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11.05.2015

17:11 Uhr

G7-Treffen

Kein Glanz bei Gabriels Energie-Show

VonDana Heide

Energieminister Gabriel wollte seinen G7-Amtskollegen ein Vorzeige-Projekt der Energiewende präsentieren. Allein: Es kam niemand. Auf der Plattform, Kilometer vor dem Festland, holt ihn dagegen ein Streitthema ein.

... fast ganz ohne Energieminister. Die Regierungen schickten, wenn überhaupt, nur Amtsträger aus der zweiten und dritten Reihe: Shigeki Iwai, japanischer Vize-Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie war da noch der Hochrangigste. Mit dabei sonst: Adnan Z. Amin, Generaldirektor des Irena-Konzerns, Mel Kroon, Vorstandsvorsitzender von Tennet Holding B.V., EU-Energie-Kommissar Miguel Arias Cañete, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel und Peter Terium, RWE-Vorstandsvorsitzender (von linsk) auf der Plattform. dpa

Treffen der G7-Energieminister

... fast ganz ohne Energieminister. Die Regierungen schickten, wenn überhaupt, nur Amtsträger aus der zweiten und dritten Reihe: Shigeki Iwai, japanischer Vize-Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie war da noch der Hochrangigste. Mit dabei sonst: Adnan Z. Amin, Generaldirektor des Irena-Konzerns, Mel Kroon, Vorstandsvorsitzender von Tennet Holding B.V., EU-Energie-Kommissar Miguel Arias Cañete, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel und Peter Terium, RWE-Vorstandsvorsitzender (von linsk) auf der Plattform.

Es hätte ein perfekter Tag für Sigmar Gabriel (SPD) sein können. Der Himmel ist so strahlend blau wie er nur sein kann, alles ist perfekt organisiert. Die Mitarbeiter der Offshore-Plattform Helwin Alpha – ein Mammut-Projekt gestemmt von den Firmen RWE, Tennet und Siemens – stehen bereit vor der perfekten Kulisse: Riesige Windräder drehen sich im Meer, auf ihren Overalls steht „G7 visit 2015“.

Es hätte für den deutschen Wirtschaftsminister ein großer Auftritt auf internationaler Bühne werden können, der deutsche Wirtschaftsminister, eingerahmt von seinen wichtigsten Amtskollegen mit einem Erfolgsprojekt der deutschen Energiewende – beeindruckende Fotos waren fast garantiert. Doch es wurde ein Reinfall.

Kein einziger von Gabriels Amtskollegen hatte sich zum Auftakt der G7-Energieministerkonferenz auf den Weg zur gemeinsamen Besichtigung der Offshore-Anlage gemacht.

Noch bis zur letzten Minute hatte Gabriel versucht, seine Kollegen zu überreden, zur Plattform mitzukommen. Doch manche hielten es noch nicht einmal für nötig, überhaupt zum Treffen der G7-Energieminister zu erscheinen, von dem Gabriel im Sonnenlicht stehend selbst sagt: „Wir bereiten mit unseren Besprechungen das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Elmau vor.“ Es wäre die letzte Chance für Gabriel vor dem G7-Gipfel gewesen, auf internationaler Bühne für seinen Klimaschutz einzutreten und die deutsche Energiewende zu bewerben.

Doch so gleicht es einem Schauspiel ohne Zuschauer. Gabriel steht mitten auf dem Meer mit dem japanischen Vizewirtschaftsminister Shigeki Iwai da, Großbritannien und Frankreich hatten gerade mal ihre Abteilungsleiter zur Plattform geschickt, USA, Kanada und Italien waren gar nicht vertreten. Die französische Energieministerin Ségolène Royal flog lieber nach Haiti und Kuba, und nimmt gar nicht erst an dem Treffen teil, die Energieministerin aus Italien wollte wenigstens später noch zur Besprechung kommen, auch die USA schickten ihren Mann.

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Die Energiewende wird immer abstruser. Eine Strom-Planwirtschaft überzieht zusehends das Land. Nach Kernkraft und Gas soll nun soll auch die Kohle wegbefohlen werden. Der Irrsinn erreicht neue Ausmaße.

Eingerahmt von RWE-Chef Peter Terium und Hamburgs sichtlich stolzem Bürgermeister Olaf Scholz weiht Gabriel den Windpark Nordsee Ost ein. Er lobt die erfolgreiche Entwicklung der Offshore-Parks in Deutschland, preist die Erneuerbare-Energien-Branche als „Job-Maschine“ an – alles auf Englisch, versteht sich.

Der Rest der Welt könne die Innovationen, die Deutschland geschaffen hat, jetzt nutzen, „denn wir haben die Lernkurve bezahlt“, sagt Gabriel. Lob bekommt er denn auch noch, etwa vom EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete. „Das ist ein Beispiel dafür, wie es gemacht werden muss“, sagt er.

Kommentare (2)

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Herr Horst Meiller

11.05.2015, 17:29 Uhr

Warum ist nie ein Tornado zur Stelle, wenn man ihn mal brauchen könnte...?

Herr Manfred Zimmer

11.05.2015, 18:18 Uhr

"Der Himmel ist so strahlend blau er nur sein kann"

Das war doch kein Wunder. Wenn die Politiker hätten erwarten dürfen, dass es nachher hieß: "Die Anwesenden waren so blau wie sie nur sein konnten." Dann wäre wahrscheinlich die Plattform zu klein gewesen, alle Gäste aufzunehmen.

Bei solchen Treffs geht es doch nur um "fressen" und "saufen". Die Kosten werden ohnehin vom Bürger bezahlt, letztlich über die EEG-Umlage.

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