Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2011

17:51 Uhr

Gangsta-Rap-Video

Sohn blamiert Bayerns Innenminister Herrmann

VonAlexander Möthe

Bayerns Innenminister Herrmann fordert eine harte Hand gegen Jugendliche und kämpft öffentlichkeitswirksam gegen Alkoholmissbrauch. Jetzt fällt ihm ausgerechnet sein eigener Sohn in den Rücken. In der Manier eines Gangsta-Rappers pöbelt dieser in einem Youtube-Video und prahlt mit seinem Alkoholkonsum.

Rapper "Jackpot": Der Sohn von Bayerns Innenminister entspricht nicht Vaters Ideal. hb online

Rapper "Jackpot": Der Sohn von Bayerns Innenminister entspricht nicht Vaters Ideal.

DÜSSELDORF. Bayern ist eigentlich nicht dafür bekannt, große Töne spuckende Rapper hervor zu bringen. Die Vertreter der Hip-Hop-Spezies „Gangsta“ tummeln sich in der Regel, vollkommen klischeekonform, in Großstädten, Plattenbauten und Brennpunkten. Wenn dann doch ein junger Mann mit einer symbolischen brennenden Fackel durch die moralisch einwandfreien und staubtrockenen Straßen des CSU-Staats wandelt, ist das für sich schon Aufmerksamkeit wert.

In Erlangen wächst und gedeiht ein junger Rapper, der sich selbst den Namen „Jackpot“ gibt. Er bewegt sich auf der Grenzlinie von Testosteron-Rausch und Realsatire, reimt, pöbelt und übt sich wie die großen Vorbilder in „krasser“ Sprache. Auf Facebook rühmt er sich mit seinem Alkoholkonsum, posiert mit einer riesigen Flasche Wodka und kündigt an, seine neueste Veröffentlichung ordentlich zu begießen. Die gibt es mittlerweile auch bei Youtube zu sehen.

Richtig ungewöhnlich ist das bis zu diesem Punkt noch nicht. Interessant wird es, wenn der Hintergrund des in gutbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsenen jungen Manns ins Spiel kommt. Im richtigen Leben ist „Jackpot“ der Sohn von Joachim Herrmann – und der ist CSU-Politiker und amtierender bayerischer Innenminister.

Natürlich steht es jedem 18-Jährigen frei, wie er sich verhalten mag. Es wäre jedoch eigentlich logisch, wenn Herrmanns Spross besonders gut geraten wäre, durch höflichen Umgangston und Alkohol-Abstinenz als Positivbeispiel fungierte. Denn der Minister fordert genau das von der Jugend seines Bundeslands. So sprach er sich öffentlich für ein Gesetz aus, mit dem man den Alkoholkonsum in Parks, Fußgängerzonen und auf öffentlichen Plätzen verbieten kann.

Aufgedeckt haben die peinliche Verbindung zwischen dem Minister und seinem Rapper-Sohn nach Angaben des Mediendienstes Meedia die Abendzeitung und die Süddeutsche Zeitung, beide mit guten Verbindungen in die Beletage der Münchener Politik gesegnet.

Herrmann hat das Ganze noch nicht kommentiert, hätte aber im Fall des Falles ein nicht unerhebliches Imageproblem. Der Hardliner setzt sich nicht nur gegen Alkoholmissbrauch ein, sondern hat, so zitiert ihn Meedia, die Auswirkungen von Killerspielen mit denen der Kinderpornographie verglichen. Der Spagat zwischen Anspruch und Realität wird angesichts dessen überdeutlich.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RapT

20.01.2011, 19:46 Uhr

Scheiss auf deinen Alten!
Geile Mucke - mehr davon!

Blinse

20.01.2011, 20:41 Uhr

Scheiß Mucke! Tausendmal gehörter Sprechgesang. Leute, die nicht singen können, müssen halt rappen. Und ewig die gleichen Gesten. Seit -zig Jahren unveränderter Schrott. Erbärmlich!

opsat

20.01.2011, 23:13 Uhr

"Es wäre jedoch eigentlich logisch, wenn Herrmanns Spross besonders gut geraten wäre, durch höflichen Umgangston und Alkohol-Abstinenz als Positivbeispiel fungierte"

Ach was, mal halb lang. ich mag zwar den Gangster-Quatsch auch nicht. Aber er ist erst 18, da darf man noch über die Stränge schlagen. Wer will schon immer das Minister-Söhnchen spielen.
Die Zeit wo er sich anpassen muß oder es freiwillig tut noch früh genug.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×