf einem Feld Spargel. Quelle: ZB

Polnische Erntehelfer stechen auf einem Feld Spargel.

Nürnberg/ChemnitzDie Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Menschen aus Osteuropa hat nicht zu dem befürchteten Ansturm von Jobsuchern aus Polen oder dem Baltikum geführt. Im Mai hätten sich lediglich 10.000 Beschäftigte aus den acht EU-Beitrittsländern um eine Stelle in Deutschland bemüht. Dies seien nur rund 4500 mehr als vor dem Start der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit, berichtete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Mittwoch unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Über die Entwicklung berichtete am Mittwoch auch die „Freie Presse“ Chemnitz.

Der IAB-Migrationsexperte Professor Herbert Brücker zeigte sich von der bislang geringen Zuwanderung aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn überrascht: „Das sind sehr niedrige Zahlen. Es sieht derzeit nicht so aus, dass die Fachkräftelücke in Deutschland mit Menschen aus Osteuropa geschlossen werden kann“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Sollte sich der Zustrom in den kommenden Monaten auf dem gleichen Niveau bewegen, rechnet Brücker allenfalls mit 80.000 bis 100.000 Zuwandern aus Osteuropa. Für eine abschließende Bewertung sei es derzeit aber noch zu früh.

Das größte Interesse an einem Arbeitsplatz in Deutschland zeigen derzeit polnische Jobsucher; sie stellten nach der Statistik des Migrations-Bundesamtes im Mai mit 6836 Zuwanderern die mit Abstand größte Gruppe dar; allerdings hatte die Zahl der Zuwanderer bereits vor der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes monatlich schon bei bis zu 4000 gelegen, geht aus der in der Vorwoche veröffentlichten Statistik hervor. Zweitstärkste Zuwanderergruppe sind Ungarn mit knapp 900 Zuwanderern, gefolgt von Arbeitskräften aus der Slowakischen Republik mit 266 Zuwandern im Mai.

Kommentare (1)

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13.07.2011, 22:01 Uhr

Die "Osteuropäer" sind gar nicht so dumm, wie von den "Klug"-Wessis angenommen...

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