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30.05.2017

14:43 Uhr

Friedensgutachten

Forscher warnen vor Aufrüstung

Deutsche Friedensforscher warnen die Bundesregierung davor, sich von US-Präsident Trump zu einer massiven Aufrüstung hinreißen zu lassen. Die Wissenschaftler raten davon ab, den Verteidigungshaushalt zu erhöhen.

Der US-Präsident Donald Trump fordert von Deutschland höhere Verteidigungsausgaben. Deutsche Friedensforscher warnen die Bundesregierung jetzt allerdings davor. dpa

Donald Trump

Der US-Präsident Donald Trump fordert von Deutschland höhere Verteidigungsausgaben. Deutsche Friedensforscher warnen die Bundesregierung jetzt allerdings davor.

BerlinDeutsche Friedensforscher haben die Bundesregierung davor gewarnt, sich von US-Präsident Donald Trump zu einer massiven Aufrüstung treiben zu lassen. In dem am Dienstag in Berlin vorgestellten „Friedensgutachten 2017“ kritisierten die Institute Trumps Aussage, Deutschland schulde der internationalen Organisation „riesige Summen“ und müsse die Vereinigten Staaten besser für die kostspielige Verteidigung bezahlen. Aus Sicht der Forscher gibt es für diese Forderung keine inhaltliche Begründung.

Vielmehr raten die Wissenschaftler Deutschland ab, seinen Verteidigungshaushalt auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Mehr Militärausgaben bedeuteten nicht mehr Sicherheit, hieß es in dem Gutachten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Trumps Kommentar bereits abgetan: „Es gibt kein Schuldenkonto in der Nato.“ Die zwei Prozent Verteidigungsausgaben, die die Bundesregierung bis Mitte der nächsten Dekade erreichen wolle, allein auf die Nato zu beziehen, sei falsch, sagte die Ministerin.

Militärausgaben der Nato-Mitgliedsstaaten
in Mio. US$
Die EU-Staaten müssen deutlich mehr für Verteidigung ausgeben

Das Friedensgutachten erscheint jährlich seit 1987. Beteiligt sind das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), das Bonner International Center for Conversion (BICC), die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), sowie das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Lana Ebsel

05.06.2017, 15:07 Uhr

Das Problem ist, dass man heute keinem "Friedensforscher" mehr trauen kann, da sie meist nur vorgeschobene Interessensvertreter von den ungebremst wuchernden Ideologie-Vereinen sind.

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