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28.01.2011

14:12 Uhr

Führungspositionen

Wirtschaft kassiert Schröders Frauenquote-Plan

VonDietmar Neuerer, Dieter Fockenbrock

ExklusivNeuer Vorstoß für eine Frauenquote in Unternehmen: Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat nun einen Stufenplan vorgeschlagen, damit sich der bislang geringe Anteil von Frauen in Top-Positionen erhöht. In der Unions-Fraktion stößt die CDU-Politikerin damit auf Kritik. Und auch die Wirtschaft lehnt das Vorhaben klar ab.

Kristina Schröder: Neuer Vorstoß für Frauenquote DAPD

Kristina Schröder: Neuer Vorstoß für Frauenquote

DÜSSELDORF. Der Vorstoß von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), Firmen per Gesetz zu einem höheren Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat zu zwingen, stößt in der Wirtschaft auf breite Ablehnung. "Statt über neue Gesetze zu diskutieren sollte die Politik nun auch den Unternehmen die Zeit geben, die Kodex-Empfehlungen umzusetzen zu können", sagte Klaus-Peter Müller, Vorsitzender der Corporate Governance Kommission, dem Handelsblatt. Müller, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank, weist auf die positive Wirkung der jüngsten Kodex-Ergänzung vom Sommer 2010 hin. "Mit der Kodexempfehlung, wonach börsennotierte Unternehmen konkrete Ziele für mehr Frauen in den Aufsichtsräten benennen sollen und auch bei der Zusammensetzung des Vorstands eine angemessene Berücksichtigung von Frauen angestrebt werden soll, haben wir bereits ein klare Regelung, die über die Entsprechenserklärung eine gesetzliche Anerkennung gefunden hat," erklärte er.

Es sei richtig, dass die Bundesfamilienministerin eine starre Quote ablehnt, denn dieser Weg sei verfehlt. „Doch auch der Vorschlag einer flexiblen Quote schränkt im Wege der Veröffentlichungspflicht die Betriebe in ihrer Handlungsfreiheit ein“, sagte auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, Handelsblatt Online. „Unternehmen müssen wie bisher auch ihre Positionen mit der jeweils am besten geeigneten Person - unabhängig von deren Geschlecht - besetzen können.“

Zudem steige die Anzahl der Frauen in Führungspositionen, wenn auch nicht so schnell wie vielleicht gewünscht, gab Driftmann zu bedenken. „Diese Entwicklung fördern wir aktiv dadurch, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird, etwa durch ein größeres und vor allem flexibleres Angebot der Kinderbetreuung.“ Auch müssten Frauen dazu angeregt werden, verstärkt in Berufsfelder zu gehen, die bisher von ihnen eher gemieden werden, wie die technischen oder naturwissenschaftlichen Zweige, betonte der DIHK-Chef.

Driftmann betonte in diesem Zusammenhang, dass eine stärkere Präsenz von Frauen in Führungspositionen auch nicht zuletzt angesichts des wachsenden Fachkräftemangels im Interesse der Unternehmen liege. „Gut ausgebildete Frauen sollten ihre Qualifikationen auf allen Führungsebenen einbringen können“, sagte er. „Es ist daher richtig, sich damit zu befassen, wie mehr Frauen in Führungspositionen gelangen können.“

Bundesfamilienministerin Schröder hatte zuvor in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt für das Frühjahr einen Stufenplan zur Frauenquote angekündigt. Kern des Plans sei eine gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung. Unternehmen ab einer gewissen Größe würden dazu verpflichtet, individuell eine selbst bestimmte Frauenquote festzulegen, die innerhalb von zwei Jahren erreicht werden solle, erklärte Schröder. Diese Quote gelte sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat.

Kommentare (22)

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Unternehmensberater

28.01.2011, 15:32 Uhr

weg mit der Schröderin. das ist ja nicht mehr auszuhalten, was die für einen Mist verzapft, nur damit sie mal wieder auf Seite 1 erscheinen darf. das sowas entsetzlich Dummes von meinen Steuern lebt, treibt mich zur Verzweiflung.

Sauron

28.01.2011, 15:35 Uhr

Der Kopf stinkt am Fisch,
und das ist Angela Merkel.
CDU by by

Carlos Anton

28.01.2011, 16:03 Uhr

Ein solch undurchdachter Vorschlag kann nur von einer Ministerin kommen, die ihr Amt vor allem dem Geschlecht und kaum ihrer Qualifikation verdankt. Wenn es Frauen in grösserer Anzahl gäbe, die auch nur annähernd die Qualifikation für Chefposten in Unternehmen hätten, wären sie längst dort angelangt, denn die Unternehmen suchen danach. Wenn wir von dem Prinzip abkommen, dass die Unternehmen von Menschen geführt werden, die sich im Konkurrenzkampf durchgesetzt haben, werden auch bald unsere Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig sein. Unverantwortlich so etwas vorzuschlagen in einer Zeit, in der sich die Konkurrenz mit Asien und anderen Regionen verschärft. in Norwegen wurden sehr schlechte Erfahrungen mit der Quote gemacht, weil nicht genügend qualifizierte Frauen vorhanden waren. Wenn es soviele begabte, unentdeckte unternehmerische Talente unter den Frauen gibt, warum gründen sie keine Unternehmen. Die Quote der Frauen bei Unternehmensgründungen ist sehr gering. Übrigens gibt es auch bei der Müllabfuhr, bei der Stahlschmelze, am bau und in vielen anderen berufen eine männliche Monokultur. Warum wird dort nicht über eine Quote nachgedacht, wenn man ernsthaft an Gleichstellung denkt? Offensichtlich geht es nicht um Gleichstellung, sondern um Sonderrechte und das ist gegen das Grundgesetz. Warum nicht eine Quote für Ostdeutsche oder Ostfriesen. Es wird immer argumentiert, dass Frauen an den Universitäten mindestens so zahlreich und erfolgreich seien wie Männer. Dabei werden aber zwei Aspekte vergessen: 1) Frauen studieren bevorzugt Fächer, die eben nicht als Vorbereitung auf eine Vorstands- oder Aufsichtsratsrolle geeignet sind. 2) Zwar sind Frauen im Durchschnitt ungefähr gleich intelligent wie Männer. Unter den hochintelligenten (iQ ab 130) sind Männer ungefähr doppelt so häufig wie Frauen. bei extrem intelligenten (iQ über 145) wird das Verhältnis noch viel ungünstiger für Frauen. Könnte es sein, dass sich das in der berufswelt spiegelt.

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