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05.07.2011

15:55 Uhr

Gastbeitrag Friedrich Merz

Einfaches Steuersystem schafft Vertrauen

ExklusivDer ehemalige Fraktionschef der Union, Friedrich Merz, fordert eine Entschlackung des deutschen Steuersystems. Er kritisiert die mangelnde Anerkennung der Kirchhof-Pläne. Dessen Steueranalyse sei richtig gewesen.

Friedrich Merz, ehemaliger Chef der Unionsfraktionen im Bundestag. Quelle: ap

Friedrich Merz, ehemaliger Chef der Unionsfraktionen im Bundestag.

Berlin"Mit einer Kombination aus bescheidener Entlastung und mutiger Vereinfachung könnte Vertrauen der Steuerzahler in den Steuerstaat zurück gewonnen werden" schreibt Merz in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.  Die Entlastung müsste sich auf die Korrektur des Tarifs beschränken und zwar über seinen gesamten Verlauf. So könnten die „heimlichen“ Steuererhöhungen durch das beständige Hineinwachsen selbst mittlerer Einkommen in die Steuerprogression endlich einmal gestoppt werden. Faktisch würde der Staat dadurch nur auf weitere Steuererhöhungen verzichten.

Damit ist jedoch das Potenzial für eine Steuerreform laut Merz nicht ausgeschöpft. Er kritisiert, dass der vom Steuerexperten Prof. Paul Kirchhof vorgelegte Entwurf für eine Steuerreform "mit leichter Hand vom Tisch" gefegt werde. Denn seine Analyse sei richtig, dass das Steuersystem in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer komplizierter geworden ist. Deutschland brauche jetzt dringend ein einheitliches System der Unternehmensbesteuerung, das Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften gleichermaßen umfasst.

Die Verwerfungen bei der Gewerbesteuer müssten korrigiert werden. Die Erbschaftssteuer könnte in die Einkommenssteuer integriert werden, auch wenn damit eine höhere Belastung des ererbten privaten Vermögens einherginge. "Und wenn es über diese Fragen einen handfesten parteipolitischen Streit gäbe, könnten die Bürger bei der nächsten Bundestagswahl doch auch über unterschiedliche Steuerkonzepte entscheiden", so Merz..

Kommentare (4)

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06.07.2011, 07:48 Uhr

Das kann man nur mit Nachdruck unterstreichen. Kirchhof und Merz sollten eine neue Partei gründen.

RDA

06.07.2011, 08:21 Uhr

Merz ignoriert, dass eine Flat Tax nicht die gleiche Verteilungwirkung wie eine progressive Steuer hat. Die kalte Progression kann über eine Inflationsindexierung erreicht werden. Dazu hat der Staat aber überhaupt keine Lust, weil er dann keine Entschuldung über Inflatin mehr betreiben kann.

marco

06.07.2011, 08:27 Uhr

Eine Partei DSS? Deutsche Schaumschläger? Kirchhofs Plan für alle 25% Steuer ist sozial ungerecht, denn Einkommensstärkere sollten auch prozentual mehr Steuern lasten. Und Merz verbrät gerade Steuergelder in Millionenhöhe für den Versuch, die WestLB zu verkaufen. Auf solche Leute als neue Politiker kann ich gut und gerne verzichten.

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