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10.05.2012

10:55 Uhr

Gasförderung

SPD will Fracking stark begrenzen

Die SPD fordert, bei der umstrittenen Gasförderung nach der Fracking-Methode strenge Auflagen festzulegen. So sollen Gebiete mit Trinkwasserschutz ausgeschlossen bleiben. Die Koalition lehnt müde ab.

„Besorgte Bürger“: Attac protestiert gegen das Fracking. dpa

„Besorgte Bürger“: Attac protestiert gegen das Fracking.

BerlinDie SPD-Bundestagsfraktion fordert wegen möglicher Risiken für das Trinkwasser eine bundesweite Regelung für die Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten. „Wir diskutieren das seit Monaten und Jahren. Aber die Koalition ist nicht in der Lage, eine Haltung hierzu zu entwickeln“, sagte der SPD-Umweltpolitiker Frank Schwabe. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) müsse rasch handeln.

„Die Menschen vor Ort haben große Sorgen“, sagte Schwabe. Besonders im Norden und Westen werden große Schiefergasvorkommen vermutet. Es müsse ein Verbot für wassergefährdende Chemikalien geben. Heute debattiert der Bundestag über Anträge von SPD und Grünen, die strenge Auflagen fordern, etwa ein Verbot der Förderung in Trinkwasserschutzgebieten. Union und FDP wollen die Anträge ablehnen. Die SPD hat eine namentliche Abstimmung eingefordert. Die Linke fordert ein komplettes Verbot der unkonventionellen Förderung.

Bei der sogenannten Fracking-Methode wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten gepresst, um das Gestein durch hohen Druck so aufzubrechen, dass das wertvolle Gas entweichen kann. Angesichts sinkender Reserven gilt diese Methode als äußerst lukrativ, in Deutschland dringt besonders der US-Konzern Exxon Mobil auf eine umfassende Ausbeutung der Vorkommen.

Das Umweltbundesamt sieht erhebliche Gefahren für das Grundwasser, weil einige der eingesetzten Stoffe krebserregend sein könnten. Die Konzessionsflächen zur Erkundung des Untergrundes in Deutschland nach nicht-konventionellen Erdgaslagerstätten lagen 2010 bereits bei 97.000 Quadratkilometern - eine Fläche größer als Österreich.

Schwabe sagte, wenn Bundesumweltminister Röttgen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) jetzt Skepsis gegenüber dem Fracking zeigten, sei das mit nichts unterlegt. „Das ist ein Wahlkampfmanöver vor den Wahlen in Nordrhein-Westfalen.“ Die nun von den Ministerien nochmal angekündigten Gutachten seien längst in Bearbeitung. „Es gibt eine Verschleppungstaktik“, sagte Schwabe.

Von

dpa

Kommentare (2)

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KFR

10.05.2012, 13:58 Uhr

desterhalb stimmen die SPD-mandats-träger ( wie auch Grüne ) serienweise in den Kreistagen NRW für die Anträge der RWE & Co zur Verteilung der Beute und Sitze in den Aussichtsgremien ?

scomber

10.05.2012, 17:43 Uhr

Die Herren und Damen Politiker, die wieder einmal im Begriff sind unsere Zukunft zu verschachern sollten sich besser über die Gefahren informieren. Es gibt zu diesem Thema einen interessanten Film namens "Gasland". Sehr interessant und sehr beängstigend, was dort von den betroffenen Menschen berichtet wird.

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