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10.09.2014

12:45 Uhr

Fundamentalismus

NRW-Verfassungsschutz besorgt über Salafisten

Salafistische Prediger stellen dem NRW-Verfassungsschutz zufolge ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Allein in NRW gebe es 40 islamistische Vereine. Der Zentralrat der Muslime fordert gezieltere Imam-Schulungen.

Der salafistische Prediger Pierre Vogel auf einer Kundgebung mit rund 300 Anhängern in Hamburg: Mehr als 30 Salafisten aus Hamburg sind nach Angaben des Verfassungsschutzes bislang nach Syrien aufgebrochen. dpa

Der salafistische Prediger Pierre Vogel auf einer Kundgebung mit rund 300 Anhängern in Hamburg: Mehr als 30 Salafisten aus Hamburg sind nach Angaben des Verfassungsschutzes bislang nach Syrien aufgebrochen.

Hamburg/OsnabrückDer nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat sich besorgt über Anwerbeversuche radikal-islamischer Prediger für die Salafisten-Szene geäußert. In Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet wollten „diese extremistischen Salafisten neue Anhänger“ rekrutieren, sagte der Chef des Landesverfassungsschutzes, Burkhard Freier, dem „Stern“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Allein in NRW gebe es 40 kleine und größere islamistische Netzwerke. „Salafisten dürfen keinen Zugang zur Gesellschaft finden“, sagte Freier. „Dieser menschenverachtenden Ideologie muss sich eine demokratische Gesellschaft entgegen stellen. Hier kann es keine Toleranz und Freiräume geben.“

Freier bekräftigte zugleich die Warnung der Verfassungsschutzbehörden vor Islamisten, die aus Kriegsgebieten nach Deutschland zurückgekehrt sind. Einige der Rückkehrer aus Syrien oder dem Irak „haben sich im Krieg weiter radikalisiert und sind verroht. Sie sind eine Gefahr für die Sicherheit.“ Bundesweit gebe es derzeit mehr als 100 Rückkehrer, 25 von ihnen hätten Kampferfahrung gesammelt. „Wir beobachten sie genau, weil es möglich ist, dass sie mit einem Auftrag für einen Anschlag zurückkehren“, sagte Freier.

Salafisten – radikale Islamisten mit Verbindung zum Terror

Wer sie sind

Die Salafisten sind eine religiöse und politische Bewegung des Islam, die nur von einer kleinen Minderheit der Muslime getragen wird. Sie lehnen westliche Demokratien ab und sehen eine „islamische Ordnung“ mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform an.

Was sie wollen

Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und lehnen jede theologische Modernisierung ab. Das arabische Wort „Salaf“ steht für: Ahnen, Vorfahren. Viele Salafisten tragen lange Bärte und weite Gewänder. Sie vertreten diskriminierende Positionen gegen Frauen und bestehen auf deren Vollverschleierung.

Wie viele Anhänger sie haben

In Deutschland zählen die Salafisten oder Neosalafisten knapp 6300 Anhänger, bis Ende des Jahres sieht der Verfassungsschutz die Zahl bei 7000. 1800 seien bereits nach Syrien oder in den Irak gezogen, um mit dem Islamischen Staat (IS) zu kämpfen. Teile der Bewegung stehen beim Verfassungsschutz im Verdacht, ein Sammelbecken für gewaltbereiten Islamismus zu sein und Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen.

Wen sie beeinflussen

Aus der größten Terrorvereinigung Algeriens, der „Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf“ ging die Terrororganisation „Al-Kaida im islamischen Maghreb“ hervor. In der Bundesrepublik stand die terroristische Sauerland-Gruppe unter salafistischem Einfluss. Fast alle Islamisten in Deutschland, die den Dschihad (Heiligen Krieg) befürworten, sind laut Verfassungsschutz mit dem Salafismus in Berührung gekommen.

Der Zentralrat der Muslime (ZMD) forderte von der Bundesregierung Unterstützung für die gezieltere Schulung von Imamen in Moscheegemeinden, um der möglichen Radikalisierung junger Muslime in Deutschland vorzubeugen. „Für die präventive Arbeit brauchen wir Schutzräume und geschultes Personal sowie eine systematische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Behörden, mit Jugendämtern, Sozialarbeitern und Psychologen“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Mittwoch.

Mayzek fügte hinzu, in einer muslimischen Gemeinde bestehe oftmals noch die Chance, einen jungen Menschen auf der Kippe zur Radikalisierung anzusprechen und aufzufangen. Doch die Gemeinden seien meist so verunsichert, „dass sie sich dies nicht trauen, aus Angst, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden“. Genau da müsse angesetzt werden: „Einen Muslim, der sich auf eine radikale Ideologie einlässt, müssen wir schließlich religiös abholen, ihn für ein Gespräch gewinnen.“

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) plädierte dafür, schon Sympathiebekundungen für eine terroristische Vereinigung unter Strafe zu stellen. Terroristischen Vereinigungen wie der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) müsse Deutschland mit allen Mitteln ihr „grausames und menschenverachtendes Handwerk“ legen, sagte Beuth der „Welt“ (Mittwochsausgabe).

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Omarius M.

10.09.2014, 13:19 Uhr

Danke an die Mulitkulti bereicherungs truppe von Rot Grün Links FDP und CDU....

ihr habt die Typen seit 10 jahren machen lassen..^^....

ist auch immer toll von Bränden in Moscheen wird jedes mal n Wirbel gemacht...

brennt ne Kirche wo ab in D..... ist meistn Ruhe....

wie in UK letztens der Skandal.....

in D ist das Ähnlich.... PC steht und stand vielen nötigen Debatten im Weg...

und nu ist der Geist aus der Flasche

Da Freut sich der Bürger...

Herr Ronald Bernard

10.09.2014, 13:31 Uhr

.."Genau da müsse angesetzt werden: „Einen Muslim, der sich auf eine radikale Ideologie einlässt, müssen wir schließlich religiös abholen, ihn für ein Gespräch gewinnen.“ sagte Mazyek.


Das treffendste Wort in diesem Satz ist "abholen" - aber nicht zu einem Gespräch, sondern zu einem Verhör.

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