Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.06.2014

07:28 Uhr

Früh in den Ruhestand

Run auf Rente mit 63

Viele Deutsche wollen früher in Rente gehen: Schon rund 12.000 Anträge auf die abschlagsfreie Rente mit 63 sind laut einem Bericht bei den Rentenversicherungen eingegangen. Der DIHK sieht Entwicklung mit „großer Sorge“.

Schon zwei Jahre früher aussteigen: Dieses Angebot nehmen offenbar viele Deutsche gerne an. dpa

Schon zwei Jahre früher aussteigen: Dieses Angebot nehmen offenbar viele Deutsche gerne an.

BerlinDie abschlagsfreie Rente mit 63 stößt laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung bei den Beschäftigten offenbar auf großes Interesse. Der Rentenversicherung Bund lägen bislang mehr als 6.000 Anträge vor, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher. Bei den regionalen Rentenversicherungsträgern seien laut Expertenschätzungen vermutlich etwa ebenso viele Anträge eingegangen.

Viele Beschäftigte prüften derzeit, ob sie mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen könnten, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der „Bild“-Zeitung. Er habe „die große Sorge“, dass viele Erwerbstätige früher ausscheiden könnten. Dies sei ein herber Schlag für die betroffenen Unternehmen, denen dann Fachkräfte fehlten.

Das Rentenpaket der Großen Koalition

Mütterrente

Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig besser honoriert. Pro Kind sind das ab 1. Juli brutto knapp 28 Euro monatlich mehr im Westen und gut 26 Euro mehr im Osten. Dies ist eine Verdoppelung des bisher bezahlten Zuschlags. Frauen mit jüngeren Kindern sind bei der Mütterrente aber immer noch bessergestellt.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll schon ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Begünstigt sind die Geburtsjahrgänge zwischen 1952 und 1963. Phasen kurzer Arbeitslosigkeit sollen mit angerechnet werden, aber nicht in den letzten zwei Jahre vor Beginn der Frührente. Das soll eine Welle von Frühverrentungen verhindern. Selbständige, die in ihrem Berufsleben mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die Rentenkasse entrichtet haben und danach freiwillig weiterversichert blieben, sollen ebenfalls ab 63 eine abschlagfreie Frührente beziehen können. Das kommt vor allem Handwerkern zugute.

Erwerbsminderungsrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, soll brutto bis zu 40 Euro mehr Rente bekommen. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen bis 62 – und damit zwei Jahre länger als bisher – in die Rentenkasse eingezahlt hätten.

Reha-Leistungen

Um Frühverrentungen aus gesundheitlichen Gründen zu verhindern, sollen die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen dynamisiert – also schrittweise erhöht – werden.

Die abschlagsfreie Rente kann beantragen, wer mit 63 Jahren 45 Beitragsjahre zur gesetzlichen Rentenversicherung vorweisen kann. Dabei werden auch Bezugszeiten des heutigen Arbeitslosengeldes I einbezogen. Phasen, in denen Arbeitslosenhilfe bezogen wurde, gelten hingegen nicht. Die Neuregelung tritt am 1. Juli in Kraft.

Von

afp

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.06.2014, 08:36 Uhr

Ist doch prima

Dann sollte es ja bald mal wieder ein paar tausend gutbezahlte Stellen für Arbeiter geben.
Für RICHTIGE Arbeit meine ich.

Wenn man sich heutzutage mal bei der Job Börse vom Arbeitsamt Stellenangebote geben lässt kommt zwar viel raus, aber wenn man dann Zeitarbeitsfirmen rauswirft - sieht man das Märchen des Fachkräftemangels...

Account gelöscht!

23.06.2014, 09:19 Uhr

Wer wundert sich darüber. Arbeitgeber sehen ihre Mitarbeiter immer noch als Humankapital das man von links nach rechts oder umgekehrt schiebt. Das man ältere Arbeitnehmer vielleicht anders behandeln sollte als jüngere haben Arbeitgeber immer noch nicht begriffen und ich denke, viele sagen sich: bevor ich mir das länger antue gehe ich in Rente wenn ich es mir dann leisten kann.
Die Arbeitgeber haben selber Schuld!!!!

Account gelöscht!

23.06.2014, 09:58 Uhr

Wenn man ordentlich bezahlt wird, kann man auch ein paar Jahre länger arbeiten.

Da aber seit 1990 die Kaufkraft der Arbeitnehmer kaum gewachsen ist, kann man es keinem verübeln, der 45 Jahre lang in die Rentenkasse einbezahlt hat, wenn er jetzt den Hut nimmt.

Erinnern wir uns an die Merkel-Aussage:
Wer 45 Jahre lang bei einem Brutto-Einkommen von 2500 € seine Beiträge eingezahlt hat, kann mit einer Rente von 850 € !!! rechnen!

Die durchschnittlichen Pensionen der Beamten, die nie für ihren Ruhestand vorgesorgt habe, bekommen fast das 3fache.

Der Brot-und-Spiele-Michel nimmt das ohne Reaktion als gottgegeben hin und wählt weiterhin mit 90% seiner Wählerstimmen, die Parteien die in der Transfer-Union der EU-Pleitegeier für seine Enteignung sorgen.

Und jetzt hat ihm auch noch ein durchgeknallter EZB-Banker die Rendite für seine Lebensversicherung gestohlen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×