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13.07.2016

16:03 Uhr

Führerscheinentzug für Handy-Sünder?

„Handynutzung ist zum Killer Nummer vier geworden“

VonDietmar Neuerer

Eine häufige Ursache für tödliche Autounfälle ist die Ablenkung durch Handys. Politiker wollen nun die Strafen für Handy-Sünder erheblich verschärfen. Auch die Polizeigewerkschaft fordert ein hartes Durchgreifen.

Der ADAC schätzt, dass in Deutschland jeder zehnte Unfall auf unzulässige Handy-Nutzung am Steuer zurückzuführen ist. dpa

Smartphones am Steuer

Der ADAC schätzt, dass in Deutschland jeder zehnte Unfall auf unzulässige Handy-Nutzung am Steuer zurückzuführen ist.

BerlinAngesichts der gestiegenen Unfallzahlen in Deutschland geraten nun vor allem Autofahrer ins Visier der Politik, die während der Fahrt ein Handy nutzen. Der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert und der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, brachten ein Fahrverbot ins Spiel. „Die Nutzung von Handy oder Tablet am Steuer sollte meiner Meinung nach mit einem Monat Fahrverbot geahndet werden“, sagte Burkert.

Wendt verlangt zusätzlich noch ein höheres Bußgeld. „Wir sollten zum Punkteeintrag ein Bußgeld von mindestens 180 Euro und ein vierwöchiges Fahrverbot aussprechen, das ist die richtige Antwort auf diesen lebensgefährlichen Leichtsinn“, sagte Wendt dem Handelsblatt. Handy-Sündern am Steuern drohen bisher 60 Euro Bußgeld und ein Punkt im Flensburger Fahreignungsregister.

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Im Auto, da kann es plötzlich ganz schnell gehen. Das Leben endet bei einem Unfall von einer Sekunde auf die nächste. In Europa sind die Zahlen der Verkehrstoten nun erstmals seit vielen Jahren wieder gestiegen. Warum?

Der verkehrspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Ulrich Lange, plädierte ebenfalls für härtere Strafen. „Wer während der Fahrt tippt, surft oder mit dem Handy in der Hand telefoniert, riskiert Menschenleben“, sagte er. Es sei daher zur Recht verboten, aber mit 60 Euro und einem Punkt in Flensburg „zu milde sanktioniert“ und müsse außerdem an die technische Entwicklung angepasst werden. „Zur Unfallvermeidung sollten zukünftig verstärkt innovative Technologien eingesetzt werden“, regte Lange an. „Lkws brauchen automatische Notbremssysteme für das Stauende oder Abbiegeassistenten gegen den toten Winkel.“

Laut der am Dienstag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik wurden im vergangenen Jahr 3.459 Menschen auf deutschen Straßen getötet. Im Vergleich zum Vorjahr (3.377) ist das ein Anstieg um 2,4 Prozent. Damit ist die Anzahl der Unfalltoten zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Zuvor war die Zahl der tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer mit wenigen Ausnahmen über drei Jahrzehnte kontinuierlich gesunken.

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