Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2012

12:58 Uhr

Fünf Fragen, fünf Antworten

Leser fragen – die Ministerpräsidentin antwortet

VonHeike Anger

„Schicken Sie mir Ihre Fragen an Frau Kraft“, hatte Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart die Leser aufgefordert - und die Zusendungen waren reichlich. Handelsblatt Online dokumentiert Auszüge des Gesprächs.

Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Antworten auf die Fragen der Leser. Frank Beer für Handelsblatt

Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Antworten auf die Fragen der Leser.

DüsseldorfGabor Steingart: Wir steigen mal ein in die Fragen der Handelsblatt-Leser, Frau Kraft. Welche Auswirkungen hat die neue Kraft Piratenpartei? Sind das Gesprächspartner, vielleicht sogar Koalitionspartner?


Hannelore Kraft: Koalitionen wollen die Piraten nicht bilden, das haben sie schon gesagt. Insofern muss ich mich damit auch nicht beschäftigen. Ob sie in den Landtag kommen, werden wir sehen. Sie lagen jetzt in den Umfragen bei fünf Prozent. Ich finde es gut, dass sie es schaffen, Nichtwähler zurückzuholen, auch für die Demokratie. Um diese Wähler möchte ich gerne kämpfen. Da finden sich wohl einige zusammen, weil die Inhalte noch nicht so konkret sind. Wenn ich sehe, dass die Wählerströme von Linkspartei und FDP in etwa gleicher Größenordnung da einfließen, dann sage ich mir: Wenn die Inhalte mal konkret werden, dann können die wohl kaum beieinander bleiben. Im Moment sind die Piraten Mitbewerber wie jede andere Partei auch.


Die Energiepolitik ist ein wichtiges Thema hier im Lande. Sie waren für die Energiewende als SPD. Aber die Bewältigung ist nicht ganz so einfach wie viele gedacht haben. Was sind Ihre Kernpunkte?


In der Energiewende liegen große Chancen für uns, die wir nun auch nutzen müssen. Wir haben die Blockade bei der Windenergie aufgehoben. Bei den Netzen besteht nicht das große Problem. Aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen, was Energieerzeugung und -speicher angeht. Wichtig ist eine Akzeptanzinitiative bei den Bürgern. Wir sind ein Industrieland. Und wir wollen das bleiben. Im vergangenen Jahr haben wir 29.000 neue industrielle Arbeitsplätze hier in NRW geschaffen. Da müssen wir gemeinsam auch den Rücken breit machen, dass solche Projekte weiter stattfinden.


Ein Leser will wissen, ob Sie nach 2018 noch an der Steinkohle festhalten.


Ich war kein Befürworter des Ausstiegs. Aber die Entscheidung ist jetzt gefallen. Aber die Risiken der Energiewende liegen genau hier: Wenn die Energiewirtschaft keine Planungssicherheit hat, dann finden große Investitionen nicht mehr statt. Die Unternehmen haben doch immer das Gefühl, dass sie nicht wissen, was in den nächsten Jahrzehnten auf sie zukommt. Auch, ob ein energieintensives Unternehmen hier überhaupt noch wirtschaftlich produzieren kann. Dafür bräuchten wir dringend einen Masterplan, der von der Bundesregierung mit allen, die daran mitwirken müssen, gemacht wird.


Noch eine Leserfrage – vielleicht ein bisschen boshaft: Was machen Sie im Falle einer Niederlage? Werden Sie Oppositionsführerin?


Ich kämpfe dafür zu gewinnen. Sollte es eine Niederlage geben und die Partei möchte, dass ich die Fraktion führe, dann werde ich das tun. Aber das wäre zumindest im politischen System in Deutschland ziemlich einmalig. Irgendwer muss ja die Verantwortung für die Niederlage übernehmen.


Macht Ihnen Ihr Gegenkandidat schlaflose Nächte?


Nö.


Vielen Dank, Frau Kraft.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Hannes.Ofer

13.04.2012, 14:11 Uhr

Die Antwort auf die Steinkohlefrage ist ja mal wieder typisch Politiker. Der Leser wird sich jetzt bestimmt freuen, dass seine Frage so gut beantwortet wurde.

postman

14.04.2012, 23:53 Uhr

Diese fragen und Antworten klingen genauso getürkt wie die Wahlplakte mit frau Kraft Sehen Sie sich die Bilder doch mal an und vergleichen Sie diese mit den realen Bildern.
Auf den Plakaten Glatt und frisch und wie siehts real aus.
also Bürger genau hinschauen was uns da verkauft erden sollen sonst sind wir enttäuscht was uns da verkauft wurde

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×