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07.06.2016

20:50 Uhr

Fünf Jahre auf Raubzug

Ermittler befürchten neue Überfälle des RAF-Trios

Drei Ex-RAF-Terroristen sind seit Jahren auf Raubzug – schwer bewaffnet, routiniert und besonnen. Dabei sollen sie mehr Geld erbeutet haben als bisher vermutet. Die Reserven dürften mittlerweile aufgebraucht sein.

Bilder des Bundeskriminalamtes zeigen Alterssimulationen von Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette (v.l.), Mitglieder der inzwischen aufgelösten terroristischen Vereinigung RAF. BKA

Ex-RAF-Terroristen

Bilder des Bundeskriminalamtes zeigen Alterssimulationen von Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette (v.l.), Mitglieder der inzwischen aufgelösten terroristischen Vereinigung RAF.

HannoverDie drei mutmaßlichen früheren RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sind schon seit mindestens fünf Jahren auf Raubzug. Das Trio hat nach jüngsten Erkenntnissen seit dem Jahr 2011 mindestens acht Raubüberfälle in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein verübt, teilten die Staatsanwaltschaft Verden und das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover am Dienstag mit.

Dabei erbeuteten die ehemaligen Angehörigen der aufgelösten Rote Armee Fraktion knapp 400.000 Euro. Die Zahl der Überfälle liegt damit noch höher, als zuletzt von mehreren Medien unter Berufung auf inoffizielle Quellen berichtet worden war.

„Sieben Tatorte liegen in Niedersachsen und einer in Schleswig-Holstein“, sagte LKA-Sprecher Frank Federau. Bisher galt nur als sicher, dass das Trio 2015 erfolglos Geldtransporter in Stuhr bei Bremen und Wolfsburg überfallen hat. Dabei setzte es auch Schnellfeuergewehre und eine Panzerfaust ein.

Inzwischen rechnen die Ermittler den früheren RAF-Mitgliedern auch sechs Raubüberfalle auf Supermärkte oder Geldboten in den Jahren 2011 bis 2016 zu. Tatorte waren Celle, Stade, Elmshorn, Osnabrück, Northeim und Hildesheim. Möglicherweise werde die Liste der Überfälle sogar noch länger, sagte Federau. „Die Prüfung läuft.“

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Bei den Überfällen auf Einkaufsmärkte oder deren Geldboten gehen die Gesuchten nach Erkenntnissen der Polizei immer ähnlich vor. Sie kaufen sich zunächst ein preiswertes Fluchtauto. Maskiert und mit Schusswaffen und Elektroschocker bewaffnet bedrohen sie dann Angestellte oder Geldboten mit Waffen, zwingen sie zu Boden und verschaffen sich Zugang zum Tresor. Dabei treten sie stets ruhig, höflich und besonnen auf. Sie verlassen die Tatorte durch Nebentüren, flüchten mit dem Pkw und versteckten diesen dann in der Nähe des Tatorts im Wald. Um Spuren zu beseitigen, zünden sie das Auto an.

Bei der Fahndung nach dem Trio habe das LKA landesweit unter anderem auch 4000 Autohändler aufgesucht, sagte Federau. Auf Überwachungskameras von Händlern seien die Ermittler dabei auch auf neue Bilder von Staub und Garweg gestoßen.

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