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29.11.2013

19:46 Uhr

Gabriels Verteidigung

„Wir sind ja keine kalten Fische“

Nach dem harten Schlagabtausch verteidigen SPD-Chef Sigmar Gabriel und ZDF-Moderatorin Marietta Slomka ihre harsche Wortwahl. Rückendeckung bekommt Gabriel ausgerechnet von der CSU.

SPD-Chef Gabriel verteidigt seine harschen Antworten: „Man muss doch auch mal Emotionen zeigen.“ dpa

SPD-Chef Gabriel verteidigt seine harschen Antworten: „Man muss doch auch mal Emotionen zeigen.“

MainzNach dem heftigen Wortgefecht zwischen ZDF-Moderatorin Marietta Slomka und SPD-Parteichef Sigmar Gabriel haben beide Seiten ihren Auftritt verteidigt. „Argumentativer Schlagabtausch und Verbalgefecht sind Instrumente des politischen Journalismus“, erklärte die Redaktionsleiterin des „heute-journal“, Anne Reidt, am Freitag laut ZDF-Mitteilung.
Slomka selbst wies Gabriels Vorwurf der Parteilichkeit in einem „Bild“-Interview zurück: „Die Vielzahl von Interviews, die ich in den letzten zwölf Jahren geführt habe, belegen, dass dieser Vorwurf jeder Grundlage entbehrt. Ich trage keine parteipolitische Brille. Als Journalistin habe ich die Aufgabe, Politiker mit Kritik zu konfrontieren“, wurde Slomka zitiert.

Auch Gabriel verteidigte seine harschen Antworten: „Man muss doch auch mal Emotionen zeigen“, sagte er am Freitag in einer Aufzeichnung für das RTL-Magazin „Sonntags live“. „Wir sind ja keine kalten Fische und manche Journalisten glauben, wir Politiker seien so zum Watschenmann da.“ Das scheine etwas in Mode gekommen zu sein. Er finde das alles nicht dramatisch. „Man darf sich auch mal streiten.“

Gabriel vs. Slomka: „Zwei Selbstdarsteller rasen im ICE-Tempo aufeinander zu“

Gabriel vs. Slomka

„Selbstdarsteller rasen im ICE-Tempo aufeinander zu“

Das Wortgefecht von Sigmar Gabriel und Marietta Slomka sorgt für Diskussionen: Kommunikationsprofis loben das Interview, vor allem der SPD-Chef erntet Kritik. Doch ausgerechnet Unionspolitiker springen Gabriel zur Seite.

Gabriel und Slomka waren am Donnerstagabend vor laufender Kamer aneinandergeraten, es ging um verfassungsrechtliche Bedenken zum SPD-Mitgliederentscheid über die große Koalition. Der SPD-Chef warf der Moderatorin zudem Parteilichkeit vor. Nachdem sich beide mehrfach ins Wort gefallen waren, sagte Gabriel zu Slomka: „Tun Sie mir einen Gefallen: Lassen Sie uns den Quatsch beenden.“

CSU-Chef Horst Seehofer stellte sich hinter den SPD-Vorsitzenden und übte scharfe Kritik am ZDF. Er habe deshalb eine SMS an den ZDF-Intendanten geschrieben und wolle noch einen Brief hinterherschicken, sagte Seehofer am Freitag in München.

Der bei der Bundestagswahl im September unterlegene damalige Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nahm Gabriel in Schutz: „Ich kann mich an ein Interview im Wahlkampf mit Frau Slomka erinnern, das mir äußerste Disziplin und Höflichkeit abverlangt hat“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Politiker müssen sich keineswegs alles gefallen lassen. Etwas mehr Respekt im wechselseitigen Umgang täte uns allen gut.“

Von

dpa

Kommentare (8)

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Heinz

29.11.2013, 20:26 Uhr

Na klar kommt da Kritik von der CSU.
Das gefällt unseren hohen Herren eben nicht, wenn da unangenehme Fragen gestellt werden.
Früher nannte man das Majestätsbeleidigung.
Für Frau Slomka tut es mir leid, denn da werden die Herren schon dafür sorgen, daß sie dann nur noch eine drittklassige Sendung in einem ZDF Kultur Kanal moderieren darf

Account gelöscht!

29.11.2013, 20:46 Uhr

Zitat : Er habe deshalb eine SMS an den ZDF-Intendanten geschrieben und wolle noch einen Brief hinterherschicken, sagte Seehofer am Freitag in München.

- was glaubt eigentlich dieser Bayerische Hohlkopf und Samenstreuer , wer er ist....?

Ein Niemand !Und dieser Merkelsche Bettvorlaeger will Druck auf die Presse ausueben...?

Daemliches Gebruell, mehr nicht !

Account gelöscht!

29.11.2013, 20:48 Uhr

Dämliche Fragen! Low Level Journalismus. Wohl zu viel geliftet.

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