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06.04.2006

08:24 Uhr

Fünf Fragen an den Chef des Arbeitgerberverbandes Metall NRW, Michael Jäger

„Darüber kann die IG Metall nicht hinweg“

VonDie Fragen stellte Dietrich Creutzburg

Herr Jäger, wie groß ist der Druck der Betriebe, dass Sie schnell einen Tarifabschluss machen, damit die Warnstreiks aufhören?

Natürlich gibt es ein hohes Interesse an Planungssicherheit. Es ist aber nicht so, dass ich täglich Briefe von Mitgliedsfirmen bekomme, die uns gegenüber der IG Metall zum Einlenken auffordern. Niemand will einen Abschluss um jeden Preis.

Sie legen der IG Metall heute ein erstes konkretes Angebot vor. Inwieweit können Sie Erwartungen erfüllen, dass das Volumen zumindest nahe drei Prozent liegt?

Solche Erwartungen sind und bleiben zu hoch. Ich glaube aber schon, dass wir ein Angebot vorlegen können, das für die IG Metall diskussionsfähig ist. Dabei ist zu bedenken, dass die IG Metall neben der Lohnerhöhung den 2005 abgelaufenen Vertrag über vermögenswirksame Leistungen wieder einsetzen will. Wir sind dazu bereit. Aber man wird dafür sicherlich ein Tarifvolumen von 0,3 Prozentpunkten veranschlagen müssen.

Welche Rolle spielt bei Ihrem Lohnangebot ein Konjunkturfaktor in Form einer Einmalzahlung?

Details werde ich erst in der Verhandlung nennen. Richtig ist aber, dass nicht das gesamte Volumen in die Entgelttabelle fließen kann, wo es die Kosten dauerhaft erhöht. Wir werden ein sehr ausgewogenes Verhältnis zwischen einer prozentualen Entgelterhöhung und einer Einmalzahlung vorschlagen. Ich bin überzeugt: Das wird ein Angebot sein, über das die IG Metall nicht einfach hinweggehen kann.

Und was tut sich beim Thema Weiterbildung? In den meisten Regionen haben die Metall-Arbeitgeber die Forderung nach einer vertraglichen Regelung abgelehnt.

Auch wir halten einen solchen Tarifvertrag für überflüssig, sind aber bereit, mit der IG Metall darüber zu reden. Eine gute Weiterbildung der Mitarbeiter ist auch für die Arbeitgeber von hohem Interesse. Das Ergebnis darf aber nicht bürokratisch sein, und es ist eine Lastenteilung notwendig. Außerdem: Je umfassender eine mögliche Regelung ist, desto eher muss man auch diese auf das Tarifvolumen anrechnen.

Wollen Sie den Pilotabschluss für die Branche diesmal in Nordrhein-Westfalen zimmern?

Ein Pilotabschluss ist kein Selbstzweck. Aber man kann sicherlich sagen, dass wir neben Baden-Württemberg in einer Schlüsselposition sind.

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