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06.01.2011

18:41 Uhr

Funde in Rheinland-Pfalz

Dioxin-Skandal macht Massenschließung von Höfen nötig

Der Dioxin-Skandal weitet sich aus: Auch in Rheinland-Pfalz sind am Donnerstag verseuchte Eier aufgetaucht. Unterdessen forderte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat angesichts des Dioxinskandals in Deutschland europaweite Regelungen zum Schutz der Futtermittelkette. Die Zahl der von den Behörden geschlossenen Betriebe steigt unterdessen weiter.

Der Dioxin-Skandal zieht immer weitere Kreise. Reuters

Der Dioxin-Skandal zieht immer weitere Kreise.

HB BERLIN/MAINZ. Auch in Rheinland-Pfalz sind am Donnerstag mit giftigem Dioxin verseuchte Eier gefunden worden. Wie das Umweltministerium mitteilte, sind die Eier, die den giftigen Stoff beinhalten, besonders auf Wochenmärkten aufgetaucht. Damit hat der Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter nun auch den Südwesten erreicht.

Insgesamt waren rund 3.000 Tonnen mit Dioxin belastetes Industriefett von einem Betrieb in Schleswig-Holstein an Futtermittelhersteller in mehrere Bundesländer geliefert worden. Schätzungen zufolge wurden bis zu 150.000 Tonnen Tierfutter mit Dioxin verseucht und an Legehennen, Mastgeflügel und Schweine verfüttert.

Wegen des Skandals sind in Deutschland inzwischen mehr als 4700 Betriebe vorsorglich geschlossen worden. Wie das Verbraucherministerium am Donnerstagabend in Berlin mitteilte, ergibt sich diese Zahl aus den Meldungen der Bundesländer. Betroffen sind demnach vor allem Schweinemastbetriebe. Die allermeisten Höfe - nämlich 4468 von insgesamt 4709 - befinden sich der Mitteilung zufolge in Niedersachsen. Auch Bauern in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Hessen und Thüringen sind betroffen. Sie dürfen so lange keine Produkte ausliefern, bis die Unbedenklichkeit der Waren erwiesen ist. "Auch wenn ein Teil der ersten Proben unauffällig war, hat der vorsorgende Gesundheitsschutz absoluten Vorrang", erklärte das Ministerium.



Unterdessen forderte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat angesichts des Dioxinskandals in Deutschland europaweite Regelungen zum Schutz der Futtermittelkette. Der zuständige EU-Kommissar John Dalli habe sich in einem Telefonat mit Aigner offen für eine solche Initiative gezeigt, teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstagabend mit. Betriebe, die Futterfette herstellten, dürften nicht auf dem selben Firmengelände gleichzeitig Stoffe für die technische Industrie produzieren, sagte Aigner. Eine strickte Trennung der Warenströme könne das Risiko von Vermischungen und Verunreinigungen mindern.

Die Organisation Foodwatch forderte ein Unternehmensstrafrecht. "Solange nur Personen belangt werden können, aber keine Unternehmen, ist das Strafrecht zahnlos", sagte Sprecherin Christiane Groß am Donnerstag in Berlin. Strafen für Unternehmen müssten sich am Umsatz orientieren, damit sie nicht aus der Portokasse gezahlt werden können.

Kommentare (4)

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Schmiermaxe

06.01.2011, 20:43 Uhr

150.000.000 Kg von dem Dreckzeug wurden über mehrere
Jahre von Schleswig-Holstein (CDU) aus an bRD-Länder verkauft.
Und nur in NRW, kaum war die rot-grüne Regierung im Amt, ist es bemerkt worden. Ein Armutszeugnis für schwarz-gelb und Aigner (CSU).

Dioxinschweinerei

07.01.2011, 02:01 Uhr

Die Verursacher dieser Dioxinschweinerei sind die Verantwortlichen des Futtermittelherstellers Harles und Jentzsch. Diesen Leuten sollte man zur Strafe wochenlang diese technischen, dioxinhaltigen Fette zu Fressen geben, die sie aus Profitgier ihren Futtermittelfetten beigemischt haben. Dann sterben sie bald an Darmkrebs.

Der Fall erinnert in fataler Weise an den Glykol-Skandal Ende der 80er Jahre in Österreich, als Weinbauern zur Veredelung giftiges Glykol verwendet hatten. Die Folge waren viele Todesopfer unter den Weinkonsumenten.

Mariana mayer

07.01.2011, 02:11 Uhr

Gibt es Regierungsanteile die interesse daran haben bauern zu schädigen und betriebe zu schliessen?

So wie es schon seit Jahren im Handwerk erfolgt ist? Seit Jahren wird echtes kleines Handewerk zugunsten der Großindustrie geopfert.

Selbstanzeige des Unternehmens als Mittel um andere zu schädigen?

Oder Selbstanzeige aus anderen Gründen. Gebt den Unternehmen eine Chance ihre Fehler zu offenbaren und dann muss vermutlich ganz Deutschland dichtmachen?

Die Chance erkennen und nutzen. Sollte Selbstoffenbarung vorliegen und Mängel behoben werden ist dies lobenswert.

Das Gewerbeaufsichtsamt hatte im Vorfeld die Pflicht zu prüfen und nicht hinterher beschuldigungen auszusprechen durch Razzien.

Staat und Unternehmen arbeiten dicht zusammen, solange es Profit gibt und jemandem die Schuld zugeschoben werden kann.
Die Versicherungen sollen es nun richten wirtschaftlich.

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