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07.08.2015

07:48 Uhr

Ganz Deutschland hat Ferien

Die Wirtschaft und der Mythos vom Sommerloch

VonJohannes Steger

Deutschland hat Ferien – zehn Tage lang sind gleichzeitig Schulferien in allen Bundesländer. Was passiert jetzt mit der Wirtschaft und gibt es Branchen, die sich über die konzentrierte Ferienzeit freuen können?

Zehn Tage lang hat ganz Deutschland Ferien. dpa

Sommerferien in Deutschland

Zehn Tage lang hat ganz Deutschland Ferien.

Düsseldorf Wäre Deutschland der Wilde Westen, dann würden gerade mancherorts der kugelartige Präriestrauch Steppenläufer durch die Straßen wehen. Denn in Deutschland sind Sommerferien – von Kiel bis München, von Düsseldorf bis Berlin. Vom 31. Juli bis zum 11. August haben alle Bundesländer Schulferien.

Es ist nur eine Ausnahme, dass Schüler aus allen Bundesländern zur selben Zeit in die Ferien geschickt werden. Denn seit Mitte der 60er Jahre wechseln sich die Bundesländer nach einem vereinbarten System ab. Vereinbart haben das die Kultusminister der Länder im „Hamburger Abkommen“.

In diesem Jahr gab es zuerst in Nordrhein-Westfalen Ferien, 2016 werden Bremen und Niedersachsen als erste in die unterrichtsfreie Zeit starten. Nur in Bayern und Baden-Württemberg müssen Schüler immer warten. Über Pfingsten gibt es hier längere Frühjahrsferien, sonst wäre das Schuljahr zu kurz.

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Was passiert also, wenn Deutschland zehn Tage gleichzeitig frei hat? Gähnende Leere in den Einkaufsstraßen oder Biergärten, die aus allen Nähten platzen? Gastronomie und Einzelhandel dürften die Ferienzeit im Umsatz nicht sonderlich zu spüren bekommen, meint Ferdinand Fichtner, Konjunkturforscher am DIW Berlin: „Aus den Zahlen geht hervor, dass die Auswirkungen der Sommerferien erstaunlich gering ausfallen.“ Obwohl anzunehmen sei, dass in diesen Monaten die Umsätze steigen, könnte die Gastronomie wahrscheinlich nicht von den Ferientagen profitieren: „Offenbar werden steigende Umsätze dadurch ausgeglichen, dass viele Menschen im Urlaub sind“, so Fichtner. Die stärksten Monate für die Gastronomie seien Mai und September, also dann wenn die Sommerferien noch in weiter Ferne bzw. in den meisten Bundesländern zu Ende sind. „Auch für den Einzelhandel gibt es kein ausgeprägtes Saisonmuster“, meint der Konjunkturexperte.

Plausibel erscheine es jedoch, dass Gastronomie und Einzelhandel in gewissen Teilen Deutschlands von den Ferien mehr profitieren als andere, so Fichtner. Beispielsweise in den Küstenregionen oder anderen attraktiven Reisezielen, wobei die Entsenderegionen negativ beeinflusst werden. Anhand von Zahlen lasse sich das allerdings nicht nachvollziehen.

Kommentare (1)

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Herr Martin Zuehlke

07.08.2015, 10:37 Uhr

Sorry liebes HB, ein absolut substanzloser Artikel!
"Plausibel erscheine es jedoch, dass Gastronomie und Einzelhandel in gewissen Teilen Deutschlands von den Ferien mehr profitieren als andere, so Fichtner. Beispielsweise in den Küstenregionen oder anderen attraktiven Reisezielen, wobei die Entsenderegionen negativ beeinflusst werden. Anhand von Zahlen lasse sich das allerdings nicht nachvollziehen."
Hä? Na was denn nun? Diese Aussage ist wie praktisch jede andere völlig inhaltsleer. Offensichtlich existiert das Sommerloch vor allem in der Presse, anhand von Zahlen lässt sich das allerdings nicht nachvollziehen.

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